Towandas Turbulenzen
Mai

Teil 1


05 - 06 - 07 - 08 - 10 - 12 - 13

 

05. Mai:

Hmmm ...
.... mein erster Eintrag im Tagebuch ...
Ist noch alles recht ungewohnt, und (blöd jetzt irgendwie, ich weiß) eigentlich weiß ich gar nichts besonderes zu berichten.
Tssss ... Erst hatte ich so viel Stress an der Uni und ärgerte mich, daß ich nicht zum Schreiben kam. Ich hatte tausend Ideen, was ich hier berichten könnte, doch nun ist fast alles wech. *grummel*

Aber ich hoffe doch mal, daß sich das noch legen wird.
Auf jeden Fall muß ich hier erstmal einen dicken Knuddel an Tixi und Anne loswerden, die schon länger online Tagebuch schreiben und wohl auch mit schuld dran sind, daß ich sowas anfange ;o)

Hoffentlich wird der nächste Eintrag etwas ergibiger - und nun werde ich das Ganze mal hochladen, nicht daß ich das Geburtsdatum der Site auf allen Seiten ändern muß!

Wunderbaren Samstagabend Euch, entspannten Sonntag - und drückt doch bitte dem FCN und Arminia morgen die Daumen! *g*

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06. Mai:

Heute ist Weltlachtag, wie mir das Fernsehen soeben berichtete.
Zwar bin ich eigentlich immerzu am Lachen, aber im Nachhinein habe ich den Tag dann doch richtig begonnen.

Es war gestern Nacht (nach Mitternacht, also schon zum Weltlachtag), als ich noch ein bißchen im Netz gewühlt habe und vergessen hatte, den Fernseher auszuschalten. So war ich dann ein bißchen erstaunt, als ich registrierte, daß dort eine Tele-Shopping-Sendung lief.
Haltet mich nicht für verrückt, aber spätestens seit gestern abend weiß ich, daß diese Teile diverse Comedysendungen um Längen schlagen können.
Eine Mini-HiFi-Anlage wurde dort angepriesen. Der Moderator verfügte über exqusite Wortwahl und hatte sich zuvor seinen Text sicher nicht ganz genau eingeprägt, denn der Vortrag wimmelte nur so von "ähhhm"s und "und"s. Das überspielte er aber, indem er die Musik, die aus der Anlage kam, lauthals mitgröhlte und begeistert die verschiedenen Klangmodi präsentierte (die aber durch sein Mikro alle gleich klangen). Den Rest der Präsentation moderierte er etwas lauter, da während der ganzen Zeit die Anlage weiterspielte.
Gut, ich habe zwar das Seminar zum Thema Präsentation erst nächstes Wochenende, aber daß es dumm ist, sich mittels Sound selbst die Hörbarkeit und damit die Aufmerksamkeit zu entziehen, weiß ich auch so.
Der Höhepunkt war dann, als er geschlagene 30 Sekunden der fünfminütigen Präsentation darauf verwandte, das Licht des Displays zu loben - wäre ja praktisch, wenn man mal etwas "schummrige Musik" (O-Ton!) hören würde und könne immer noch die Titelanzeige lesen...
Zum einen kann ich mir unter "schummriger Musik" gar nichts vorstellen (vielleicht dieses "Je t'aime" von Serge Gainsbourg, was allenthalben in Soaps gespielt wird, wenn es um das Rotlichtmilieu geht???), und zum anderen habe ich erstmal spontan meinen Haushalt auf den Kopf gestellt, um Elektrogeräte mit Display zu finden, die nicht beleuchtet sind ... Fehlanzeige!

Kurz und gut: Ich hab mich schlappgelacht über den Spot und mich ein bißchen geärgert, daß ich es nicht aufgezeichnet habe. Wäre für das Seminar sicher nicht schlecht gewesen - so eine Art negatives Benchmarking: Nicht Lernen vom Besten, sondern von den Grottenschlechten! ;o)))

Ansonsten gibt es noch etwas zu berichten, das dem Weltlachtag sehr entgegenkommt:
Seit heute ist klar, daß der FCN die nächste Saison in der 1. Liga spielen wird!!!
Das freut Papas Tochter aber... ;o)
Jetzt muß nur noch Arminia den Klassenerhalt schaffen. Zwar wird die Lage im Haushalt Tilker-Peetz etwas entspannter sein, wenn die beiden Vereine nicht mehr in einer Liga spielen, aber eine ganze Liga muß ja nicht dazwischensein ...

