Jammercontent
Darf ich hier mal etwas rumjammern? Natürlich darf ich das, ist ja mein Blog. Drum tu ich’s auch.
Arme(r) Leser(in), da mußt Du jetzt durch. Aber ich mußte es auch, und somit hast Du hier die große Chance, die Turbulenzen noch authentischer zu erleben. In etwa wie “bei Towanda lesen heißt leiden lernen”.
Würde man die Highlights (also in dem Fall eher Downlights) des Tages in Stichworte fassen, taucht seltsamerweise der Buchstabe “A” dabei überproportional oft auf (Verschwörungstheorien dazu, anyone?).
Um das ganze Elend abzukürzen, bekommt ihr nur die A’s:
Alkoholismus: Nein, nicht mein Paulaner Kristall neben mir, sondern bei drei Teilnehmern; Insgesamt sicher auch bei mehr, aber es zählen nur die heute aufgefallenen. — Anzeige bei der Polizei: Deswegen. Steht zwar erst morgen an, mußte aber heute mit allen Beteiligten abgeklärt werden. — anstehendes Verfahren: Ex-Teilnehmer, wegen Körperverletzung. Bei uns war der wie ein Lämmchen… — Arbeitserprobung: Die ersten 8-Stunden-Tage nach 7 Jahren Nichtstun… interessant für alle Beteiligten. — Arbeitsagentur: Nachfragen, klären, rückversichern; Kein besonderer Aufreger, aber als tägliches Geschäft zermürbend. — Abhauen von der Baustelle: Nicht ich, sondern ein Teilnehmer war plötzlich ohne Meldung spurlos verschwunden.
Und das war nur der Vormittag, denn dieses letzte A ereilte mich Mittags telephonisch vom Anleiter des anderen Projekts, mit der Frage, ob wie eine Abmahnung machen könnten.
Die Umstände erforderten es, daß ich meinen Gefühlen nach diesem Anruf nicht angemessen Ausdruck verleihen konnte (eine halbe Stunde vor sich hinschreien wäre gerade recht gewesen), sondern Anstand bewahren mußte: Wir saßen gerade bei dem Italiener, der Wert drauf legt, keine Pizzeria zu sein, sondern ein italienisches Restaurant. Ja, gehobene Gastronomie und so… Machen wir sonst selten. Nur an sehr A-lastigen Tagen.
Natürlich beherrsche ich als studierte Sozialarbeiterin alle tollen heilsbringenden Techniken: Hilfe zur Selbsthilfe, Stärken erkennen-betonen-fördern und an Schwächen arbeiten, vernetzte Strukturen nutzen, Entlastungen schaffen, reflektiertes Arbeiten… Blabla.
Aber manchmal glaube ich, ich bin einfach nur jedermanns Kindermädchen.