12.12.02
Die Beerdigung war... überwältigend. So viele Leute waren da, und soweit ich vor Tränen gucken konnte, hab ich niemanden gesehen, der sich nicht zumindest verstohlen in den Augen gewischt hatte.
Kurz grinsen dagen mußte ich in der Kirche, als der Pfarrer ihren Lebensweg durchging und als die Eigenschaften, die am meisten an ihr geliebt wurden, ihren Gerechtigkeitssinn und ihren trockenen Humor nannte. Ja, das stimmt, genau so war sie. Ich weiß noch, als ihr der Arzt geraten hatte, abzunehmen und dazu mehr Obst zu essen. Einige Wochen später beschwerte sie sich bei uns, sie habe jetzt immer nach dem Abendessen eine Orange gegessen, habe aber noch kein Gramm abgenommen. Es versteht sich von selbst, daß sie die Orange nicht anstatt, sondern zusätzlich zu den anderen Dingen gegessen hatte ;o).
Oder als sie zu einer Feier bei uns den von meiner Mutter angebotenen Schnaps ablehnte, weil es ihr nicht so gut ging; als sie ein paar Wochen später bei Mamas Schwester auf einer Geburtstagsfeier gefragt wurde, ob sie einen Schnaps trinken wolle, meinte sie voller Überzeugung: "Aber sicher, wenn ihr einen habt... Neulich bei Peetz hat man mir nämlich keinen angeboten!" (Und das war wirklich keine Altersdemenz, sie wußte noch genau, das sie einen hätte trinken dürfen).
Mein Opa ist ziemlich mitgenommen und wirkt ganz verloren ohne sie. Ich mach mir Sorgen um ihn. Im Moment halten sie ihn mit starken Beruhigungstabletten noch halbwegs senkrecht, und ich hoffe so sehr, daß er ohne sie irgendwie zurechtkommt. Es geht weniger darum, daß er Gesellschaft hat, er mit Essen versorgt und ihm im Haushalt geholfen wird - die halbe Verwandtschaft wohnt in der Nachbarschaft, und da hilft jeder gerne.
Aber wenn es Nacht wird, dann ist er alleine und vermißt sie. "53 Jahre haben wir alles zusammen gemacht, und jetzt ist sie einfach so weg", sagt er. "Wie soll denn das alles bloß werden jetzt?"
Wenn man ihn so leiden sieht, lenkt das ein wenig von der eigenen Trauer ab.
Und in meinem ganzen Leben werde ich nicht vergessen, wie er vor ihrem aufgebahrten Leichnam stand. Mein Opa, der sonst so bedächtig, still und zurückhaltend ist, sagte plötzlich laut und klar in die Stille:
"Ich dank dir, Annala."
In dem Moment glaubte ich fest, es müsse mir das Herz zerreißen.
10.12.02
Hat Frank in seinem Zockerforum gefunden.
Ist zwar gute sechs MB groß, lohnt aber mächtig:
Vom Cheaten bekommt man einen kleinen Penis ;o)
9.12.02
Somit werde ich morgen nachmittag gleich nach der Arbeit losfahren, damit ich nicht am Mittwoch (dem Tag der Beerdigung) zweimal die 450 km Fahrt habe.
Bahn ist für mich als Nicht-mehr-Bahncard-Besitzerin mit rund 250 Euronen nahezu unerschwinglich, und der kleine Hugo braucht sowieso mal wieder Auslauf.
Drückt mir die Daumen, daß das Wetter trocken bleibt, ja?
Aber eines vorweg:
Es tut mir aufrichtig leid, daß ich nur ungefähre Mengenangaben liefern kann - besonders, weil ich mich schon oft darüber geärgert habe, daß meine Mutter meine Rezeptanfragen ähnlich unbefriedigend beantwortet ("Do nimmst halt aweng... no, halt in etwa... ach, des siehst dann scho!" - Nüscht seh ich, doof bin ich, scheitern tu ich! *grummel!*).
