4.5.02
Im Nachhinein die richtige Entscheidung, wenn ich mir das angucke:
Völlig unpassend rauscht mir die James-Bond-Melodie von "Live and let die" durch den Kopf, was ich geflissentlich ignoriere, denn so schlecht das Titelbild auch ist - Einsicht in die Story dazu ist vorab für 85 Eurocent zu kaufen.
Towanda: "Boah, das ist Titelbild ist schon sowas von boulevardblattmäßig! Und dann: 'Wie Robert Steinhäuser zum Amokläufer wurde - Warum Mörder Masken tragen - Interview mit dem Psychiater Lothar Adler über das Seelenleben der Amokläufer' ... der Bericht ist doch das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde!"
Frank: "Drum sollst ihn ja auch zum Auf-dem-Bildschirm-Lesen kaufen."
Aua ...
Ne, so nicht.


mein Blog vollzutippern (erstmal hab ich Platz geschafft und nur die letzten beiden Tage auf der Hauptseite anzeigen lassen - "show last 3 days' posts" ist keine Einstellung für Langtexttippers wie mich!), und weil Frank noch auf der Piste ist (die sind um Mitternacht losgezogen, das ist nicht mehr wirklich meine Weggehzeit - außerdem schadet ihm ein Männerabend auch mal nix!), kann ich auch das Best-of von der Woche daheim nachliefern (das wäre wieder ein kleiner Zettel, der von meinem Arbeitsplatz verschwindet *g*).
[ Und wenn ich damit fertig bin, werde ich üben, Sätze zu schreiben, die nicht auf einen in Klammern gestellten Nachsatz enden :o/ ]
::1::
Ich hab nen kleinen Cousin, der erstens so klein gar nicht mehr ist, weil er letzten Monat Konfirmation hatte und der zweitens exacthaargenau wie Harry Potter in blond aussieht - ehrlich!
Dieser Cousin hatte von mir eine Karte zur Konfirmation bekommen, was laut seiner Mutter ablief wie folgt:
"Ui, Mama, schau: Die Towanda hat auch ne Karte geschrieben!"
"Wer?!"
"Na, die Towanda!"
"Zeig!"
"Ach, die Nadine ... "
"Sag ich doch!"
Uiuiui ... hab erstmal geschluckt, aber dann laut gelacht.
Die Towanda also ...
Grüße an Euch beide, wenn ihr mitlest!
::2::
Wir hatten am Freitag eine Frau im Laden, deren Aufgabe es war, Reinigungsgeräte vorzuführen. Mal abgesehen von meinem Frust, daß die Dame die ganze Zeit dampfbügelte zwecks Vorführung und meine Bügelwäsche in Lummerland lag, war das sehr gut gemacht. Dann war von der Firma noch ein Abgesandter da, der der Dame beim Auf- und Abbauen half und Ansprechpartner für Kunden war. Gebracht wurde die Vorführfrau von ihrem Mann.
So weit, so gut.
Doch dieser Mann stand plötzlich im Laden und machte ihr eine Riesen-Szene: Er lasse sich das nicht bieten, immerzu stünde sie mit diesem Kerl da rum; Man möge doch jemand anders für dumm verkaufen, aber er sehe doch genau, was da liefe ...
Mama hat den Mann (also den von der Firma, nicht den von der Frau, der ging dann nach einiger Zeit wieder) erstmal ins andere Eck vom Laden zum Promi-Empfang bugsiert, und der andere Mann beruhigte sich wieder halbwegs.
Der Firmen-Mann wurde von uns aber in regelmäßigen Abständen mit einem grinsenden "Na, so einer sind Sie also ... na da schau an! Denkt man erst gar nicht so ..." bedacht, was er bestürzt mit "Nun hören Sie doch auf! Mir ist das peinlich!" von sich wies ... ;o)
Leut gibt´s ...
::3::
Mein absolutes Lieblings-Highlight war aber die Geschichte, die mir der Mann am Bierausschank erzählt hatte. Der schenkt jedes Jahr zum ortsansässigen Wiesenfest mit aus. Dazu muß man wissen: Am Wiesenfest wird jedes Bier (normal, alkfrei, Radler) bis auf Weizenbier nur in Maßkrügen serviert - entweder man schafft die Menge, oder man läßt es.
Zu ihm kam während des Festes jemand (Mann im besten Alter, ohne körperliche Leiden) mit folgender Bestellung:
"Ich hätt gern eine halbe Maß, alkoholfreies Bier, gemischt mit Limo und bitte ein wenig angewärmt - könnt ihr das machen?"
