Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Einzug ins Halbfinale, gefeiert in Herford

Kategorie: fussball — towanda am Samstag, 1. Juli 2006

Mit einem Piccolo bewaffnet (aber leider ohne Kamera — war mir zu gefährlich für meine geliebte Digitöse), zogen wir los, und schon der Weg in die Innenstadt war total irre und wunderbar!

Offenbar war alles, was laufen, fahren oder sich sonst irgendwie fortbewegen konnte, unterwegs, um zu jubeln und Fahnen zu schwenken. Jeder, aber auch wirklich jeder strahlte übers ganze Gesicht. Ich glaube, sowas habe ich zuletzt zur Grenzöffnung erlebt.

Der Verkehr in der Innenstadt lag komplett darnieder, und als wir ankamen, war auf der Freiheit schon abgesperrt. Störte aber niemanden, denn nach dem Wenden standen da noch immer genug Leute, die man anhupen und anjubeln konnte.

Auch Kollegin 2 haben wir getroffen, allerdings ohne Fähnchen. Eigentlich ist sie eher reserviert und ein wenig ruppig. Sie betonte auch gleich, “nur mal gucken” zu wollen, aber so ganz verbergen konnte selbst sie ihre Freude nicht…

Nach einer Weile trieb uns ein dringendes Bedürfnis auf die Suche nach einem Lokal in die Fußgängerzone. Da wir wohlerzogen sind, gedachten wir, dort auch noch etwas zu konsumieren.

Unsere Wahl fiel auf einen Italiener mit Fernseher draußen. Da es inzwischen schon halb neun war und wir uns ziemlich beeilen müßten, um noch rechtzeitig zum Italienspiel zu Hause zu sein, beschlossen wir, zu bleiben und das Spiel dort anzusehen. Ein Arbeitskollege von mir gesellte sich auch noch hinzu.

Die Atmosphäre war wirklich sehr nett und freundschaftlich. Klar gab es ein paar sehr gut betankte Zeitgenossen, die den Italienern klarmachen wollte, dies sei ihr letztes Spiel, das sie bei dieser WM gewinnen. Aber auch das war eher ein Necken und artete nicht in Pöbeleien aus.

Auf unserem Heimweg hatte sich der Jubelstau inzwischen gelöst. Die Polizei hatte die große Innenstadtdurchfahrt erneut abgesperrt, damit die Reinigungswagen ihre Arbeit tun konnten.

Kurz vor Mitternacht waren wir dann verschwitzt (halbe Stunde Fußmarsch, streng gelaufen, weil die Blasen wieder drückten), recht beschwipst, glücklich und totmüde wieder zu Hause.

Auf dem Heimweg habe ich wohl drölfzigmal betont, daß ich mir ein Fußballfest genau so vorstelle: Alle in kindlicher Freude, kein Stress und keine Auseinandersetzungen. Sogar die Polizei war sehr entspannt und grinste und jubelte mit der Menge.

Genau so ist Fußball. Und genau so will ich es nach dem Halbfinale wieder sehen.

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