Aber vielleicht klappt es ja...
Schoko-Crossies a la Towanda
für je zwei große Vorlegeteller voll
(Reinerlös nach Abzug von Probierbonus und Bruch)
300-400 Gramm Cornflakes (die stinknormalen ohne Honig und den Kram; falls die Flocken zu groß sind, einfach schamlos zerkrümeln)
300-400 Gramm Smacks (wißt ihr, welche ich meine?!)
5-6 gehäufte Eßlöffel Kokosflocken
mischen. Vorsicht, die Kokosflocken bleiben immer unten sitzen - aber darauf komm ich später noch zurück.
600 Gramm weiße Kuvertüre und
600 Gramm Vollmilchkuvertüre
im Wasserbad vorsichtig und mit Bedacht schmelzen - in GETRENNTEN Wasserbädern bitteschön! *g*.
Bloß nicht zu heiß werden lassen und auch kein Wasser in die Kuvertüre tropfen lassen und dann umrühren nach dem Motto "Merkt ja keiner!" - das Zeug klumpt und ist ein Fall für den Biomüll (hiermit verweise ich mit sorgenvollem Blick auf die Testreihe im Jahr 2001).
Die gelöste Kuvertüre der einen Sorte bis auf 3-4 Eßlöffel in ein Gefäß geben, das viel Spielraum beim Rühren erlaubt und die Cornflakes-Smacks-Kokosmischung zugeben.
Anmerkung 1: Den Teufel werd ich tun und hier dieses absolute Unwort "Cerealien" verwenden.
Anmerkung 2: Ihr erinnert euch, daß ich vorhin erwähnte, die Kokosflocken würden sich immer unten im Becher absetzen? Gut. Dann nutzt dieses Wissen auch entsprechend ;o).
Anmerkung 3: Erfahrungswerte beweisen: Egal, wie groß einem die Menge von über einem Pfund gelöster Schokolade erscheinen mag - seid vorsichtig mit der Zugabe der Feststoffe, denn es benötigt meist weniger, als ihr denkt.
Umrühren und evtl. noch Zeugs zugeben, bis der Inhalt eueres Rührgefäßes ungefähr so aussieht wie Schokocrossies in the sunshine.
Dann schnappt euch einen möglichst großen Tisch und deckt ihn mich Back- oder Butterbrotpapier ab.
Darauf setzt ihr dann kleine Schoko-Cornflakes-Smacks-Kokos-Pampehäufchen.
Wenn ihr noch Platz habt, tut ihr das mit dem restlichen Knusperzeugs und der andersfarbigen Kuvertüre ebenso.
Wenn nicht, arbeitet in zwei Schichten.
Anschließend den Kram trocknen lassen - noch nicht wegräumen! Denn da ist ja auch noch die übriggebliebene Kuvertüre.
Die füllt ihr (je nach Art der vor euch liegenden Schokocrossies gerade gegenfarbig) in einen Gefrierbeutel, möglichst nahe an einer unteren Ecke. Dann schneidet ihr den Gefrierbeutel unten ein miniwinzigkleines bißchen mit der Schere an, so daß ihr eine wunderbare Einwegtülle voller Kuvertüre habt.
Und dann legt los: Quer drüber damit ohne Hemmungen. Streifen, Kringel, unsittliche Gebilde, wie ihr wollt.
Trocknen lassen und fertig.
Anschließend den Kram wegräumen, sich am fertigen Backwerk erfreuen und erst mal nen Glühwein!
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8.12.02
Habt ihr eben diesen Ruf gegen 18 Uhr gehört? Das war dann wohl ich...
So siehts nämlich aus:

Am einfachsten waren die Schokocrossies. Bei denen muß man nämlich nur darauf achten, daß man während der Zubereitung die noch im Ofen wartenden Vanillekipferln nicht vergißt ;o)