Seine Antwort war:
"Nee, des mach mer nedd. Wenn du krank bist, dann gehst rüber zu den Sanitätern, die kochen dir dann nen Tee."
*wechschmeiß*
...oder genauer gesagt, waren es heute abend fünf Helden.
Weil nämlich, heute abend haben wir ernst gemacht mit den neuen Regeln beim Schwarzen Auge. Und da sich für ein Rollenspiel-Blog ja recht wenig hier interessierten, versuch ich es mal, auch für Nicht-Rollenspieler zu erklären, was wir heute abend getrieben haben - und vielleicht auch etwas Appetit zu machen?!
Das System, nach dem wir sonst immer spielen, wurde vom Anbieter in den letzten Monaten ein bißchen modifiziert, und um diese Regel- und Verfahrensänderungen ordentlich spielen zu können, mußten wir auch neue Helden erschaffen, da es ein paar andere Eigenschaftswerte und diverse Änderungen an den Charakterwerten für die gespielten Personen gibt:
Vorher war es so, daß die Helden Basiswerte wie Mut, Geschicklichkeit, Klugheit usw. erwürfeln und den jeweiligen Eigenschaftswerten zuweisen konnten, die halbwegs zu ihrer Person passen (ein Magier mit Körperkraft 15 und Charisma 7 sollte dann doch besser auf Söldner umschulen *g*).
Die Talentwerte aus verschiedenen Gruppen wie Kampffähigkeit, Handwerk, Wissenstalente usw. wurden dann auch mit Würfelglück ermittelt.
Jetzt kann man aber eine feste Anzahl Punkte wild auf sämtliche Werte verteilen (so grob erklärt, einige Regeln sind natürlich auch noch dabei, aber das würde hier zu weit führen) und so seinen Helden erschaffen.
Ich habe mich zum ersten Mal in meiner DSA-Laufbahn für "was Magisches" entschieden, nachdem ich zuvor nur Kriegerinnen und Söldner geführt hatte - der Einfacherheit halber, denn die Zaubersprüche und das ganze Gesumse war mir zu kompliziert, dann lieber druffknüppeln ;o)
Boah, das war ne schwere Geburt!
Denn Mindestanforderungen an Charisma, Klugheit und Mut brauchte es schon, um Magierin zu werden - schwupps, schon 26 meiner 110 Punkte für drei von acht Eigenschaftswerten wech; Zusätzlich kostete die Ausbildung an einer Akademie 20 Punkte - bleiben noch 64.
Nun sollte die Magierin aber von einer Kampfmagier-Akademie kommen, die mindestens je 11 Körperkraft und Konstitution von ihren Schülern fordert - bleiben 44 Punkte. Extrem wichtig für Magier ist aber auch der Eigenschaftsvorteil der astralen Regeneration (um in Ruhephasen schneller Zauberkraft nachtanken zu können) und das "gute Gedächtnis" (Bonus auf Klugheitsproben und mehr Talent beim Erlernen von Sprachen und Zaubern) - das kostet 22 Punkte, somit bleiben 22 Punkte für die letzten drei Eigenschaften "Gewandtheit", "Fingerfertigkeit" und "Konstitution".
Das reicht definitiv nicht, denn ein Gewandtheitswert von etwa 6 genügt grademalso zum Geradeauslaufen, während man bei einer Konstitution von 5 bereits umfällt, wenn ein Oger einen nur anhaucht.
Nun gibt es aber die Möglichkeit, mehr Punkte zum Verteilen zu bekommen, indem man sich schlechte Eigenschaften zuschreibt. In der Auswahl der schlechten Eigenschaften ist so ziemlich alles vertreten, was Rang und Namen hat: Abstoßendes Aussehen, Lahmheit, Habgier, Eitelkeit, Höhenangst und wasweißichnochalles.
Nachdem ich also meiner Heldin noch jeweils mittelschwere Vorurteile gegenüber Orks und Angst vor Spinnen und Reptilien in mittlerem Grad eingesetzt hatte, konnte ich auch für die fehlenden drei Eigenschaftswerte noch halbwegs manierliche Parameter vergeben ... ;o)
Genau diese Regelung, daß man mit der Zuweisung von nachteiligen Eigenschaften bis zu 50 Punkte mehr vergeben kann, führte in der Heldenerschaffung zu seltsamen Konstrukten: "Mein Zwerg ist goldgierig, abergläubisch, unansehnlich, nachtblind und einäugig - aber wenn er dich dann mal gesehen hat, dann kloppt er drauf wie nix!" ;o)
Wir waren wirklich den ganzen Abend dabei, unsere Helden zu erschaffen und sind noch nicht ganz fertiggeworden. Mit der Magierin wird es sowieso haarig, da die Regelbox für Magier erst im Herbst rauskommt, da müssen wir wohl einen Mix aus neuer und alter Spielweise bauen. Aber spannend wird es in jedem Fall, und ich freu mich unbändig, mit der neuen Truppe loszuziehen und das Übel in Aventurien zu bekämpfen!
