Towandas Turbulenzen
Juni

Teil 2


18
- 20 - 21 - 22 - 23 - 24 - 25 - 26 - 27 - 29

18. Juni 2001

• Gibt es in Ihrem Haushalt jemanden mit Diabetes?
• Achten Sie beim Einkauf auf die Qualität der Waren?
• Genießen Sie gerne ab und zu ein Glas Wein?
• Wußten Sie, daß mäßiger Weinkonsum das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich senken kann?
• Würde Ihr Partner diese Fragen genauso beantworten wie Sie?

Exact diese fünf Fragen - und von Adressenabgleichung abgesehen, keine einzige mehr - wurden mir heute abend bei einem Telephoninterview gestellt.

Ich hab lange darüber gegrübelt, ob hier eine besonders subtile Form der Befragung stattfindet, deren Zielsetzung ich zu checken zu minderbemittelt bin oder ob der Entwerfer des Fragebogens einfach nur doof war.
Würde jemand die zweite Frage allen Ernstes mit "Nein" beantworten, etwa in der Art "Ne, Qualität ist mir schnurz, ich kauf nur Angegammeltes"?

Und dann diese Inhalte ... Wem wohl diese Daten wieder zukommen werden? Einer Vereinigung für qualitätsbewußte Diabetiker? Selbsthilfegruppe für kreislaufkranke Alkoholiker? Weintrinkende Qualitätsfetischisten?
Ich weiß es nicht, aber es verwirrt mich, solche Interviews zu geben. Da war mir der Anrufer lieber, der mich sämtliche Tiefkühllieferfirmen in Deutschland hinsichtlich jeweils zehn Merkmalen nach Punkten von 1-10 bewerten und meine Entscheidungskriterien für oder gegen eine Firma noch in eine Prozentskala pressen ließ - hochintellektuell, und so kann man seine Zeit auch verbringen ;o)

Ansonsten hätten wir hier noch ...

... Regen ohne Ende und daher zwei auf morgen verschobene Termine in der Innenstadt (mein Handchirurg sollte beten, daß es morgen wieder regnet - und falls nicht, wünsche ich mir doch, daß er sich noch mal ganz genau überlegt, was er vor einem Dreivierteljahr an meiner Pfote verbockt hat)

... Kopfschmerzen Marke "Nicht von dieser Welt"

... die verzweifelte Suche nach drei Links für dieses Projekt, zu dem ich durch Anne gekommen bin.Ein Kulturnetzwerk ... und Anne hat zuerst an mich gedacht ... ich bin Kulturschaffende, jippieh!

Klingt schon deutlich besser als "Prosa-Trulla" oder "Glossen-Schmierfink". ;o)

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20. Juni 2001 - Teil 1

Netlife:

Denic sagt:
Die Domain " prosatrulla.de " ist noch frei.
Auch mit Bindestrich.
Ist doch mal ne gute Nachricht ...

Was genau will uns dieser Wicht sagen? Schade um die schöne Domain ...

Und wegen dieser Sache könnte sich Deutschland nun auch endlich mal wieder beruhigen ... Im Leben nicht würde ich so viel Geld ausgeben, um zwischen durchgeschwitzten, gröhlenden Menschen zu stehen (gut, hätte ich meine Panik nicht, würde ich diese Einstellung für ein Fußballspiel schon mal über den Haufen werfen *g*). Aber wer da in der ersten Reihe saß, interessiert mich nicht, und Sex hätte ich für ein Ticket schon gleich dreimal nicht gegeben. Jawoll.

Fingertrommelnd warte ich auf Antwort der beiden Seitenbesitzer, die ich noch gerne im Art Network verlinken möchte. Daher harrt der Knoten noch seiner Einbindung, denn mit nur einem Link ist das schon etwas popelig.

Mein Dozent hat es endlich geschafft, Speicherplatz an der Uni für die Seiten unseres Projekts zu beantragen, die ich gebaut hab. Sensationell: Kaum wartet man mal ein Vierteljahr, schwupps, schon tut sich was. Somit kann ich mein "Baby Nummer fünf" wohl doch noch vor Erreichen meines Diploms im Frühjahr 2002 im Netz sehen.
Hurra.

