Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Fachgespräche

Kategorie: culinaria — towanda am Samstag, 2. September 2006

Meine Biere kaufe ich gern im Löschdepot. Zum einen bekommt man da einige regionale Spezialitäten, die im konventionellen Getränkemarkt zwischen Warburger, Bitsteiner und allen anderen für mich nichtssagend schmeckenden Bieren keinen Platz mehr haben. Zum anderen gibt es dort wechselnde Aktionsbiere aus allen Regionen Deutschlands.

Für mich ist es ziemlich kurios, hier im tiefsten OWL ein Schlenkerla Rauchbier zu finden, an das ich noch sehr gemischte Erinnerungen anläßlich meines 450 km entfernt bestandenen Vordiploms habe. Oder Zwickl-Bier, bei der hier Ortsansässige nur mit einem Fragezeichen im Gesicht reagieren, wenn man es erwähnt.

Normalerweise kaufe ich dort einmal im Monat meinen Kasten Herforder für die Spielerunde und für sonstigen biertrinkenden Besuch. Vielleicht noch eine kleine Kiste Weizenbier. Und dann geht es durch die Spezialitäten, wo ich mir von jeder interessant erscheinenden Sorte zwei Flaschen mitnehme.

Zum Glück ist der Mann im hiesigen Löschdepot sehr resistent, wenn ich vor dem Regal stehe und in tiefstem Fränkisch ein “Woah — a Zwickl-Bier!” oder “Brotzeit-Seidla vo Zeil, des is a Ding!” von mir gebe. Oder er ist einfach so höflich, sich nichts anmerken zu lassen…

Eigentlich wollte ich auch mal eine kleine Bier-Test-Rubrik in den Culinaria einrichten. Doch diese Idee entstand in der tiefsten Bauphase, wo ich entweder keine Zeit hatte. Oder dann, als ich Zeit hatte, die Etiketten der getesteten Biere nicht mehr gefunden oder den Geschmack vergessen hatte.

Könnte man eigentlich ja jetzt…

Aber eigentlich wollte ich was ganz anderes schreiben. Als ich nämlich gestern mit meiner Kiste Herforder und je zwei Flaschen Veldensteiner Landbier, Göllers Brotzeitseidla und Pinkus Special zur Kasse schob, sprach mich ein anderer Kunde an. Ich habe ja auch so viele verschiedene Biere, ob ich auch so gerne teste. Ich bejahte, und er begutachtete meine Auswahl. Bier XY sei ja auch fein gewesen, ob ich das denn kenne.

So entspann sich ein kleines “Fachgespräch”, und wir empfahlen uns gegenseitig verschiedene Biersorten.

Ich fand das nett. Es gibt ja Leute, die sprechen Frauen einen Geschmack für Bier rundweg ab (ich erinnere mich da an einen Exfreund, der entsetzt war, als ich auf einer Fete Bier (!) aus der Flasche (!!!) trank, das gehöre sich nicht für eine Frau). Klar, ist alles Quatsch — es gibt sehr versierte Braumeisterinnen, die “a feins Stöffla” herstellen.

Aber auf diese geschlechtlichen Interferenzen will ich gar nicht hinaus. Ich hab mich einfach nur gefreut über ein unerwartetes Fachgespräch von Bierliebhaber zu Bierliebhaberin.

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Kategorie: culinaria — towanda am Samstag, 2. September 2006

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