Ach ja, und so ganz nebenbei:
Weiß jemand einen schönen Namen für eine mittelländische Magierin? Meine Kriegerinnen hießen bisher Jandriga und (war eh klar) Towanda ...
P.S.:
Hab gerade versucht, ein Heldenbildchen zu finden, mit dem ich euch meine Rolle etwas besser verdeutlichen kann (und nicht zuletzt, um die Namensfindung zu erleichtern) ... aber eine mollige, elegante, kampfesgewandte Magierin mit roten Haaren war nirgendwo zu finden ... ;o)
2.5.02
[Mist, kein Best-of-Heimreise und schon wieder so viel Text ... Mädchen, wer soll das ganze Zeugs denn lesen?!
Aber irgendwo muß der Frust ja hin, und nachdem ich lange genug durch die Bude gebrüllt und immer noch genug Dampf über habe, kommt das jetzt ins Blog - sorry, ihr armen Leser!]
Doof bin ich ja nicht, und eigentlich hab ich ja ein klein wenig Ahnung, was Rechner Aufsetzen im Allgemeinen angeht (der durchschnittliche Windowsnutzer ist darin ja generell geübt).
Aber an dieser Aufgabe, gepaart mit einer netten Mischung aus eigener Dusseligkeit, partiellem Unwissen und unklärlichen Vorgängen sitze ich nun - mit diversen Unterbrechungen von Feiertagsbesuchen - seit geschlagenen zwei Tagen und frage mich, wie die Leute das aushalten, die das beruflich machen:
Aufgabe:
1. Sichern Sie alle benutzerrelevanten Daten und Programme von einem WIN98-Rechner.
2. Installieren Sie den Rechner neu.
Gewünscht werden:
- eine Linuxpartition für eine noch zu erwerbende SuSe-Linux-Version 7.x
- WIN2000 mit je einer System- und Datenpartition.
Klingt einfach, oder?
Die Sache mit dem Backup war auch relativ einfach, denn das bin ich gewohnt: Als ständig festplatteneinbauende und betriebssystem-updatende Nutzerin bin ich inzwischen zu einer der größten Sicherheitsfanatikerinnen vor dem Herrn mutiert, und halbjährliche Backups sind die Regel. Ich glaube, ich würde eher noch ohne Gummi fremdvögeln als eine Festplatte ohne Backup zu formatieren - also, wenn es mich denn nach Fremdvögeln gelüsten würde und ich nicht sowieso schon den besten Mann wo gibt an meiner Seite hätte ...
(oh weia, das gibt wieder Kommentare und Search-Requests - aber ihr wißt, was ich meine, oder?! *fragend gugg*)
Backup war also in einer Stunde erledigt. Drei CDROMs (Graphik, Daten und MP3) harrten somit ihrer neuen Bestimmung.
Also auf und Platten plattgemacht, denn schlimmer als WIN98 kanns nicht werden.
Doch die ersten Schwierigkeiten machte da schon das Partitionieren: Linux will ja eine Boot-, eine Swap- und eine Root-Partition.
Hab ich gemacht.
Dann die Windows-Partit ... au Backe, es gehen ja nur vier primäre Partitionen, ich will aber 3LIN+2WIN=5 ...
Also erweiterte Partitionen anlegen (nienienie würde ich zugeben, daß ich erst Linux installiert und DANN versucht habe, dem Teil unter Windows noch eine fünfte Partition abzuringen, nein!).
Guuuuut ... eine erweiterte und somit ausbaufähige Partition für Linux angelegt und flugs WIN2000 auf der anderen Baustelle installiert - geht. Linux drauf und ... WIN geht nicht mehr, weil WIN zuvor so nett war, einige seiner wichtigen Dateien auf der Linuxpartition abzulegen - und die waren mit der Linuxinstallation natürlich wech.
Fein ...
Also alles wieder auf Null und dann Linux vor Windows installiert. WIN interessierte sich danach Nullinger mehr für die Linux-Partition und fuhr auch ordentlich hoch, nachdem ich so nett war und ihm die Systempartition als aktive Partition gesetzt habe - zuvor kommt nämlich die wenig aufschlussreiche Fehlermeldung
"NTLDR fehlt".
Er sagt nicht, wo die fehlt, was das ist und wo ich die finden könnte, sondern einfach nur "NTLDR fehlt".
