27.7.02
Nun ist im oberen Abschnitt im Gegensatz zur Überschrift weder von Schokolade noch von Amazonfrust die Rede (ganz im Gegenteil), weshalb ich so langsam mal auf das eigentliche Thema kommen sollte ...
Heute abend wollen wir MIB II im Kino sehen, und da wäre es ja ganz nett, sich am Abend davor den ersten Teil reinzuziehen, dachten wir.
Ging aber nicht, weil sich die DVD krampfhaft dem Abgespieltwerden verweigerte *grmpf*.
Amazon vermutet Materialfehler und wird sie anstandslos zurücknehmen und Ersatz schicken, was aber dennoch nichts an dem mißlungenen DVD-Abend gestern änderte. Brav vom Wohnzimmer zurück ins Arbeitszimmer getrottet, bißchen gesurft, bißchen gemailt, bißchen gezockt ... bis neben mir eine fragende Stimme sagte:
"Duhu ...? Haben wir irgendwo noch was Schönes ...?" ("Was Schönes" ist Franks Ausdruck für was zum Naschen *ggg*).
"Nee ..."
"Schade ..." [seufzt tief und wendet sich wieder seinem Spiel zu]
Was Frank aber nicht wußte:
Ich hatte einige Tafeln Schokolade gekauft, was ich aufgrund unser beider "Umfänglichkeit" höchst selten tue und wofür ich normal auch immer Schelte von ihm beziehe ("Du kaufst das Zeug, ich eß es, und dann haben wir die Bescherung!"). Zum DVD-Gucken hätte ich sie aber vorgeholt, denn das ist was Besonderes; Das Naschen nebenher am Rechner haben wir uns inzwischen (fast) abgewöhnt.
Ich habe Frank also schamlos angelogen, als er nach "was Schönem" fragte.
Und das wurmte mich.
So sehr, daß ich es ihm nachts vor dem Einschlafen noch gebeichtet habe.
Und nun schiebt er einen Riesenfrust auf Amazon, weil es wegen Amazon weder DVD noch Schokolade gab.
Zwar geht mir die Gartenarbeit inzwischen flüssiger von der Hand als bei meinen allerersten Anfängen in diesem Jahr, aber ein Quell der Freude und Glückseligkeit ist das nach wie vor nicht. Egal, jetzt sind wir erstmal durch für heute, nächste Woche wird der Rest des Beetes noch mit Rindenmulch zugeschüttet, und dann hat es sich da auch erledigt mit Unkraut ziehen.
Hecken schneiden und den Löwenzahn zwischen den Ritzen der Steinplatten zu puhlen ist ja auch schon eine nachmittagfüllende Tätigkeit.
Ein Stückchen weitergekommen bin ich mit meinen neuen "Flausen" auch schon, aber noch nicht ganz fertig, und drum wird noch nix verraten.
Und jetzt stehen die Zeichen eher auf Sofa und Hobbit-Lesen als auf "Flausenrealisierung"
;o)
Ein überaus prickelndes Wochenende euch allen!
26.7.02
25.7.02
*Proll-modus off*
WDR bringt gerade eine Reportage über die Mannesmann-Vodafone-Fusion und diverse Ungereimtheiten in diesem Zusammenhang, während auf VOX Spiegel TV von Schwarzarbeit und ihrer Bekämpfung durch Sozialfahnder berichtet.
Schwierig, das ...
Was gucken wir denn nun, die mit wenig oder die mit voll viel Geld?
Frank hat sich für die mit ganz viel Kohle entschieden ...
Ich geh besser den Hobbit lesen, dieses Geschachere mit so hohen Summen macht mir immer ganz össelich im Kopf.
Und nun steht der Kaffee neben mir und der Tag liegt vor mir und ich ...
Tja, wohin des Wegs, Gevatterin Towanda?
Bewerbungen sind rausgeschickt, Bügelwäsche ist erledigt, Mailberg ist fast abgearbeitet, Einkaufen muß ich nicht, die Online-Dipl. ist ja auch schon fertig.
Diverser haushaltstechnischer Kleinkram müßte gemacht werden, aber wichtiger und dringender wäre Fensterputzen und Gartenarbeit. Dazu müßte sich aber erst mal das Wetter entscheiden: Vorhin noch teils blauer Himmel, inzwischen graue Wolken, und wer weiß, was das in einer Stunde wird.
