Technikfrust
Samsung SHG-E700: Mein zweites Händieh, seit vorgestern in den letzten Zügen liegend
Mannmann, dieses kaputte Händieh nervt mich. Noch mehr aber nervt mich die Suche nach einem neuen Gerät.
Ich will mich damit gar nicht befassen, obwohl ich mich sonst in epischer Breite mit Technikkäufen beschäftigen kann: Drei Stunden überlegen, ob ich das neue MacBook gern mit 1,83 oder 2,0 GHz, mit Superdrive, mit der kleineren oder der größeren Festplatte hätte — kein Problem, da stöbere ich gerne (obwohl ich mir das Ding frühestens in 2 Monaten leisten kann).
Um meinen neuen Gefrierschrank auszusuchen, habe ich drei Tage Netzrecherche gebraucht. Natürlich nicht am Stück, sondern immer mal wieder ein paar Stündchen.
Aber Händieh? Da krieg ich schon die Krise, wenn ich zu gucken anfange.
Ich nutze das Teil (das Händieh, nicht den Gefrierschrank!) eigentlich nur als Wecker, für 5-7 SMS und 1-2 Anrufe im Monat. Die MMS, die ich bisher versendet habe, lassen sich an einer Hand abzählen. Daher tut es eine Prepaidkarte dicke, was die Suche sehr erschwert. Denn nette, günstige Händiehs gibt es nur mit Vertrag.
Nokia 3210 — mein treuer Begleiter von 1999 bis 2004
Zimperlich darf es außerdem nicht sein, weil ich es als Notfallkontakt immer mit auf Hundetour nehme. Und ich bin ein Grobmotoriker und Bewegungslegasteniker: Ihre mit Lederwulst ummantelte Tasche rettete meinen beiden Händiehs, die ich bisher hatte, mindestens einmal im Monat das Leben.
Bluetooth soll es können, denn bei meinem jetzigen Händieh, das zu seiner Zeit (2004) sehr modern war und alles konnte (mit diesem Teil stieg ich in der Achtung meiner damaligen jugendlichen Lehrgangsteilnehmer immens), schoß ich mir damit nämlich ins Knie, als es um die Wahl einer Freisprecheinrichtung fürs Auto ging: Typenungebunden ging nur mit Bluetooth, und ausgerechnet das konnte mein Wunderknochen nicht.
Erschwerend kommt hinzu, daß ich meine Nummer, die ich seit dem letzten Jahrtausend habe, unbedingt weiter verwenden will. Daher bin ich auch noch an den Provider gebunden.
Zwei Händiehs habe ich in meinem Leben besessen. Das Nokia hatte ich im Jahr 1999 angeschafft, weil es sonst nichts gab (ja, liebe Kinder, so war das damals: Wir hatten ja gaaar nix!). Das Samsung hatte der bMwg schon, und ich fand es gut.
Wenn ich nun gezwungenermaßen so gucke, was Händiehs alles können, weiß ich, daß ich bisher nur einen Bruchteil davon genutzt habe. Und auch nur einen Bruchteil aller Funktionen überhaupt verstehe. Und verstehen will.
Trotzdem kaufe ich gern zukunftsorientiert: Es könnte ja sein, daß ich doch mal Photos mit 2 Megapixel schießen möchte oder Videos versenden will.
Mich nervt das alles: Ich will nicht viel Geld ausgeben für ein Teil, das ich so selten nutze. Aber wenn ich was neu anschaffe, soll es was Gutes sein, mit dem ich auch in einem Jahr noch zufrieden bin. Und ich habe gar keine Lust, Zeit in die Recherche zu investieren.
Vielleicht frage ich mal im händiehbegeisterten Bekanntenkreis rum, ob noch ein stiefmütterlich behandeltes Altgerät herumliegt, welches in meinen zarten Händen zu neuem Ruhm gelangen könnte.
Oder ich verzichte komplett auf ein Händieh und kaufe das neue MacBook mit so einem UMTS-Schnulli. Dann kann ich telephonieren, und iSight macht die Photos. Für die Hundetouren hol ich mir dann einfach einen Peilsender, mit dem ich im Notfall auch Polizei, Feuerwehr und Bergrettung alarmieren kann…