Wir werden sehen, aber das wird schon werden.

Nun werd ich schnell nochmal zur Tanke pilgern, um mich mit Zigaretten auszustatten, und dann werd ich mir "Der Campus" angucken. Hab den Film schon mal im Kino gesehen, und ich denke mal, das ist eine ganz gute Gelegenheit, einen Abend fernab vom Rechner zu verbringen - und stattdessen Heiner Lauterbach anzuschmachten ;o).
Das ist nun nicht allzu ernst gemeint, aber lecker anzuschauen ist er schon ... allerdings muß jemand, der es längere Zeit freiwillig mit Jenny Elvers ausgehalten hat, wirklich krass was an der Waffel haben, und so taugt das Heinerle wohl eher weniger für ernsthafte Vergötterung ... *g*

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07. Mai:

Meine innere Uhr scheint anders zu ticken als beim Rest der Welt.
Während fast die gesamte letzte Woche strahlender Sonnenschein war, habe ich mich vor dem Rechner verkrochen, gesurft und gebastelt. Und heute, bei schrecklich trübem, fadem Wetter hielt ich es für nötig, zum ultimativen Frühjahrsputz anzusetzen.
Gut - die Tatsache, daß ich am Wochenende ein paar Freunde einladen will, die dann auf Luftmatratzen am Boden nächtigen sollen, tat ihr Übriges, und da ich mich nicht vor Gericht eventuellen Schadensersatzklagen wegen Staublungen stellen mag, schwang ich heute doch mal den Lappen und den Staubsauger.

Uffz ...

Ich kann nur eines sagen: Wenn Staub tatsächlich durch Milbenkot entsteht, dann hatten "meine" Milben in den letzten Wochen wohl chronischen Durchfall. ;o)

Und nun werd ich den Abend in meiner sauberen Wohnung genießen...

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08. Mai:

Seit gestern Nacht weiß ich, daß man vor dem Einschlafen keine Berichte über die Erforschung von Menschenmengen zur Vermeidung von Massenpaniken lesen sollte - zumindest nicht dann, wenn man selbst Panikerin ist. Die halbe Nacht war ich in einer Menschenmasse, aus der ich nicht rauskam, obwohl ich alle Umstehenden getreten und wild um mich geschlagen habe.

Die Menschenmenge war geträumt, aber um mich geschlagen hatte ich wohl die halbe Nacht, anders waren die Muskelschmerzen und das verschwitzte Bettzeug am Morgen nicht zu erklären.

Egal ...
Das Prüfungsamt wollte noch ein Autogramm von mir und hat nur vormittags auf; und ein Geburtstagsgeschenk für meinen "Hardwarebeauftragten" wollte ich auch noch besorgen, bevor die Uni nachmittags losgeht.

[btw: Alles Gute zum Geburtstag, Telly! ;o)]

Also notdürftig restauriert, geduscht, Kaffee in die Fresse geschmissen und ab in die Stadt.
Aber wie das eben so ist - einen so blöden Traum trägt man den ganzen Tag mit sich rum, und zu allem Überfluß war so ein Tag, an dem man sich fragt, ob man denn unsichtbar ist: Jeder rempelt einen an, knallt einem die Türen vor die Nase, und Autos, die gerade keine Vorfahrt haben, übersehen einen einfach... *GRUMMEL!*
Geschenk hatte ich noch immer keines, aber ich fand es dann doch besser, meinem duseligen Kreislauf und dem maroden Körper, der letzte Nacht wohl Höchstleistungen vollbracht hatte, erst mal ein paar Kalorien zuzuführen. Auf zum Chinesen-Schnellimbiß und Portion gebratenen Reis und Glückskeks organisiert. Nach dem Essen und einer Viertelstunde meditativ-auf-die-Regnitz-Glotzen ging es mir schon wieder etwas besser. Doch daß fünf Meter weiter eine Frau saß, die wie Ellen Degeneres aussah, verwirrte mich ebenso wie die Botschaft im Glückskeks:

"Auch die schwärzeste Stunde hat nur 60 Minuten."
Toll - und der beschissenste Tag hat nur 24 Stunden, oder wie?!