Eine Fehlermeldung von entwaffnender Schlichtheit *ersten Schreikrampf krieg*.
Doch am Abend lag dann ein zuverlässig bootendes und jungfräuliches WIN2000 vor mir, das diverser Programme und Konfigurationen harrte, auf daß der große Rechner wieder mein Lieblingsrechner werden würde.
Mittwoch Morgen Mittag frisch ans Werk.
Der Bootmanager von Linux spinnt zwar immer noch, aber das ist egal, da das Suse6.4 sowieso nur zu Testzwecken drauf ist - vielleicht richtet das das große Linux noch, wenigstens stimmen die Partitionen und somit der Rohbau für Linux.
Nach der Installation diverser Treiberlis läuft auch die Peripherie unter WIN so, wie sie soll.
WIN2000 will Software, WIN2000 kriegt Software, und zwar immer locker auf die D, denn die hat 25 Gig ... öhm - ne, die hat 2 Gig laut Anzeige ... aber alle anderen Partitionen haben auch 2 Gig - wo zum Teufel ist meine 40Gig-Festplatte hin?!?!
Nach einer weiteren Stunde Forschen und Suchen ist auch dieses Rätsel gelöst: Wer einer riesiggroßen Partition nur FAT statt FAT32 zugesteht, muß sich nicht über Kapazitätsschwund wundern. Also die fünf bereits installierten Programme wieder runter und die D-Partition neu formatiert. Diesmal mit FAT32, und schwupps, wie von Zauberhand sind die Gigos wieder da!
Zeit, den Süßen fürs Internet fertigzumachen.
Opera ist schon da, fehlt nur noch ein Mailprogramm. Da muß mein Lieblings-Eudora ran, welches sich auch ganz nett installiert, aber dann nur vermanschte Buttons anzeigt. Das empfand ich als eher suboptimal - also runter das Zeugs und die alte Version vom Laptop geklaut. Rechner hängt sich auf und schmeißt beim Neustart ein üppiges Fehlerprotokoll um sich.
Fein ...
Dieses Spielchen mit Neuinstallieren, Deinstallieren und Entfernen von Dateien, die angeblich gerade in Gebrauch waren, wiederholte ich mehrmals mit der Sturheit eines Pawlowschen Hundes bzw. der eines erfahrenen Windows-Nutzers, immer mit Neustart zwischendrin.
Auch so bringt man erstens eine Stunde rum und zweitens Eudora danach mit 100%-iger Sicherheit zum Absturz.
Und nun?
Eudora brauch ich, und ich weiß definitiv, daß es auf WIN2000 funktioniert. Nur hab ich durch das viele Installieren und Deinstallieren wohl fürchterbar in diversen Systemdateien rumgeschrieben, und die ein oder andere fehlerhafte Installation hat sicher auch ihre Spuren auf dem System hinterlassen.
In dem ganzen Systemzeugs pfusch ich nicht rum, das tut nicht gut.
Der einzige Weg ist ein neues System.
Frank plädiert erstmal für Drüberinstallieren, und so stehe ich am Abend des 1. Mai wieder ungeduldig mit meinen vier Bootdisketten in der Hand am Rechner.
Wieso braucht WIN2000 eigentlich vier Disketten und dann erst eine CD?
Inzwischen weiß ich es: Durch die hohe Fehleranfälligkeit bei Disketten steigt die Wahrscheinlichkeit, daß eine Diskette kaputt ist und liefert dem User so viel mehr Unterhaltungsmöglichkeit. Bei mir war es Diskette 3 von 4, die am Vorabend noch 1A funktionierte und durch spontane Inkontinenz über Nacht eine Datei verloren hatte.
Fehlermeldung in diesem Fall:
Datei blabla.bla fehlt. Fehlercode 7. Drücken Sie Eingabe, um neu zu starten.
Wie bitte? Fehlercode 7? Eingabe für Neustart?
Keine weitere Nachfrage, ob ich die Datei vielleicht noch irgendwo aus dem Hut zaubern könnte? Einfach so Neustart? Daß ich seit zehn Minuten wild mit Disketten jongliere, soll nun fürn Arsch sein???
Na danke aber auch!!!
Zum Glück konnte Frank die vier Disketten komplett und fehlerfrei von seinem System aus wieder herstellen, ich mein Windows-System wieder plattmachen und WIN2000 nochmal neu installieren - wieder drei Stunden wech mit Diskettenbau, Formatieren und Installieren.
Aber soeben habe auf einem nahezu frisch installierten unkonfiguriertem Rechner (die Auflösung von Monitor und die Hertzfrequenz mußte ich hochsetzen, sonst werd ich noch blind) Eudora installiert, die Mailboxen importiert und es läuft.