Engelbert muß ich nun doch mal zu Hilfe eilen und meine Solidarität als begeisterte Extern-Linkerin bekunden. Ich hab diese Seite gebaut, und da hätte ich gern, daß meine Seite aufbleibt, rein der Übersicht halber; zumal ich hier doch ab und an auf großen Unfug linke (s. o.).
Ob man nun ein Browserfenster mit einem Klick schließt, oder einen Klick verwendet, um zurückzuklicken, ist eh dasselbe, und somit geht es nur um Prinzipienreiterei.
Der eine macht das so, der andere anders - Jungs und Mädels, geht es auch ein bißchen entspannter?!
(btw.: Daß man Links in die Adresszeile ziehen kann, wußte ich bis dato noch nicht - dankeschön! ;o))

***

TV-Life:

Die Sache mit den Guano Babes war noch witzig - aber ich hab das dumme Gefühl, mit einer wöchentlichen Show wird er wohl dem "Ach-der-schon-wieder"-Seufzer zum Opfer fallen.
Eigentlich schade drum.

Hey, ihr Schokoknacker und Milchschaumschlürfer, ihr Aquasphären-, Ionenformel- und Vitamin-K-0815-Komplex-Kosmetikas - ich liebe Euch!
Das gibt reichlich Material für hier! (noch nicht aktualisiert - bis zum Ende des Monats sammel ich noch...)

Was sind das eigentlich für Menschen, die sich über TV-Shopping Münchner-Freiheit-Best-of-CD-Collections und Reinigungsmittel mit dem Namen "Gartenkönig" bestellen?
Sorry - bin nur neugierig ...

***

Real Life:

Meine Prüfungsthemen fürs Colloquium hab ich heute festgelegt und bete zu Gott, daß ich das mit dem bereits in irgendwelchen Ordnern vorhandenem Material richtig in Erinnerung hatte ...

Termin beim Handchirurg war ergebnislos, heute gehts in aller Herrgottsfrühe nochmal zum Neurologen, damit der mir Strom durch den Arm jagt und guckt, ob mit den Nerven alles okay ist (Ich bin schwer der Meinung, daß die Uhrzeit der Behandlung die Testergebnisse deutlich verfälschen wird, und daß ich was an den Nerven hab, kann ich ihm auch ohne Behandlung sagen ... )

Ansonsten wars fad und tröge, daher Ende hier - es reicht, wenn ich das ertragen muß ;o)

***

20. Juni 2001 - Teil 2

Net- und Compi-Life:

Solche Kollegen haben echt was an der Waffel. Wer es wichtig findet, solche Mails zu schreiben und sicher auch noch gespannt auf Antwort lauert, sollte sich besser eine vernünftige Beschäftigung suchen. Briefmarkensammeln oder kleine Papierbastelarbeiten können einem manche Freude bereiten. Oder ein eigenes Weblog.
melody-hasser.de
ist noch frei.
Ichmeinjanur ...

Auf meinem gmx-Account landete gestern mal wieder ein uninteressanter Newsletter; alles Wichtige kommt eh zu web.de (daß ich gmx nicht leiden kann, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben), und so trachtete ich danach, diese Postille abzubestellen. Abmeldelink in der Nachricht angeklickt, und in diesem Moment sagt Pegasus: "Attempting to invoke webbrowser"
Zuerst dachte ich, das habe irgendwas mit "waken-awake-aufwecken" zu tun und stellte mir bildlich vor, wie Pegasus auf der Festplatte drei Häuser weitertrappelt und brüllt: "He, Explorer! Netscape? Jemand fit hier, ihr faulen Säue?! Wacht auf! Ich hab nen Link für Euch!"
Recherchen im Pons ergeben jedoch, daß "invoke" etwas mit "beschwören" zu tun hat.
"Explorer, oh Du Macht der Netze - sei mir gnädig und zeige mir diesen Link durch Deine Heilige Kraft ... ooooommmmmmmmmmmmmm...."

Ist es bei solchen Dialogen innerhalb der Software noch ein Wunder, daß ich alle halbe Jahre Format C: machen muß?!