So richtig trösten konnte mich das auch nicht, außerdem fing meine Hand zu pockern an. Die wurde vor einem halben Jahr operiert, da mir wegen eines eingeklemmten Nervs immer wieder Zeige- und Mittelfinger einschliefen. Seitdem schmerzt die Hand. Ich überlegte mir, daß es vielleicht besser gewesen wäre, die Hand nicht operieren zu lassen.
Okay, die eingeschlafenen Finger machten mein Getippe nicht unbedingt fehlerfreier, und daß mir immer wieder die Zigarette herunterfiel, weil die Finger ab und an unkontrolliert zuckten, war nicht besonders vorteilhaft - aber in dem Moment erschien mir das alles noch viel erträglicher als die Schmerzen (für die der Doc noch immer werder Erklärung noch Therapie hat).

Mit den Gedanken bei meiner Hand, den Schmerz verfluchend und nach Alternativen sinnend, machte ich mich auf den Weg zur Uni.
Ein Wunder, daß auf dem Weg dahin nichts passiert ist - bei dem Tag hätte mich nichts mehr erstaunt. Um aber dem Motto des Tages noch halbwegs treu zu bleiben, ist wenigstens mein Seminar ausgefallen, so daß ich mich noch eine Stunde rumdrücken konnte bis zum Treffen meiner Arbeitsgruppe.
Warum kann eigentlich niemand die Ausfälle vorher im Internet ankündigen, wenn das Schwarze Brett doch auch immer mit den aktuellen Meldungen bestückt ist?! *AAAARG!*

Für heute hab ich echt genug, leg mich ne Stunde aufs Sofa, werd dann dem Liebsten am Telephon berichten, wie wundervoll mein Tag war und mir Ally McBeal reinziehen.

Es gibt nunmal Tage, die kann man guten Gewissens ungesehen im Klo runterspülen.
Zumindest wäre es schön, wenn man das könnte.

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10. Mai:

Ufftaaaa ...

... die Sonne scheint den ganzen Tag, als hätte sie nichts besseres zu tun (hat sie wohl auch nicht), und ich stelle mit Erschrecken fest, daß ich für solche - in Deutschland doch recht seltenen - Eventualitäten gar nichts anzuziehen hab.
Da kann man ja gleich die nicht-prüfungsrelevante Vorlesung schwänzen und shoppen gehen, dachte ich mir und tat das auch.

Nur leider hatte ich vergessen, daß das Thema "Klamottenkauf und ich" hochsensibel und durchaus nervenaufreibend sein kann ...

In weiser Voraussicht und aus früheren Erfahrungen klug geworden, mied ich Pimkie und Orsay und stapfte stattdessen in den H&M - der hat ja auch eine Abteilung für Mollige. Doch zuvor wollte ich mich noch in der "normalen" Abteilung umsehen, wo es ja auch Kleidung jenseits von Konfektionsgröße 36 gibt.
Ein schlichtes schwarzes Shirt war eh schon gebucht, ich sehne nur noch den Moment herbei, wo die diese Teile im Fünferpack anbieten, die brauch ich nämlich immer.
Oberteile hab ich genug - was fehlt, sind Röcke, Kleider und Hosen.
Ich wollte mich erstmal den Hosen widmen.

Das mit den 7/8-Hosen ist für mich ein kleiner Nepp:
Da ich leider etwas zu klein geraten bin (wer auch immer mich großgezogen hat - er hätte länger ziehen müssen *g*), merkt man bei mir von der 7/8-Länge nichts - die Hosen sind genauso lang, wie sie sein müßten, wenn es normale Hosen wären. Sollte mir vielleicht gleich noch welche für den Winter mitnehmen, aber eigentlich wollte ich ja Sommerklamotten - also weiter und Winterhosen erst im Sommerschlußverkauf anschaffen *g*.
Dann gibt es diese Ballonseide-Hosen, die oben und unten geschnürt sind. Passen an den Beinen perfekt, nur am Bauch sehe ich aus, als wäre ich im zweiten Monat und würde schon mal Kleidung für das achte Monat anprobieren. Gut, kann man sich für eine eventuelle Schwangerschaft mal vormerken, ist aber für jetzt auch nichts.
Stretch-Jeans ... wer die erfunden hat, den sollte man küssen und täglich aufs Heftigste lobpreisen: Die halbwegs richtige Größe schnappen, Reinsteigen und Wohlfühlen! Nur sehe ich nicht ganz ein, warum ich für eine kurze Hose so viel zahlen soll wie für eine lange, das sprengt deutlich meinen Etat.
Was gibt´s sonst noch?
Ah ... lange, schlabbrige Hosen aus leichtem Stoff. Ich meine nicht die Hosen, über die Mittermaier mal sagte, die Jugendlichen, die die tragen, sähen aus, als seien sie gerade beim Wichsen erwischt worden *g*, sondern die Hosen, die einfach gerade runtergeschnitten sind (in grauer Vorzeit hießen die mal "Marlene-Hosen", glaub ich). Die tragen sich wunderbar, nur leider sehe ich darin aus, als hätte mich wer drin geparkt und dann vergessen, mich wieder abzuholen *grmpf*