Was noch erschreckender ist:
Alle zuvor installierten Programme sind auch wieder da, nur der Eintrag dafür im Startmenü fehlt noch.
Wie kann das sein? Schließlich habe ich alles geplättet, und die Einträge der Startdisketten kamen vom großen Rechner ...
Ich meine, schön, daß es wieder da ist, und ich werd nen Teufel tun und drüber jammern.
ABER WO KOMMT DAS WECH?!
Ich bin entsetzt und gehe in mich bzw. schlafen ...
P.S.: Das war das erste und letzte Mal, daß ich von einem eigenen Rechner ohne Firewall und Virenprog online gegangen bin - Test hin oder her, aber als Sicherheitsfanatikerin flattert mir das Herz.
Erste Aktion nach Kaffeeaufsetzen wird heute früh die Installation von Norton.
30.4.02
Hmm ... da hatte ich zwar heute Zeit, die Eindrücke ein wenig zu sortieren, aber ich bin mir noch immer unschlüssig, wie ich das nun am besten präsentiere. Photos hab ich keine - ich hatte keine Zeit zu knipsen :o(
Aber ich gönne euch mal eine chronologische Reihenfolge mit einem kleinen best-of am Ende, das ich am Dienstag nachliefern werde - wird mächtig viel Text, also anschnallen und durch ;o).
[Eigentlich wende ich am Tag so eine halbe bis eine dreiviertele Stunde zum Bloggen auf - an dem Text jetzt hab ich zwei Stunden getippt, also ist es noch recht wenig für sechs Tage *g*]
Dienstag:
Den morgendlichen Berufsverkehr abgewartet, noch ein ebay-Paket versendet und um 10 Uhr bei herrlichem Wetter ab ins Auto. Fahrt war klasse, hatte nur eine einzige Vollbremsung bei Tempo 160 (manche werden wohl nie die Funktionsweise eines Rück- und Seitenspiegels begreifen ...).
Nach 450 km und 4 Stunden Fahrt daheim gelandet und zum ersten Mal Papas neuen Laden in Natura gesehen. Zwar ist eigentlich nur der Hof nebst Parkplätzen und ein Anbau neu, der etwa ein Viertel der Verkaufsfläche ausmacht, aber da der Fußboden vom alten Laden gleich mit saniert wurde werden mußte, war ich wirklich geblendet und erstaunt, wie sie während des gesamten Umbaus den Verkauf wie üblich von 7 - 18 Uhr weiterlaufen lassen konnten.
Erster Job für mich war die Grundversorgung der Familienmitglieder: Mama hatte von mir Chili bestellt ("Au ja, su a schorfa ruuda Sooß!"), und ich brutzelte erstmal.
Spaßige Aktionen hielt dann der Laden für mich bereit: Hochzeitstische mußten umgebaut und neu zusammengestellt werden (ihr kennt die Sache vielleicht: Das Paar sucht sich die Sachen aus, die es noch braucht und schickt dann alle Schenkwilligen zu dem Laden, in dem dieser Tisch steht).
Aufgabe: Arrangieren Sie übersichtlich und formschön auf einem ovalen Tisch von etwa 2m² Fläche eine Friteuse, einen Einkochtopf, eine Heckenschere, zwei Wäschewannen, ein fünfteiliges Kochtopfset, einen Wok, drei mittelgroße Vasen, diverse Schalen und Rührschüsseln, einen Bohrhammer und diverses Kleingedöns.
UFFZ!
Vom Samstag abgesehen, war dies der kürzeste Tag im Laden, wir machten gegen 21 Uhr Schluß.
Erster Check mit Laptop an der Telephonleitung: Will nicht wählen. Ist erstmal egal, schließlich war ich vormittag erst noch online, Geldeingänge für etwaige Ebay-Versandaktionen waren sowieso noch nicht zu erwarten und erstmal war der Laptop eh für eine Bilderzeig-Aktion verplant (Haus, Hof, Herford und uneheliche Verwandtschaft - schließlich waren meine Eltern noch nie hier).
Mit Eltern noch bis 1 Uhr geschwatzt, dann ab ins Bett - Füße tun weh.
Mittwoch:
Weitere Räumaktionen zwischen Hochzeitstischen und Küchenabteilung, Regalbau (dabei diesen Akkuschrauber getestet - wow, ist der süß! Aber schraubt wie der Teufel, da staune selbst ich als gelernte Schreinerin!). So langsam die EDV für den Etikettendrucker durchschaut (es gibt Regal-, Hänger- und Produktetiketten, letztere jeweils mit und ohne Preis ... ich war stolz, wenn ich dem Teil das entlockt hab, was ich haben wollte *g*), ellenlange EAN-Nummern notiert und zigtausend Treppen gestiegen.