Zum Wochenende hin soll es ja wieder so knallig werden, daß ich in meinem kreislaufbeduselten Hirn eh nix mehr auf die Reihe bekomme ...
Erst Garten, und Fensterputzen dann danach, weil es nach dem Fensterputzen sowieso regnet?
Ach, was weiß ich ... niveauhebend für mein Blog sind Einträge wie dieser jedenfalls nicht.
Verdammt - arbeitslos zu sein ist nicht witzig ...
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23.7.02
Scheißegal, Hauptsache launchen.
Damit besteht nach einem Tag voll Bewerbungskram, Beerdigung organisieren und Seitenbauen für morgen heute eine reelle Chance, daß ich meinen "Schreib-endlich-Was!"-Mailordner mal wieder auf sozialverträgliche Größe herunterbeantworte.
Gute Nacht.
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22.7.02
Manchmal gibt es Tage, an denen man sich wundert, wie so viele Ereignisse auf einmal Platz in einem Tag finden können, nachdem tagelang nahezu gar nichts passiert war. Gut, was ich jetzt meine, verteilt sich auf zwei Tage, aber es reicht dennoch.
Die Fete am Samstag war ziemlich gut, wobei ich allerdings die ganze Zeit gearbeitet habe: Eintritt von 20-24 Uhr, dann zwei Stunden Wertmarken, und bis zum (offiziellen) Schluß gegen drei/ halb vier Getränke. Dann noch Aufräumen bis um sechs Uhr morgens und dann ...
Tja, eigentlich ab ins Bett, aber es erschien mir seltsam, bei vollem Tageslicht und Vogelgezwitscher ins Bett zu steigen (manchmal hab ich so kleingeistige Anwandlungen ...), und drum hab ich's gelassen. Daß ich dennoch über den Vormittag und Nachmittag verteilt etwa sechs Stunden am Sofa geratzt habe und mehrmals den Faden beim Kleinen Hobbit verloren hab, war ja sowieso klar.
Zusätzlich zu jeder Menge Arbeit bot die Fete außerdem noch die allgegenwärtigen Freibierfressen (je später, desto mehr), die üblichen dummen Anmachen ("Hat dir schon mal jemand gesagt, daß du eine wunderbare Frau bist?" - "Ja. Mein Freund. Täglich." Zu mir sagte der Kerl danach den ganzen Abend keinen dummen Spruch mehr ... ;o)) und für mich den bisher ungewohnten Anblick, wie drei Security-Leute einen Stänkerer und Randalierer bis zum Auftauchen der Polizei fest- und von größeren Dummheiten abhielten (Kompliment - war ne saubere Arbeit von den Jungs! Allerdings hat die Initiatorin der Fete nun nach dem ganzen Stress und Ärger noch einen Gerichtstermin anner Backe *seufz*).
Das Bündel Haut und Knochen, in das er sich innerhalb weniger Tage verwandelt hatte, lag mit aufgerissenen Augen auf dem Bett und atmete mühsam und schnell durch den offenen Mund. Auf Zusprache reagierte er nicht, und ich weiß nicht, ob er uns überhaupt wahrgenommen hat. Natürlich traute ich es mich nicht zu sagen, doch ich wünschte ihm, daß ihn das Leben, das ihm mittlerweile so schwer fiel, endlich losließ.
Das war um kurz vor acht Uhr abends, und als Frank gegen neun wieder zurück auf die Fete kam, nachdem er noch ein paar Sachen zu seinen Eltern gebracht hatte, nickte er mir nur zu und meinte, es wäre jetzt so weit.
Ich weiß nicht ganz, was ich dazu sagen soll, denn der Tod war in diesem Fall nicht grausam, sondern gnädig:
Mit 93 bis auf die letzten beiden Monate fast ohne Hilfe laufen und selbständig essen zu können, nahezu schmerzfrei zu sein, bis auf ein paar Eintrübungen und Vergeßlichkeiten die Umwelt noch mitzubekommen und auf sie reagieren zu können ... und dann die relativ kurze Leidenszeit mit absoluter Bettlägrigkeit von wenigen Tagen, das erscheint mir als Gnade.
Mir kommt es so vor, als seien der Körper und der Geist einfach des Lebens und des Funktionierens müde geworden und haben sich entschlossen zu gehen.
Und eigentlich ist es gut, daß sie diesen Entschluß so schnell umsetzen konnten.