Ein Kapitel für sich ist das Thema "Farben".
Derzeit scheint ja der Bonbon-Pastell-Wahn ausgebrochen zu sein, und das sind nicht unbedingt Farben, die für eine rothaarige Lichtschutzfaktor-30-Abhängige wie mich sehr vorteilhaft wären.
Die Krönung erlebte ich im "Mister&Lady":
Noch während ich die Symphonie in rosa-hellblau-flieder-beige bewunderte und mir klarwurde, daß ich in ausnahmslos jeder dieser Farben aussehen werde wie "Leukämie-und-maximal-noch-zwei-Wochen-zu-leben", kam die Verkäuferin auf mich zu und fragte, ob sie helfen könne. In einem Anfall von Fiesigkeit meinte ich: "Ich hätte gern ein Oberteil mit kurzen Armen, nicht schwarz, in einer Farbe, die mir steht."
Sie sah sich hilflos um und meinte, daß sie mir wohl nicht weiterhelfen könne ...

! ! ! S T R I K E ! ! !

Das wiederholen wir nun täglich, bis die begriffen haben, was sich der heitere Endverbraucher wünscht.
Und dann gehen wir noch zu Pimkie und Orsay und fragen nach Klamotten für Nicht-Magersüchtige *fg*.

Schlußendlich blieb es dann bei einer schwarzen Capri-Stretch-Hose, dem Oberteil und einem Dreierpack MUH-Socken (mit MUHna Lisa, KUHrate-Kämpfer und MUH-sik! *lol*), und ich weiß noch immer nicht, was ich diesen Sommer anziehen werde.

Es bleiben drei Alternativen:

• 2 Paar von den langen Jeans abschneiden und Mama ganz lieb bitten, die für mich einzunähen (weil die letzte Reparatur der Maschine fällig war, nachdem ICH daran genäht hatte und die Kosten deutlich über einer normalen Wartung lagen, habe ich nun Nähverbot *g*)
• Einen Fünferpack Jogginghosen kaufen und die abschneiden - das ist das allerbequemste, wo gibt! (Sieht allerdings auch nicht wirklich klasse aus, geb ich zu ...)
• Mir dem Liebsten schnappen, wenn er wieder hier ist und die Herrenabteilungen unsicher machen - das mach ich allein nicht so gern, weil die Verkäuferinnen immer so blöde gucken, wenn man mit Herrenklamotten in der Umkleide verschwindet ...

Ich hab keine Ahnung, aber heute abend mach ich es mir erstmal vorm Rechner bequem, da sind die Jogginghosen okay für ;o)

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12. Mai 2001:

Ich weiß nicht, wer das auch kennt:

Solange man Dialoge im Amerikanischen hört und liest, klingen die noch ganz okay. Wenn man aber Pech hat und eine schlechte Übersetzung erwischt, fühlen die Texte sich an, als seien die Akteure auf Speed oder sonst einer seltsamen Droge:

Oh, Frau Meier, ich freue mich so, Sie zu sehen! Was haben Sie nur für wundervolle Schuhe an!
Herr Meier, ich hab schon so viel von Ihnen gehört - nun bin ich glücklich, Sie auch endlich kennenzulernen;
[...]
Herr Meier, was genau arbeiten Sie denn?
Ich bin Müllmann.
Oh, das ist sicher ein sehr interessanter Beruf ...

Genauso ist das Seminar gestern und heute.

