Hoffest am Biolandhof
Da man uns heute Rondras Laufrevier am Bismarcktum durch eine Festivität freilaufuntauglich gemacht hat und wir sonst nichts Vernünftiges mit unserem Samstag anzufangen wußten, waren wir heute ein paar Häuser weiter. Ganz in Laufweite (wir sind aber trotzdem gefahren, weil wir einkaufen wollten) befindet sich ein Biolandhof. Heute gab dieser anläßlich seiner Erweiterung ein Hoffest.
Schande über mich: Obwohl es so nahe liegt, habe ich dort bisher noch nicht eingekauft. Unso mehr war ich heute von der Auswahl überwältigt. Zwar bediene ich mich desöfteren an den Ökoprodukten im Supermarkt, doch dort ist die Auswahl doch recht begrenzt. Ich wußte gar nicht, wie viele Bio-Tiefkühl-Produkte es gibt. Und Öko-Naschereien. Und ein riesiges Sortiment an Wein und Bier…
Natürlich habe ich einmal quer durch (fast) alle Sparten zugeschlagen: Biochips und -schokolade, Kartoffeln, Bananen, Feigen, Waschnüsse, Brotaufstriche, einen Feigensenf und (ja, Herr Ghettomaster g) auch eine Bratlingmischung, die ich mit Käsewürfeln und Karottenraspeln aufzumotzen gedenke.
Ich habe Pinkus-Biobier vom Faß probiert (lecker!), und auch die Vollkornbäckerei Meffert, die ich bereits aus der Zeit kannte, in der ich in Lemgo arbeitete, war vertreten. Letztere brachte mich damals übrigens morgens regelmäßig zum Wahnsinn mit ihrem Sortiment:
Woche 1: T: Ein Mohn und ein Sesam bitte. M: Vollkorn oder Weißmehl? T: Hm? [unfähig, solche Entscheidungen morgens auf Anhieb zu treffen, entscheidet sich dann für VK] Woche 2: T: Ein Mohn und ein Sesam bitte. [mit siegessicherem Tonfall:] In Vollkorn. M: Bio oder konventionell? T: Hä?
Sicher ist es für mich erst mal nicht vorstellbar, alle Produkte des täglichen Bedarfs aus der Ökoschiene zu holen. Manche Produkte sind einfach deutlich teurer, und nicht immer bin ich gewillt, diesen Mehrpreis auszugeben. Die wöchentlich stattfindende Rollenspielerrunde beispielsweise nur mit Bio-Knabbereien zu versorgen, würde uns wahrscheinlich innerhalb von kürzester Zeit finanziell ruinieren g.
Allerdings bin ich oft erstaunt, wie wenig mehr (oder teilweise auch gar nicht mehr) Bioprodukte kosten. In den Biosparten von Discountern sind nicht alle Biolebensmittel so schlimm, wie Sternekoch Vincent Klink schreibt [Link via Konsumblog]. So gibt es etwa BioBio-O-Saft im Tetrapak von recht guter Qualität für 99 Cent den Liter, und auch die Milchprodukte sind brauchbar und günstig. Und auch im Hofladen empfand ich viele Produkte als preiswert wie zum Beispiel Nudeln und Öle.
Eher noch ist es eine Frage der Zeit und Logistik, wenn ich in $GROSSER_VERBRAUCHERMARKT alles bekomme und nur eine Stunde Zeit habe.
Im Nachhinein habe ich mich trotzdem geärgert, schon am Freitag den großen Einkauf erledigt zu haben und so mit vielen Artikeln schon versorgt zu sein. Die Äpfel sahen lecker aus, und auch die Milchprodukte hätten mich schwer interessiert.
Aber wenn wir alles aufgegessen haben, gehen wir da wieder hin. Sicher.