***

Die Leiden Towandas:

Es grenzt an Frechheit und symbolisiert für mich die Ignoranz sämtlicher Organisationsregeln, wenn man bei einem Arzt IMMER mindestens zwei Stunden warten muß - heute waren es drei. Zwar aufgeteilt in zwei Stunden Warten im Wartezimmer und eine Stunde Dumm-Rumstehen neben medizinischen Gerätschaften, aber deswegen nicht minder nervig.
Noch widerlicher ist, wenn man nach einem so abwechslungsreich verbrachten Vormittag noch immer nicht mehr weiß als zuvor: Die Funktion des Nervs ist nur minimal eingeschränkt und kann kaum für die Schmerzen verantwortlich sein. Interessant war aber, daß bereits im Januar beim Kernspin ein neues (oder noch immer das alte?) Ganglion am Handgelenk festgestellt wurde - hat mir niemand gesagt, daher weiß ich auch nicht, ob es Sinn macht, mich deswegen ein drittes Mal unters Messer zu legen. Das sollte ich dann mit dem Chirurgen besprechen - klar, wir machen zur Not auch täglich Arzttermine, besonders bei dieser Effektivität macht das riesig Freude!

Die neue Theorie für die Schmerzen in der Hand ist, daß der Nerv geschädigt war und nun nachwächst - das schmerzt und kann bis zu zwei Jahren dauern.
Toll. Vor der letzten OP verhandelten wir noch über maximal 4 Wochen Schmerzen.

Was wird die nächste Hypothese sein? Sonneneruptionen sind für die Schmerzen verantwortlich? Erdmagnetismus? Der wäre nämlich IMMER da, würde auch die Schmerzen langfristig erklären und die Ärzte müßten sich nicht immer etwas neues zur Erklärung aus ihren Fingern saugen.
Vielleicht haben mir auch Außerirdische im Schlaf ein Schmerzmodul implantiert - mit jahrtausendelanger Haltbarkeit.

Muß ich noch erwähnen, daß ich nach dieser Prozedur (weil ich vorher nichts gegessen hatte) lustige schwarze Punkte zum Sammeln vor Augen hatte, als ich zur Apotheke ging? Und wegen eines Computerdefekts keine einzige Sparkasse in der Stadt fähig war, mir Geld auszuzahlen?

Und Kopfschmerzen ...

Ist es schlimm, wenn ich dem Kind im Hof, was seit einer Stunde stupide den Ball gegen die Wand kloppt, den Kopf abreise?

Ich werd mich erst mal aufs Sofa legen und wimmern.
Manchmal hilft das schon.

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21. Juni 2001

Heissasa ...

... in fast allen Logs und Tagebüchern geht es rund ... zwar hab ich immer noch nicht begriffen, worum es eigentlich ging, aber ist ja auch egal.
Wichtig ist, daß ihr euch alle wieder beruhigt und andere Themen findet. Vor lauter Zofferei hab ich nämlich kaum was gefunden, über das ich schreiben könnte, daher präsentiere ich euch eine Misere, die zwar nicht neu, aber zumindest gestern abend aktuell war und mich schon lange bewegt.

Ich habe nämlich ein Problem mit meinen Löffeln.
Nein, nicht mit meinen Ohren, die sind tipptopp und eine der wenigen Körperteile, die bei mir fehlerfrei funktionieren. Sondern mit den Löffeln, mit denen man normalerweise Tee umrührt.
Gestern war es mal wieder soweit, daß ich meinen Pfefferminztee-Schmacht hatte. Große Mengen an Pfefferminztee brauche ich eigentlich nur, wenn ich ein neues Projekt oder eine Geschichte in Angriff nehme, aber gestern abend mußte ich auch ohne solche Pläne Pfefferminztee trinken, und zwar eine komplette Kanne.

Soweit ist das noch kein Problem, aber dann kommt der Zucker bzw. der Honig ins Spiel. Der Tee steht in der Küche, dort wird er eingegossen, ein Löffel Honig hineingeworfen und rührenderweise an den Rechner befördert. Auch das ist noch keine Schwierigkeit, problematisch wird das erst bei den folgenden Tassen. Weil nämlich wenn (<- diesen Satzanfang sollte man entweder patentieren oder entsorgen lassen) ich die Tasse trinke, nehme ich den Löffel aus der Tasse und lege ihn neben dem Rechner ab. Bald darauf trabse ich dürstend zurück in die Küche, gieße eine neue Tasse ein ... und merke, daß der Löffel fehlt. Zurücklaufen mag ich nicht, daher nehme ich nen neuen Löffel.