Es ging um Moderation und Präsentation, Arbeiten in Gruppen/Teams und so.
Schon die Vorstellungsrunde regte mich auf, weil es eben mal wieder so typisch SozPäd war - Was sind meine Hobbies, und dann male ich noch ein Bild von mir *grmpf*

Hallo, ich bin die Nadine und studiere hier im 8. Semester, meine Hobbies sind Lesen, Schreiben, Computer, Internet und Webdesign; mein Praktikum habe ich in der Aids-Beratung gemacht, ein Bild hab ich nicht gemalt, weil ichs doof fand und ich bin hier, weil ich den Schein brauch.

Dozentin hat Doppelnamen und Dauergrinser und findet es ganz wunderbar, ab und zu ein paar Bewegungsübungen zu machen, danach kann man sich wieder so herrlich auf das Thema konzentrieren und ist wundervoll erfrischt....

Dann diese ganzen tollen Formulierungen.

Man kann ja die größte Fiesigkeit nett verpacken und sie dem anderen auch noch schmackhaft machen. Daß ein "sozialer Brennpunkt" ein "Stadtteil mit erhöhtem Entwicklungsbedarf" und "Müll" eben kein Müll, sondern "Wertstoff" ist, habe ich ja schon gelernt.

Doch Vielredner in Debatten auszubremsen mit einem Lächeln und einem "Lieber Doktor Klöbner, Ich bin mir sicher, sie haben noch sehr viele Aspekte beizutragen und Sie haben die Diskussion schon sehr viel weitergebracht - wollen wir doch nun hören, was Herr Müller-Lüdenscheid dazu meint." ...

Das mag ganz nett sein, aber wenn man es acht Stunden am Stück hören muß, kriegt man ne Nettigkeitskrise und möchte schreien:
"Sie blöder Sack reden nun schon die ganze Zeit und es kommt eh nichts bei rum - wären Sie also so freundlich, einfach mal die Fresse zu halten?! - Ja? - Danke!"

Wie ein Sahnehäubchen steht über dem Ganzen noch ein sozial-psychologischer Begriffswirrwarr:

visualisieren - Plenum - implementieren - Input - Initiierung - Effektivität - Themenkatalog - Konflikte - Kommunikation - usw.

Mit diesen Begriffen sollte man eigentlich Bullshitbingo spielen - wäre ne Idee zur Auflockerung ...

Diese Wörter gepaart mit ein paar englischen (Flipchart, Mindmap, Overhead, Brainstorming usw.) und vermischt mit ein paar Füllwörtern ergeben den Klangteppich , auf dem ich mich seit 9 Uhr morgens befinde.
*ÖRGS!*

Zum Glück ist heute abend meine Grand-Prix-Fete.
Endlich mal wieder Leute, die auch ganz normal reden!

Und wenn mich heut noch wer fragt, ob ich etwas visualisieren möchte und ob es allgemeiner Konsens wäre, uns noch etwas mehr Input zu verschaffen, bevor wir die Zielsetzung implementieren, weil wir sonst in einen Konflikt mit unserem Zeitmanagement kommen ....

.... den bitte ich nicht höflich, seine Kommunikation nochmal zu überdenken, sondern reiß ihm ganz gediegen die Eier ab.

 

P.S.:

Bin ich gereizt?!
Ich???? Gereizt?!?!?!

VERDAMMT NOCHMAL, ICH BIN NICHT GEREIZT, MIR GEHT ES GUT!
ICH BIN WUNDERBAR ENTSPANNT!
JAWOLL!!!

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13. Mai 2001:

Heute gehts mir schon deutlich besser als gestern nach dem Seminar.
Zwar habe ich noch ein paar Spätfolgen von der Fete gestern, aber da muß man eben Opfer bringen - und schließlich läßt sich das alles mit einer Flasche Wasser, einer Kopfschmerztablette und dem Staubsauger wieder auf die Reihe bringen ;o)

In Rekordzeit habe ich gestern nach dem Seminar noch einen Rhabarberkuchen gebacken, der aber leider mißlungen ist. Doch das war gar nicht so schlimm, denn Staschi hatte auch noch einen blau-grünen Kuchen gebacken (Lebensmittelfarben haben was Inspirierendes...) und superleckere Pizza (war scho aweng scharf, gelle, Kuri?! ;o)))

