Halbzeitrezepte #12: Gnocchi mit Fenchel-Weißwein-Sahne
- Spieltag… Diesmal superb für die Arminia, die vollkommen unerwartet mit einem 1:0 drei Punkte gegen Dortmund holt. Jawoll, drei Punkte gegen so große Namen wie Wörns, Dede, Rosicky und Smolarek — hach, wie gern wäre ich dabeigewesen auf der heimischen Alm! Das 2:0, welches sich die Nürnberger auf Schalke eingefahren haben, war hingegen zu erwarten gewesen. Naja…
Beim Rezept zum Spieltag kannst Du mir Unkreativität unterstellen, weil es schon wieder Gnocchi gibt. Allerdings war meine aus der Not heraus improvisierte Kreation (der Fenchel mußte weg) so lecker, daß ich sie Dir nicht vorenthalten möchte. Außerdem gut für Spülfaule, da ein 1-Pfannen-Rezept.
Fenchel ist so ein Ding, mit dem man immer nichts rechtes anzufangen weiß: Schmeckt sehr eigen, erinnert irgendwie an Kindertee und verweigert sich daher der Kombination mit vielen anderen Gemüsen. Ich gab ihm trotzdem eine Chance und habe es bisher nicht bereut.
Gnocchi mit Fenchel-Weißwein-Sahne
1 Fenchelknolle von den äußeren Blättern befreien, waschen und längs halbieren. Das Grüne oben an der Knolle nicht wegwerfen, sondern fein hacken und beiseite stellen. Den Strunk der Knolle ausschneiden, Hälften noch einmal teilen und in 1cm breite Streifen schneiden. 1 kleine Zwiebel kleinschneiden.
Fenchel und Zwiebel in 1 Eßl. Butter rund 5 Minuten andünsten. 2 Teller Gnocchi dazugeben. (Tiefkühl- oder Kühlware, aber das hatten wir ja schon)
Gnocchi einige Minuten mit erwärmen (bei Kühlware kürzer, bei Tiefkühlgnocchi länger).
Pfanneninhalt mit einem guten Schuß Weißwein (trocken, mit einigermaßen Säure) ablöschen. Einen Schuß Sahne zugeben und köcheln lassen.
Anmerkung: Zu den Flüssigkeiten bekommst Du keine genauen Mengenangaben. Zum einen protokolliere ich das nicht mit (ich faules Stück), und zum anderen ist die Menge von vielen Faktoren abhängig: Je nachdem, wie heiß Dein Herd/ wie groß Deine Pfanne ist und wie fleißig Du rührst, verdampft mehr oder weniger Flüssigkeit. Bei Wein mit weniger Säure verträgt die Sauce mehr Wein und dafür weniger Sahne… Du kannst auch während des Kochens noch nachgießen. Wichtig ist nur, daß die Säure stimmt und daß Du eine annehmbare Menge Sauce an den Gnocchi hast.
Weiter im Text:
Während ich mich über Flüssigkeitsmengen ausgelassen habe, ist die Sauce schön einreduziert und cremig.
Wir sind fast fertig, es wird Zeit für Gewürze! Salz und Pfeffer sind immer gern genommen. Auch ein Hauch edelsüße Paprika paßt gut, ebenso Cayennepfeffer. Oder Muskatnuß (frisch gerieben — Leute, kauft Muskatnüsse und Muskatreiben, das Geld ist vor allem für Freunde von hellen Saucen gut investiert.) Ach, und das Fenchelgrün steht hier auch noch rum, nicht wie rein damit!
Eigentlich war es das schon, Du kannst zu Tisch bitten. Vielleicht willst Du noch gehobelten Parmesan über die Teller geben. Oder Du hast vorher schon in der Sauce ein paar Stückchen Blauschimmelkäse schmelzen lassen.
Guten Appetit!