Um halb neun Feierabend gemacht und auf ein Bierchen verschwunden - die hohen Schuhe hatten früher besser gepaßt, und mein Gang war auch schon mal eleganter.
Kurz nach 22 Uhr zurückgekommen und mit Entsetzen festgestellt, daß die Eltern noch am Werkeln sind.
Hoppla ...
Donnerstag:
Große Preisschilder für Sonderaktionen durch den Drucker geschmissen, Platz geschaffen für eine Produktvorführung am Freitag, Partyzelte für die Eröffnungsfeier am Freitag und Samstag abgeholt und mit den starken Männern aufgebaut und diese mit Bier versorgt.
Mittagessen war wieder mein Job (Kartoffeln und Spiegelei müssen reichen, Mittagspause ist sowieso nur im Vorbeigehen). Für den Einrichter vom Großverband übersetzt (Mama hat das Talent, Fragen im reinsten Fränkisch im Vorbeigehen zu äußern - das hinterläßt viele große Fragezeichen auf Bottroper Häuptern *fg*), Kaffeegeschirr und Papiertischdecken abgeholt und eine Lostrommel für die Tombola gebastelt.
Lieferung kam auch nochmal, also ab an die Kisten und Lieferscheine, Waren in die Regale geworfen und noch die letzten alten bzw. fehlenden Regaletiketten gedruckt und ausgetauscht.
Nix mit Weggehen heute - nach Feierabend um 22 Uhr bin ich geliefert.
Vor dem Einschlafen noch ein kritischer Blick auf die Füße und die feste Überzeugung, daß sie spätestens Freitag abfallen werden.
Freitag:
Es ist soweit: Der erste Tag der Neueröffnung.
Der beginnt nicht weniger turbulent als die Vorbereitungen:
Es fehlen Schilder an Bratwurstbude, Kuchenstand und Ausschank, die auf das Angebot hinweisen (die armen Verkäufer haben sich immer den Mund fusselig reden müssen, und nach zehnmal "Bratwurst - Wiener - Weißwurst mit Brezel - Brezel ohne alles" war es ihnen doch zu dumm *g*) - schnell noch ausdrucken und laminieren.
An Pappteller, Wannen fürs Geschirr und Besteck für die Weißwürste hatte natürlich keiner mehr denken können in der Hektik der Vortage, und so war ich der Springer, während meine Eltern die "Prominenz" (Bürgermeister, Banken, die Leute vom Großverband und andere ortsansässige Ladenbesitzer) mit Sekt, Häppchen und Smalltalk versorgten.
Auch ich habe etwas Sekt abbekommen ("Darf ich vorstellen? Meine Tochter ..." - "Ach, na dann, zum Wohl, Frau (Fräulein?) Peetz - ach, Sie haben ja gar nix zu trinken, na das geht so nicht ..."), was den Weg in den ersten Stock zwecks Geschirrreinigung und -nachschub noch schwerer machte als er mit den angegriffenen Füßen eh schon war.
Wirklich super war jedoch das Team für Ausschank und Verpflegung: Das lief so reibungslos, obwohl niemand dabei war, der beruflich grillt oder zapft - WOW!
Großes Lob, wenn ihr denn hier mitlest ... ;o)
18 Uhr - der Laden ist dicht, meine Eltern haben bestimmt noch zwei bis drei Stunden gewerkelt. Ich hatte auf halb acht meinen Hardwarebeauftragten *zwinker zu Telly* in die Pizza eingeladen, um längst fällige "Supportschulden" in Naturalien abzuzahlen und konnte noch drei andere liebe Menschen für diesen Abend zum Weggehen bewegen - wer weiß, wann man sich wieder sieht, denn 450 km sind doch ne Menge.
Die hohen Schuhe gehen noch schwerer an die Füße als am Mittwoch, und ich verfluche mich dafür, nur die Turnschuhe zum Arbeiten und die hohen zum Weggehen mitgenommen zu haben.
Doch nach dem ersten Bier ist das vergessen.
Es gibt in meiner Stammkneipe in der alten Heimat übrigens ein Bier, welches den wohlklingenden Namen "Wonnesud" trägt. Somit läßt es sich beim Wirt namens Heller mit Gedicht bestellen:
"Lieber Heller, sei so gut,
bring mir einen Wonnesud!"
;o)
Ich olle Doofkappe fand das Sitzen und Trinken und Reden mit den lieben Menschen dort natürlich so super, daß ich bis nach ein Uhr dort war ...