Geht man nun davon aus, daß ein Studentenhaushalt nur über sechs Teelöffel verfügt, von denen einer schon verschwunden und einer immer in der Tasche liegt, falls einem mal ein Jogurt über den Weg läuft, ist spätestens bei Tasse Numero 5 Schicht: Kein Löffel mehr in der Küche, dafür vier Stück neben dem Rechner.

Toll.

Es mag vielleicht lapidar erscheinen, aber dieses Problem quält mich schon länger, und ich habe noch immer keine Lösung dafür. Das Löffelkontingent aufzustocken, bringt es nicht, das schafft nur eine mittelfristige Verlagerung der Misere. Den Honig in der Küche einzurühren und den Löffel somit gar nicht erst in die Nähe des Rechners gelangen zu lassen, ist unmachbar: Ich brauche dieses deliberative Rühren, wenn ich am PC hocke. Ein Löffelförderband von der Löffelablage am Rechner zum Honigtopf in der Küche ist aufgrund der architektonischen Begebenheiten auch nicht so ohne Weiteres zu realisieren.

Ich bin ratlos.

***

Ebenso ratlos bin ich über meine Hand und vermute, daß der Chirurg es auch sein wird. Daher habe ich mir heute "arztfrei" genommen und werde erst morgen den Chirurgen aufmischen. Bis dahin wird hochprofessionell mit Voltaren und Eis behandelt. Aber die lieben Besserungs-Wünsche im Gästebuch haben gutgetan - Danke, Liisa und Melody! ;o)

Findet ihr das Wort "Psychopathenmagnet" würdig als Wort der Woche für hier? Melody hat es erfunden (oder sollte man besser sagen "erlitten"?!) und ich frag mich noch immer, ob sie da wohl ein Copyright drauf hat ...

Und dann freu ich mich wie ein Schneekönig, daß ich Arianamania für diese Sache verlinken darf!
*winkers zu Nicole und schon mal nachgefragt, ob "schwangerschaftsdebil" das Wort für die nächste Woche werden darf ;o)))*

Nun fehlt nur noch der Dritte im Bund und ich harre gespannt einer Antwort ...

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22. Juni 2001

Arzttermin hab ich nochmal großzügig verschoben - das paßt besser zu einem Montag. Außerdem hab ich noch sieben Stunden Seminar vor mir, das ist genug für heute, vor allem, wenn es um so spannende Themen wie Controlling und Qualitätsmanagement geht. Eigentlich geh ich nur wegen Fundraising hin - denn wie man an Kohle kommt, interessiert mich schon ;o)))

Ansonsten freu ich mich wie verrückt über das Wort "Psychopathenmagnet" von Melody ;o) Polnisch kan ich leider auch nicht, lediglich ein Wort blieb mir in Erinnerung, das mir ein slawistikstudierender Bekannter präsentierte. Schreibweise unbekannt, so wird es gesprochen: "Mitzrrrosoft Worrrd la ogna" - Microsoft Word für Windows (hätte Melody hier wohl auch nicht weitergeholfen *g*)

Hach, was ne geniale Überleitung - denn wir hätten heute noch Microsoftfreien Freitag hier und hier. Diese Gelegenheit hab ich genutzt, um mir endlich mal Opera zu ziehen - war schon lange fällig, denn Microsoft nervt, und Netscape spinnt. Umso größer war die Überraschung, als ich auch mit Opera nicht auf die microsoftfreien Seiten kam.
Des Rätsels Lösung:

Opera gibt sich in den werkseitigen Voreinstellungen als IE 5.0 aus.

Wäre ich in der Programmierergruppe gewesen, würde ich sowas als Hochverrat werten.

***

Und dann noch eine kleine Presseschau:

Pfui! Das hätte nicht unbedingt sein müssen - und das auch nicht.

Hier zeigt sich wohl der Neid der Besitzlosen und der Beweis, daß die Provokationen, die zu meiner Zeit Lehrer auf die Palme gebracht haben, noch immer funktionieren ;o)

Iggy Pop hatte keinen Sex mit Mick Jagger. Schön, daß das auch endlich geklärt ist.

Zehnjährige Kinder als Verbrecher und eine erbitterte Jagd nach acht Jahren. Manchmal zeigt sich deutlicher, als man sich es wünschen würde, daß der Mensch vom Tier abstammt.

