Gewimmer aus den Boxen bekommt Antwort
Vor einigen Monaten habe ich mir fürs Auto immer ausgefeilte CD-Compilations gebrannt (ey, nix aussm Internet geklaut — da ist jedes Byte gekauft!) und diese genußvoll beim Autofahren zelebriert. Lohnt nicht mehr, seit ich zur Arbeit nur noch Kurzstrecke fahre. Überdies ist das Fahrverhalten der anderen auf der jetzigen Strecke viel ziviler, und mein spezieller “laut-im-Auto”-Mix muß gar nicht mehr zum Abreagieren zum Einsatz kommen (Man merkt eben, daß ich nicht mehr im Kreis Lippe unterwegs bin, hähä).
Mittlerweile bin ich sehr zivil und bieder geworden, was meine akustischen Präferenzen im Auto angeht: Meist Wortradio (ja, ich bin diejenige, die von einer Reportage zur nächsten zappt, anstatt die Wortbeträge zugunsten der nächsten Musik überspringen zu wollen). Nach langer Abstinenz läuft inzwischen auch mal 0815-Radio a la Lokalradio, WDR2 oder 1Live nebenher. Nicht zum Genießen, sondern nur, um den Diesel nicht so laut zu hören.
In den letzten Tagen kommt der berüchtigte “Laut-im-Auto”-Mix aber wieder vermehrt zum Einsatz. Nein, ich jammere nicht wegen der Weihnachtslieder (mit denen sich die Sender wohl wegen der warmen Temperaturen sowieso noch zurückhalten, glaube ich — ich hab zumindest noch kein einziges Mal “Last Christmas” gehört!).
Was mich absolut fertig macht, das ist dieses Deutsch-Balladen-Geseiere mit diesen unendlich akzentuierten, gefühlsbetonten Aussprachen. Naidoo ist sowieso gaaaanz ganz schlimm. Immer schon. Aber jetzt noch Juli und so Zeugs, das ist zu viel für mich. Wenn ich den Satz “Ich habe einen Schatz gefunden” nur andeutungsweise gesungen höre, fühle ich schon den Herpes wachsen.
Daher habe ich den lauten Mix gleich auf Zufallswiedergabe im Fach liegen, damit ich mir bei Bedarf zielgenau die Ohren spülen kann. Da sind grundsätzlich schon sehr passende Sachen dabei, die als Antwort auf den Song im Radio oft ungewollt komisch sind.
Aber als nach dem entsprechenden Hieb auf die CD-Taste dem Intro von “Ich liebe dieses Leben” sogleich “Die die darling” von Metallica folgte, war ich kurz davor, vor meinem Wiedergabegerät auf die Knie zu fallen.