Der Grand Prix war dann klasse wie immer. Vielleicht bin ich ja etwas abnorm veranlagt, weil ich es lustig finde, Leute einzuladen und dann über Menschen verschiedenster Nationalitäten abzulästern, aber das nehm ich gern in Kauf *g*
Die Bandbreite der Lästereien ging von "Der hat man das Kleid vorn mit der Angelschnur zugebunden" über "Guck mal, Ramos Erozotti ... ähm ..." oder "die hat ne Nase mit drei Knubbeln!" bis hin zu "Estonia? Die ist doch untergegangen...."
Ich hätte gern noch ein paar Zitate mehr, um sie der Nachwelt präsentieren zu können, aber ich weiß gar nicht mehr alle (das nächste Mal laß ich ein Diktaphon mitlaufen *g*) - ich weiß nur noch, daß wir immerzu am Lachen waren.

Über den deutschen Beitrag will ich kein Wort verlieren, meinen Senf zu Michelle hab ich ja schon beim Vorentscheid abgegeben. Bei der Abstimmung fehlte mir Österreich total - ich hätte so gern wieder drüber geschimpft, daß wir keine Punkte von denen kriegen *g*. Gewonnen hat ein unserer Meinung nach eher mittelmäßiger Titel aus Estland (nicht von der Estonia *lol*), so daß wir uns die Frage stellten, ob die vielleicht das mit "Ein Punkt" und "Erster Platz" vertauscht haben.
Richtig bemerkenswert fand ich aber, daß nur bei der deutschen Stimmabgabe im Hintergrund richtig was los war - bei den anderen gab es keine Parties und es war so aufregend wie im Nachrichtenstudio.

Dann war da noch ...

Bier, Wein, Erdbeerlimes und ein improvisierter Thunfischdip zu den Chips - dank dem Tapir weiß ich nun, daß man den auch mit Quark machen kann, wenn der Frischkäse verschimmelt ist - muß nur genug Olivenöl dazukippen, damit´s nicht quietscht beim Schlucken *g*.
Um 4 Uhr waren wir dann fertig mit Lästern, hatten Netzwerk, Laptop und Co ausgibig besprochen, über Microsoft geschimpft und sind dann doch mal ins Bett.

Es gab diesmal auch keinen nächtlichen Einsatz in der Küche wie beim letzten Mal, und so konnten wir uns um 11 Uhr dem Kaffee, Kuchen und Loretta (dem Laptop) widmen. Den hat der Tapir gleich ins Herz geschlossen und testete ausgibigst
("Hat der ein Mikrophon?" ... [schaltet Audiorecorder an, guckt auf den Pegel] ..."HÖÖÖÖÖÖY!"... [alles erschrickt, nur Pegel bleibt still]..."Anscheinend nicht!" *g*)
Danach hat er den HTML-Editor entdeckt und auch gleich eine Seite gebastelt - inclusive Erfindung einer neuen Sprache *lol* Jeder durfte sich ein Wort wünschen, das er in eigenwilliger Schreibweise liebevoll mit Farbe und Schriftgröße/ -art ausstattete und dabei seltsame Töne von sich gab ("Bunt ... oh ... AHHHHHH .... mei Tabellääää .... Waaaaaa!....").
Nun fehlten noch die Bilder. Webcam hab ich keine, Staschi fand die Idee "Wir binden halt den Stasch auf den Scanner" nicht so gut, und daher hat sie mit dem Graphikprog dann noch einen "Meerjungfrauelch mit Bier und Bauch in wilder Coloration" gebaut.

Das Ergebnis dieser Bemühungen sollte dann natürlich auch online *PRUUUUUST!*

Und nun hat die Meute die heiligen Hallen, die wohl gerade meine letzte Fete vor dem Umzug hinter sich gebracht haben, verlassen, die Bude ist halbwegs aufgeräumt und im Hinterhof grillt gerade irgendwer was mit Knoblauch, das sehr lecker riecht.
Da werde ich doch mal in der Küche gucken, was mir zum Thema "In meinem Kühlschrank ist eine Aubergine und Zucchini, und Reis ist auch da" einfällt... *g*

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Archiv Mai - Teil 2

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"Towandas Turbulenzen" ist ein Projekt von Towandaweb und erblickte am 5. Mai 2001 das Licht der Welt.
Die Seite ist auch direkt über http://www.towandas-turbulenzen.de zu erreichen.
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