Mein Wäschetrockner: Die unendliche Geschichte
Leute, ich hab nen Hals von hier bis Bochum! Daran ändern auch das wunderbare Welpentreffen heute und der schöne Sieg des FCN von eben nichts mehr. Schuld daran sind zur Abwechslung mal wieder Handwerker.
Handwerker! Wenn ich so auf die Querelen um unsere Duschabtrennung, die Streitereien mit der Sanitärfirma und das Elend mit den Dachdeckern zurückblicke und den Fall meines Wäschetrockners noch dazu addiere, frage ich mich ja ernsthaft, ob es an mir liegt. Vielleicht kann ich einfach nicht mit Handwerkern umgehen. Wäre blöd, schließlich bin ich selbst Tischlerin.
Nach näherer Betrachtung kann ich aber kein Fehl und Tadel an meinem Verhalten erkennen: Ich spreche Termine klar und deutlich ab und halte mich daran. Ich gebe Rückrufnummern, unter denen ich auch erreichbar bin, und soweit es mein technisch beschränktes Hirn mir erlaubt, merke ich mir auch brav Fehlerbeschreibungen und Bezeichnungen für Ersatzteile.
Trotz dieses vorbildlichen Verhaltens schaffe ich es seit über einem Vierteljahr nicht, meinen Trockner repariert zu bekommen.
Doch von Anfang an…
Irgendwann Ende Juli machte mein Trockner seltsame Geräusche, wurde zwar heiß, aber trocknete die Wäsche nicht. Anfang August machte ich — nachdem ich die horrenden Preise des AEG-Kundendienstes erfahren hatte — einen Termin mit einem ortsansässigen Betrieb, der auch AEG-Produkte verkauft.
Ein Betrieb mit einem guten Ruf, zudem hatte der mir auch schon meine Spülmaschine “repariert” (kann man es als Reparatur bezeichnen, wenn die Spülmaschinenbesitzerin zu blöd ist, die Zuleitungen aufzuschrauben? Hat dafür netterweise auch nur die halbe Anfahrtspauschale verlangt.).
Anfang August kam ein Monteur der Firma und stellte einen gerissenen Keilriemen fest. Er zog mit der genauen Typbezeichnung meines Trockners und dem Versprechen, einen neuen zu bestellen, von dannen.
Nun bin ich mir nicht sicher, ob wir angerufen wurden, als der neue Keilriemen da war oder ob wir da schon hinterhertelephonieren mußten. Ist ja auch schon eine Weile her. Ist aber auch nicht so schlimm, denn der Clou kommt erst noch:
Schließlich kam der Monteur, um den Keilriemen einzubauen. Dabei ging allerdings die Aufhängung eines Rädchens kaputt, ohne welches der Trockner unmöglich seinen Dienst verrichten kann.
Der Monteur zog wieder ab, um ein neues Ersatzteil zu bestellen. Eine Woche Lieferzeit habe das in etwa. Man würde sich melden, wenn das da sei, damit ein neuer Termin vereinbart werden könne.
Ab hier verläßt mich meine Erinnerung etwas. Ich weiß nur noch, daß ich erst einige Zeit verstreichen lassen habe, bis ich mich bei der Firma meldete: Es war warm, daher brauchte ich nicht unbedingt einen Trockner, und außerdem hatte ich auf der Arbeit recht viel zu tun, so daß ich nicht unbedingt einen Monteur vor 17 Uhr hätte empfangen können.
Außerdem verwechsele ich die Turbulenzen des Bestellvorgangs dieses Ersatzteils mit einem weiteren. Ja, richtig gehört: Nicht nur dieses Rad war kaputt, sondern auch noch die zugehörige Abdeckung. Das stellte man aber erst beim Einbau des Rades fest, der erst nach einigen Telephonaten stattfinden konnte.
Ich glaube, das war Ende Oktober.
Wie gewohnt und bei den Nachfragen nach dem Rädchen schon oft geübt, telephoniere ich seitdem dieser Abdeckung hinterher. Meist ernte ich basses Erstaunen: “Von AEG? Ne, da kam nichts… Aber ich notiere Ihre Nummer und rufe zurück!” (Was in 80% der Fälle auch erfolgte, aber nur selten zielführend war) oder “Das haben UNSERE Leute kaputtgemacht? Davon weiß ich nichts!” (Den Fall hatte ich der selben Dame, nämlich der Chefin, schon vor einer Woche geschildert…).
Mal wurde mir auch erklärt, daß es mit AEG-Ersatzteilen derzeit besonders schwierig sei, weil es AEG ja nicht mehr gibt.
Besonders erfreut hat mich aber diese Reaktion:
Towanda: Für mich wurde ein Ersatzteil bestellt für den AEG Lavamat. Ist schon eine Weile her, ungefähr nen Monat. Ich wollte nur sichergehen, daß Sie mich und mein Ersatzteil nicht vergessen haben.
Firma: Aber Frau Towanda, wir vergessen Sie doch nicht!