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23. Juni 2001 - Mein allererster blasphemischer Eintrag

Manchmal liegen richtig lustige Dinge in meinem Briefkasten (bzw. auf der Treppe, da es keinen Briefkasten gibt).

Gestern zum Beispiel dieses hier - sorry, ziemlich lange Ladezeit, aber die Texte waren so wundervoll, daß ich mich nicht für einen Bereich entscheiden konnte.

"Brauchen Sie eine Gnade?" ist wohl eine Frage, die mir noch niemand gestellt hat, noch nicht mal ich mir selber. Aber jetzt, wo ich das lese ... Stimmt, da war mal eine noch fast volle Tüte Gnade, aber wo hab ich die hingetan? Vielleicht frag ich mal, ob mir wer ein bißchen Gnade borgen kann - so ein oder zwei würden reichen übers Wochenende.

Aber halt - ist ja kein Problem: Denn nun liegt sie zum Greifen nahe, die Wundertätige Medaille, und verspricht nicht nur EINE Gnade, sondern GROSSE GNADEN, BESONDERE GNADEN - und damit nicht genug: Sogar ALLE ARTEN VON GNADEN! Ein Gnadenstrom, gut bei schweren Krankheiten, Schutz vor Unfällen, Lösung von Problemen aller Art wie Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Alkoholsucht, familiären und persönlichen Krisen ....
Der Pfarrer Karl Harrer veröffentlicht wundersame Berichte über das Wirken der Medaille, und sogar Pater Gabriel Amorth, Italiens berühmtester Exorzist (kam der aus dem Film oder gibt sowas echt noch?) empfiehlt sie. Und die ganze Chose versilbert im Etui für nur 10 DM - Was will man da noch mehr?

Spontan fällt mir da einer der Running-Gag-Standard-Dialoge zwischen Papa und mir ein:

"Verarschen kann ich mich selbst!" - "Ja, aber nicht so schön!"

Das ist wohl wahr ...

***

Nochwas aus der Werbeecke:

Becks (das Bier mit dem falschen Apostroph und obendrein langweiligem Geschmack, daher gibt es auch keinen Link) hat nun einen Kasten mit weichen, weißen Soft Touch Griffen herausgebracht - das nenne ich ja nun klassisch an der Zielgruppe vorbeientworfen.
Also bitte, das sollte doch Werbung für Bier und nicht für Kosmetika und anderen Frauenkram werden, oder? Denn welcher kernige, biertrinkende Kerl läßt sich schon mit so einem Luschi-Tunten-Griffe-Bierkasten erwischen?!
(Frank vermutet ja als Ziel, die Frau möge vom Kästenschleppen nicht so rauhe Hände bekommen, als daß es nachher beim Massieren stören könnte - aber das finde ich nun doch eine etwas gewagte These, die kaum dazu geeignet ist, meinen Beck-kein Apostroph-s-Konsum zu steigern, da ich aus religiösen Gründen keine Getränke mit Grammatikfehler zu mir nehme.)

***

Harald Schmidt Show informiert:
Georg Uecker (der Nachwuchsdoc der Lindenstraße) ist nicht geliftet und findet, daß Wolfgang Joop wie eine verbrannte Handtasche aussieht - dem stimme ich vorbehaltlos zu.

Im Übrigen grübele ich - bevor ich zum Seminar gehe - noch ein bißchen drüber nach, ob es wirklich ausgeschlossen ist, daß Heiner Bremer vom RTL-Nachtjournal in direkter Linie vom Sanso-Bär abstammt.

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24. Juni 2001

[Ich weiß, daß es nicht klug ist, die Besucher gleich am Anfang eines Eintrags woandershin zu locken, aber vielleicht kommt ihr ja wieder zu mir zurück von diesem Einschub mit Link:
Nicht nur ich kann über Werbung lästern - wer Lust hat, mal wieder schallend zu lachen: hier lesen!]

***

So - da wär ich wieder.

Das Seminar war doch recht gut und hat das frühe Aufstehen am Samstag gelohnt - mal jemanden aus der Praxis zu Benchmarking und Fundraising löchern zu können, ist doch etwas anderes, als von Dozenten bei Nachfragen immer nur mit Literatur abgefüttert zu werden.

