Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Nöte der Sozialarbeiterin

Kategorie: der ganze rest — towanda am Samstag, 29. Oktober 2005

Ich schrub schon, daß sich meine Teilnehmer eine oder zwei Unterrichtseinheiten zum Thema Datenschutz wünschen.

Politisches Interesse muß man würdigen, wo es einem begegnet (bei meinen Teilnehmern nach meinem Geschmack noch immer zu selten, obwohl ich heftig dran arbeite). Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als nächste Woche mal ein kleines 4-8-Stunden-Paketchen zu schnüren.

Beispiele aus der Praxis (”Und warum brauch ich sowat?”), Ursprünge wie Grundgesetz, rechtliche Hintergründe (”Was darf, was kann, was muß?”), aktueller politischer Diskurs (WM-Tickets, Biometriepässe). Das will ich unbedingt unterkriegen.

Und das alles eingetütet zu bekommen für eine Zielgruppe, in der von “Ich kann kaum Deutsch sprechen” bis hin zu “Ich hab Abitur, 20 Jahre gearbeitet — Mädchen, erzähl mir nix!” alles vertreten ist… So daß jeder rausgeht und sagt, er hat heute was dazugelernt — elende Arbeit.

Klar, es gelingt mir irgendwie. Und wenn ich mal einen Grundstock an Material habe, ist das ja recyclebar für neue Gruppen. Ich fange nicht immer wieder von null an, und somit wird es immer einfacher.

Doch die Vorbereitungen fressen richtig viel Zeit, die ich auch für andere Sachen brauche — ich bin ja nicht nur zum Unterrichten da. Mich ärgert zum einen, daß ich manchmal richtig danebenpacke und nach dem Unterricht das Gefühl habe, keinen einzigen weitergebracht zu haben. Und außerdem vermute ich, daß meine Unterrichtsvorbereitungen mehr Zeit in Anspruch nehmen als sie es eigentlich tun würden, hätte ich das richtig gelernt.

Was tun? Bildungsurlaub beantragen und ihn übers Jahr verteilt in 1-2 Semester Gasthörerschaft bei Didaktik- und Präsentationsseminaren investieren?

Wäre nett für die langfristige Lösung des Dilemma. Der Datenschutz am Freitag geht erst mal wieder freestyle.

Vielleicht ein Einstieg mit einer Geschichte von Twister? (welche ich euch übrigens auch ans Herz legen möchte). Sie schreibt so lebendig und doch einfach genug, daß die Schwächsten meiner Zielgruppe damit klarkommen. Für die Stärkeren liegen genug Infos drin, um sie nicht zu unterfordern.

Und den Deutschunterricht krieg ich damit auch noch ganz unauffällig untergemogelt…

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