Und obwohl mich nach einer gewissen Menge Bier nicht mehr viel erstaunen kann, war ich doch verwundert, daß zuhause meine Schuhe noch von den Füßen gingen und die Füße noch immer nicht abgefallen waren.
Samstag:
8 Uhr - Der Terror geht weiter ;o)
Diesmal aber ohne Häppchen und Sekt für Promis, sondern "nur" mit normalem Verkauf, Bratwurst-, Bier- und Kuchenstand und einer Produktvorführung.
Um 14 Uhr wäre offizieller Schluß gewesen, die Beine wurden schwer wie Blei und die Knie weich, aber bis 15 Uhr war dann doch noch der Laden auf.
Eigentlich wollte ich ja mit Kuri je nach Wetter entweder spazierengehen oder Kaffeetrinken und ein paar Bilder machen, aber sie hat mich dann um halb vier im Zustand eines nassen Spültuches in der Küche beim Geschirrspülen aufgelesen, und wir haben alles auf abends zum o. g. Heller verschoben.
Ein Platz, an dem ich meine Schuhe ausziehen und die Füße hochlegen konnte, erschien mir wie das Paradies an diesem Tag.
Um halb vier war ich im Paradies, mit dem Telephon bzw. Frank am Ohr und danach mit einem Buch am Bauch.
Um kurz nach vier gingen plötzlich die Lichter aus - Towanda machte trotz spannender Handlung im Buch einfach so die Schotten dicht ...
Als es wieder hell wurde und ich zwecks Uhrzeit zum Händieh linste, war mir klar, daß mein Körper perfekt mit der Bundesliga harmoniert, denn es war exact Viertel nach fünf. Ungeachtet der Bleihufe spurtete ich ein Stockwerk tiefer zu TV und Videotext. Daß die verhassten Bayern gewonnen hatten, war mir in dem Moment egal, denn was sah ich da am Ende der Tabelle?
Vier Punkte Differenz zum ersten Abstiegsplatz, und das am vorletzten Spieltag ... das heißt ja ...
Mir entfuhr ein lautes JAU!!!, was meine besorgte Mutter herbeirief, die gleich fragte, was los sei und ob ich mich irgendwie verletzt hätte ;o)
Unter diesen Umständen konnte ich mich sogleich wieder glücklich und zufrieden aufs Bett werfen, die Füße hochlegen und meine Lektüre zuende bringen - doch es gingen schon wieder die Lichter aus bei Towanda ...
Für diesen Abend war noch geplant, mit den Eltern leckeren fränkischen Spargel zu futtern und um halb neun beim Heller Klassenerhalt, Abschied und baldiges Wiedersehen zu feiern, und so taperte ich gegen kurz vor acht zu meinen Eltern - und stellte mit Erschrecken fest, daß der Spargel beim besten Willen noch nicht so weit war, als daß er fertig zubereitet bis halb neun in meinem Bauch sein könnte. Ich erzählte meinen Eltern von meinem "Lichter-aus"-Erlebnis, und schmunzelnd berichteten sie, daß es ihnen ebenso ergangen sei; Drum wäre der Spargel auch noch nicht so weit wie eigentlich geplant.
Muß wohl so ein Fall von hausübergreifendem, lange andauerndem Sekundenschlaf gewesen sein ;o)
Deutlich vor ein Uhr war ich von einem schönen Kneipenabend wieder daheim - und die Füße immer noch dran ... ich war extrem verwundert.
Sonntag:
Der Rest ist schnell erzählt:
Morgens gepackt, mit der Verwandtschaft ins Nachbarkaff zum Essen gefahren, leckeren Salat mit Lachsfilet vertilgt, und dann ... [haltet mich nicht für verrückt!] wieder eine Stunde heimgelaufen. DIESES Laufen hat wirklich total gut getan, es war nicht dieses Stop-and-Go wie im Laden mit Treppen dazwischen, sondern ein forsches Geradeauslaufen durch tolle, windige Landschaft mit sattem, glücklichem Bauch, das einem die Woche aus dem Kopf pustete.
Verabschiedet, den Hugo geladen, betankt, seinen Reifendruck geprüft und dann ab nach OWL.
Die Rückfahrt war ziemlich bescheiden:
Regen seit Hessen; Dabei gemerkt, daß ich nach der Waschanlage mit Wachsgang vergessen hatte, die Wischblätter zu reinigen (seit meiner Hinfahrt schien immer die Sonne, wenn ich gefahren bin).
Zehn Kilometer nahezu Blindflug auf der rechten Spur. Dann wieder klare Sicht trotz Regen. Unzählige Sonntagsfahrer mit 100 auf der mittleren Spur (ja, Opa kann mal wieder das große Auto ausfahren am Sonntag für ne schicke Landpartie...).