So viel erzählen davon werde ich hier nicht (interessiert wohl eh niemanden), aber eine wunderbare Debatte zum Thema "Ethik und Sponsoring - ran an die Kohle ohne Rücksicht auf Verluste?" mit humoristischem Höhepunkt will ich Euch doch nicht vorenthalten:

Es ging darum, ob es ethisch vertretbar sei, das Budget eines Kindergartens unter anderem mit einer Geldspende von Beate Uhse aufzubessern. Klar, da war die Frage, wie sich das mit dem Konzept des Trägers vereinen läßt, und wie kommt das bei der Zielgruppe an: der Unterschied, ob sowas in Altötting oder in Berlin Kreuzberg läuft etc. ...
Und jeder trug eben seine Ansicht zu der Sache bei, in etwa so:

"Also, für mich wäre das okay, solange ich nur den Namen der Spenderin nennen muß und nicht irgendwelche Produkte in der Werbung abgebildet werden."
"Ja, die Kinder sehen das dann und wollen wissen, wozu - das ist sicher auch für die Eltern nicht in Ordnung."
"Eben, mit den Produkten sollte das eigentliche Anliegen, nämlich die Kinder, nicht in Kontakt kommen!"
[Aus der anderen Ecke, eine Armada von Fragezeichen über dem Haupt schwebend:] "Mooooooooooment ... wir reden hier schon über Geldspenden und nicht über eine Sachspende, oder?!?!"

Ich könnte mir schon vorstellen, daß die Kinder Freude dran hätten, einen Vibrator über den Tisch zappeln und brummen zu sehen.
So bekommt der Begriff "Sexspielzeug" doch eine ganz neue Bedeutung ...

(Und wer die Suchmaschinen auf Begriffe wie "Beate Uhse", "Vibrator" und "Sexspielzeug" ansetzt, hat hiermit auch eine kleine Überraschung bekommen ...*FG*)

***

Ooooooooooohhhhhhhhhhhhh!

Wat is dat schööööööööön!

Eine Woche werde ich nun mit Heike und Marc in Engelberts Zimmer verbringen - mit einem wunderbaren Blick auf Loch Lomond - Dankeschön!
Das wird bestimmt lustig, und während mein Blick über sanfte Hügel und blaues Wasser gleitet , werde ich über einige Dinge nachdenken, die mich schon lange bewegen:

• Können Spinnen hören?

• Was zwingt junge Menschen dazu, vor laufender Kamera den Satz "Ich bin ein Schokoknacker und Michschaumschlürfer" von sich zu geben?

• Wann werde ich endlich anfangen, für die Prüfungen zu lernen?

• Wenn Pinguine umfallen - wie stehen sie wieder auf?

• Ein Gehörloser, der shizophren wird: Hört der dann Stimmen?

• Stammt Heiner Bremer wirklich nicht vom Sansobär ab?

• Wie fühlen sich die männlichen Sänger von ABBA, wenn sie bei "Super Trouper" lediglich dieses olle "Subba-ba, tru-baba" als Text haben?

Einen wundervollen Sonntag Euch allen!

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25. Juni 2001

Ui ...

... Melody hat mich mit ihrem gestrigen Eintrag ja wirklich zum Grübeln gebracht. Nie im Leben würde ich einen alten Tagebucheintrag von mir veröffentlichen; Viergeteilt werden, bis zum Hals in siedendem Pech stecken, Eiserne Jungfrau, Daumenschrauben ... alles wäre angenehmer, als daß meine Umwelt wirre und höchst lachhafte Sätze meiner Person zuordnen könnte. Das ganze Unternehmen scheitert sowieso daran, daß meine alten Tagebücher werweißwo rumliegen. Lediglich ein paar Gedichte aus dieser Zeit habe ich noch hier, die ich nur selten eines befremdeten Blickes würdige - die Entscheidung gegen Lyrik und für Prosa war eine der klügsten Dinge, die ich in meinem Leben bisher getan habe.