Eine Woche darauf hatte ich wieder eines dieses “Das haben UNSERE Leute kaputt gemacht? Davon weiß ich nichts!”-Gespräche…
Am Donnerstag fühlte ich mich stark genug, es mal wieder mit dieser Firma aufzunehmen: Ich fragte nach meiner Abdeckung. Denn inzwischen ist es kalt, und der kleine Energiesparer in mir sagt mir, es wäre günstiger, die Wäsche mit Strom im 5 Jahre alten Trockner zu trocknen, anstatt das Gästezimmer extra dafür zu heizen. Außerdem nimmt die Rollenspielerbibliothek im Gästezimmer durch die permanent hohe Luftfeuchtigkeit langsam Schaden.
Das Gespräch ging so:
Towanda: Ich wüßte mittlerweile nun doch gern, ob das Ersatzteil da ist und wann es eingebaut werden kann.
Firma: Das Ersatzteil ist da.
Towanda: (??? — Seit wann liegt dieses Drecks-Ersatzteil da? Hätten die mich überhaupt jemals deswegen angerufen?)
Wunderbar! Und wann gedenken Sie, es einzubauen?
Firma: Am Freitag.
Towanda: Nein, so läuft das nicht! Wir sind beide Vollzeit berufstätig und am Freitag nicht da. Da sollten Sie schon einen Termin vereinbaren.
Firma: Wir telephonieren ja gerade, da können wir ja einen Termin machen.
Towanda: Samstag vormittag geht gut. Aber nur Vormittag.
(Ich hab ab Mittag Welpentreffen, und wer bis 12 Uhr nicht bei mir ist, hat verloren.)
Sicherheitshalber habe ich nach diesem Gespräch am Donnerstag meine ganze Wäsche gewaschen und im Gästezimmer aufgehängt. Denn das erhöht nach Murphy die Wahrscheinlichkeit, daß ich am Wochenende einen funktionierenden Trockner habe.
Schließlich habe ich dann ja keine Wäsche mehr zu waschen.
Doch denkste:
Samstag, 11 Uhr:
Keine Spur vom Trocknermann. Ich rufe in der Firma an und frage nach, wann der Monteur zu kommen gedenke und mache klar, daß hier um 12 Uhr Schicht ist. Firma verspricht, den Monteur zu kontaktieren, der mich zurückrufen wird.
Samstag, 12 Uhr:
Weder Spur noch Anruf vom Trocknermann. Ich rufe in der Firma an und gebe an, daß Schwägerin und unehelicher Schwippschwager noch bis 13 Uhr öffnen können. Hänge Zettel an die Tür, wo zu klingeln ist und wo ich telephonisch erreichbar bin, falls Fragen sind.
Samstag, 17.30 Uhr:
Vom Welpentreffen wieder da, Trockner ist noch immer kaputt. Stattdessen Nachricht auf dem AB von der Chefin der Firma: Man wird am Montag jemanden schicken, der die Reparatur zuverlässig abschließen wird.
Hallo???
1.: Wir hatten einen Termin am Samstag vormittag. Ich melde mich um 11 Uhr, um eure Handwerker verlustig zu melden. Und ihr schafft es nicht, mir bis 12 Uhr zu sagen, daß das nicht klappt? (Der AB sagt übrigens auch die Händiehnummern an, unter denen wir alternativ erreichbar wären sind.)
2.: Danke für die Nachricht auf dem AB. Aber ich habe nun noch immer keine Ahnung, wann am Montag ihr zu kommen gedenkt. Daß wir berufstätig sind und tagsüber nicht da sind, habe ich in all den vielen Terminen, die ich mit euch hatte, oft genug betont. Daß ihr unter Umständen vor verschlossener Tür steht, müßt ihr dann eben in Kauf nehmen — ich werd nen Teufel tun und am Montag Morgen noch hektisch irgendwelche Handwerkertermine nachzufragen.
Denn ich habe für den Montag schon Termine, die ich einzuhalten gedenke. Sonst wird mein Dienstherr nämlich mürrisch und verweigert mir meinen Lohn. Den Lohn, mit dem ich übrigens auch Handwerkerrechnungen bezahle.
3.: Es ist fein, daß ihr mir mit eueren Reparaturen, bei denen ein Teil nach dem anderen kaputtgeht, meinen Trockner durchsaniert. Aber nun kommt verdammte Axt nochmal zu Potte mit dem Kack — Ich will das Ding wieder benutzen können!
Von mir aus stellt mir ein Leihgerät rein.
4.: Wenn ich am Montag nicht zu einer mir genehmen Zeit einen Monteur in der Bude habe, laß ich euch meine Wäsche trockenfönen hau ich eueren Laden in Schutt und Asche kläre ich mit meinem Rechtschutz, ob ich den AEG-Kundendienst einfach so auf euere Kosten beauftragen kann oder ob ich euch davon schriftlich in Kenntnis setzen muß.
Zeit dazu hab ich dann ja: Ich muß ja keine Monteure empfangen, und mein Versicherungsmann ist nach 17 Uhr noch erreichbar.
Mal ehrlich jetzt: Bin ich wirklich so zickig, wenn ich nach über 3 Monaten Rumreparierei langsam ungehalten werde?