Rechts überholen mach ich nicht, denn wenn der Stur-Mitte-Fahrer nach rechts zieht und mich rammt, bin ich noch Schuld.
Also Abstandhalten versucht, um mittig wieder hochzubeschleunigen vor dem Linksfahren (aber nicht zu sehr langsam werden, sonst ziehen alle vor mir raus und ich krieg links keinen Platz mehr), allen Mut zusammennehmen und mit 140 nach links ziehen, wenn nichts in Sicht.
Mit inzwischen 150 zügig vorbeiziehen und den BMW, der mit 190 angeschossen kommt, einfach ignorieren ...
Sowas kotzt mich an ohne Ende, denn ich überhole mit 50kmh mehr deutlich schneller als der Überholte, und hab trotz dreier Spuren Stress am Arsch, weil Opa mit dem großen Auto partout nicht rechts fahren will, trotz kilometerweise freier Spur rechts (könnte ja plötzlich ein LKW vom Himmel auf die rechte Spur fallen - und wenn das passiert, ist man schon auf der richtigen Spur zum Vorbeiziehen ...).
Egal ... ich war wieder daheim in einer ordentlich geputzten Wohnung nebst fertig installierter neuer Telephonanlage *DICKES LOB AN FRANK UND NORBERT!*!
Und der Rest ist bekannt ... Ich bin wieder hier, und das ist gut so ;o)
Im Nachhinein war es wirklich schön in der alten Heimat, obwohl es so stressig war.
Und wenn ich mir überlege, daß meine Eltern diesen Stress, den ich diese Woche hatte, in nur wenig abgemilderter Form seit Beginn des Umbaus, also mehreren Monaten haben, zusätzlich zu dem finanziellen Wagnis und der ganzen Verantwortung für die Sache ... WAHNSINN!
Dagegen war meine Prüfungslernerei und die Diplomarbeit ein Sonntagsspaziergang.
29.4.02
Da bin ich euch ja noch nen Bericht schuldig, aber irgendwie wurde mir heute die Zeit geklaut: Morgens setzte ich mich voller Tatendrang an den Rechner mit einem grinsenden "Der Tag gehört nur mir"-Gefühl und beschloß, erst mal ein Backup anzusetzen und danach den Rechner neu und frisch mit WIN2000 aufzusetzen. Erst danach fiel mir ein, daß wir ja noch keinen Norton zwecks Viren und Firewall für WIN2000 da haben, denn der kommt erst die Tage von ebay, und einen schutzlos sämtlichen Attacken ausgesetzten Rechner mag ich nicht.
Wäre ja eigentlich ne gute Gelegenheit zum Bloggen gewesen, doch dann kam Norbert auf diverse Kaffees und ein Schwätzchen runter, und plötzlich stand um kurz vor eins Frank in der Tür, mit einer Nase wie Rennschwein Rudi Rüssel und Augen auf Halbmast - klarer Fall von Rüsselpest :o(
Und jetzt, um 22 Uhr, liefert mit netterweise Blogger wieder eine Ausrede, als hätt ich sie bestellt, weil die Seite von Blogger nicht aufrufbar ist ... tut mir aber nix, da wird eben im Editor auf Halde getippt ;o)
28.4.02
Nur eine kurze Rückmeldung heut - bin wieder in HF!
Ich hoffe, ihr lest mich trotz der Auszeit noch ;o)
Bloggen von daheim aus war unschaffbar: Es gab massig zu tun, 12-14-Stunden-Tage waren die Regel, und die Abende (oder das, was davon noch übrig war um 22 oder 23 Uhr) habe ich mit Füßekurieren, Vorbesprechen für den nächsten Arbeitstag und Schlafen verbracht.
War anstrengend, aber nun ists überstanden und die Neueröffnung ist prächtig gelungen.
Jetzt werde ich mich nach vier Stunden Fahrt erstmal wieder auf den aktuellsten Stand bei euch lesen, mich wieder akklimatisieren hier und Frank feste knuddeln, wenn er aus Oberhausen zurück ist - und die Wäsche angreifen, sonst muß Frank morgen nackig zur Arbeit ;o)
Morgen gibts eine Zusammenfassung der Woche - ich werde euch natürlich nichts vorenthalten, aber habt Geduld ...
P.S.: Nur mal so als Randnotiz:
Mein erster Weg hier in der Wohnung war NICHT zum Rechner, sondern zu den Aquarien, dann zu den Wäschekörben und dann ne halbe Stunde Quatschen mit Anke ... aber nach ner Stunde hier ohne Internet hab ich es nicht mehr ausgehalten ;o)