Dennoch - ein paar Puzzleteilchen tauchen auch ohne Spickzettel vor meinem geistigen Auge auf, wenn ich ein gutes Jahrzehnt zurückdenke. Ich weiß noch, daß ich dem S. (zwei Klassen über mir und ein Bus-Hinten-Sitzer - ganz großes Kaliber also) im Bus den Atlas über den Hinterkopf gezogen hab, weil er mich nervte - darauf bin ich heute noch stolz *g*. Und ich erinnere mich daran, wie es war, mit Kuriosa am Bushäuschen zu sitzen mit einer Schachtel Philadelphia, in den wir immer wieder die Finger gruben und uns schlabbernd über Gottunddiewelt den Mund zerrissen. Der Hormonschub, der mich hinterrücks überfiel, als ich zum ersten Mal meine Tage bekam und mich zu einem heftigen Heulanfall zwang; meine Mutter fragte ganz besorgt, ob ich denn so schlimme Schmerzen deswegen habe - nein, hatte ich nicht, ich wollte einfach nur daliegen und heulen und konnte nicht verstehen, daß das niemand verstand. Oder wie ich mich geärgert habe, als mein Vater mit einem schmunzelnden Blick auf mein T-Shirt bemerkte, daß ich ja einen Busen bekomme - und die daraus resultierende Erkenntnis, daß man nicht ewig Kind bleibt.

Dann die ewige Unzufriedenheit mit meiner Figur und einige halbherzige Diätversuche, die einfach dazugehören, wenn man in einer Klasse ist, wo die Hälfte der Mädels Essstörungen hat und die Kaloriendifferenz von Raider (jetzt Twix) und Mars zum Grundwissen gehört. Erst mit den ersten Beziehungen zum männlichen Geschlecht dämmerte mir, daß ich so häßlich nicht sein kann. Der Zeitpunkt, zu dem ich allen Diäten bis heute Adieu gesagt habe, muß wohl gewesen sein, als eine Klassenkameradin in die Klinik kam, weil sie so deutlich abgemagert war, daß das Dickste an ihren Beinen der Knochen des Knies war.

Überhaupt - Äußerlichkeiten waren so enorm wichtig. Ich glaube, als ich in der siebten, achten Klasse war, fing dieser Markenterror an. Zum Glück noch nicht so schlimm, wie es heute teilweise ist, und eine Joop-Jeans bzw. 300DM-Kaschmir-Pullis halte ich bis heute für eine 13jährige ziemlich unpassend.
Dem Markenwahn hab ich abgeschworen, als mir ein Esprit-TShirt für damals verdammt teuere 40DM beim dritten Waschen am Kragen ausgeleiert ist. Doch auch ohne dieses boten die Achziger so manche Mode-Absurditäten, für die man sich gar nicht genug schämen kann.

Brieffreundinnen hatte ich damals eine ganze Menge. Ich weiß zwar nicht, was wir da immerzu zu schreiben hatten, aber ich weiß, daß ich es mit einer Schrift getan habe, die ich damals originell fand - heute weiß ich, daß es einfach nur die Schrift eines Charakters war, der noch nicht so ganz wußte, wo der Weg denn hingehen soll. Und kitschiges Briefpapier hatte ich - allein beim Gedanken daran kräuseln sich mir heute beinahe die Zehennägel.

Männer ... oder damals eher Jungens ... ein höchst peinliches Thema. Wenn ich so zurückblicke, ist der Großteil von denen, die ich toll fand oder mit denen ich zusammen war, nun verheiratet, war im Knast oder in der Psychiatrie (und wer nun irgendwelche kausalen Zusammenhänge herstellt, bekommt eins auf die Nuß! *g*). Spekulationen darüber, wer von den anderen nun schon "hat" und Getuschel über die ersten eigenen Erfahrungen. Der Verdacht, schwanger zu sein und die Erkenntnis, daß das wohl doch nicht der Mann fürs Leben sein wird, als man ihn fragt, was er tun würde, wenn man denn schwanger wäre und die Antwort "Ich glaub, dann würd ich abhauen" lautet.
Auf seltsame Typen hab ich damals gestanden - zumeist langmähnig und mit einem ziemlich zwielichtigen Touch.
Daraus erklärt sich wohl auch mein damaliger Musikgeschmack: Rap und Pop hab ich gehaßt, bei Dr. Alban, Rick Astley und dem ganzen anderen Disco- und Softie-Scheiß hab ich mir die Ohren zugehalten und stattdessen alles von Bon Jovi, Metalica, Alice Cooper, den Ärzten, Toten Hosen und Guns´n Roses gehortet.

Mit einer Ausnahme: John Lennon fand ich grandios und daher hab ich damals alles über die 68er recherchiert. War wohl der Hang zum politischen Engagement und der unbändige Drang, die Welt verbessern zu wollen. Engagiert an allen Ecken und Enden, ob es nun um Umweltschutz, Apartheit oder Rechtsradikalismus ging. Ich erinnere mich noch, als wir unsere Deutschlehrerin in der Zeit des Mauerfalls eines Morgens mit "Frieden und Sozialismus!" grüßten, damit uns aufgrund dieser Provokation endlich mal jemand erzählt, was denn da an der Grenze abläuft und wieso (den Geschichtslehrer zu fragen, wäre vergebene Liebesmüh gewesen - frühestens in der Kollegstufe hatte man die Chance, mal zu erfahren, wie das nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich weiterging).
Diese kitschigen Poster mit der leidenden Umwelt, ein rauchendes Kraftwerk im Vordergrund, ein verzweifelter Schmetterling über tristem Stacheldraht, vor Weichzeichner strotzend ... kennt die noch wer? Sowas hing bei mir im Zimmer, keine Poster von Liebespaaren oder melancholisch dreinblickenden, halbnackten Männern.

Oh, und dann - es muß etwa in der neunten Klasse gewesen sein - der Moment, in dem ich wegen einer Fünf in Französisch meinen damaligen großen Traum begraben hatte: Ich war in Englisch immer perfekt, hab daraus geschlossen, ein Talent für Sprachen zu haben und hatte mir eine Karriere als Fremdsprachenkorrespondentin ausersonnen. Bis dann Französisch kam - in zwei Jahren habe ich pro Halbjahr eine Notenstufe geopfert, stand schließlich auf 5, hab schluchzend und trotzig meine Pläne über Bord geworfen und bin vom Gymnasium gegangen.
Es war eine ganz neue Erfahrung, daß die Welt nicht nur wegen einer verlorenen Liebe so ins Wanken kommen kann ...

Wenn ich so zurückdenke, war es eine verdammt wirre und orientierungslose Zeit, im Gegensatz dazu ist heute alles viel klarer und übersichtlicher. Ich würde sie nicht wieder zurückhaben wollen. Manches davon ist so peinlich, daß ich es am liebsten löschen würde.
Doch wenn ich mal Kinder habe, will ich mich doch wieder erinnern können, aufgrund welcher Nichtigkeiten man aus der Haut fahren könnte, und ich will all die lächerlichen Gründe nachvollziehen können, die es wert sind, nächtelang durchzuheulen - und darum freue ich mich, wenn sich zu den Klägen von November Rain und Meat Loaf ganz seltsame Gefühle irgendwo zwischen Erinnern und Peinlich-berührt-Sein einstellen.

***

P.S.:

Ich hab gelogen: Die Tagebücher sind doch hier, aber ich werf da mal besser keinen Blick rein - so kurz vor den Prüfungen kann ich mir keine seelischen Spätfolgen und Regressionen erlauben. Aber dafür habe ich noch eine Mappe mit Textauszügen von "Vom Winde verweht" gefunden ...
Wir fanden es damals schick, die Schlüsselszenen auswenig zu lernen und allenthalben zu zitieren. So kam es, daß ich nahezu alle Pausen eines Schuljahrs damit verbrachte, vor N. auf den Knien zu liegen und hochdramatisch "Oh, Ashley, ich lieb dich, ich lieb dich..." zu stammeln.
Auch ein schönes Hobby! ;o)

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26. Juni 2001

Tach! Die kleine Blasphemikerin ist wieder da! ;o)

Vorab der Link des Tages und eine kleine Kostprobe:

...auch sonst hat sich die Fleischeslust in unserem Alltag in einem Maße etabliert, das uns zu denken geben sollte:
Kondome und andere unkeusche Gegenstände werden öffentlich feilgeboten, Menschen reden offen über ihr unzüchtiges Privatleben, sind sogar stolz darauf, Lustbefriedigung ist den meisten Menschen heute wichtiger als eine Morgenandacht oder eine kleine Prozession.
Das muß anders werden!
Denn geschlechtlicher Umgang dient einzig und allein der Fortpflanzung.
Der Herr hat uns nicht die Gnade zuteil werden lassen, daß wir uns wie andere Lebewesen durch saubere und keusche Zellteilung fortpflanzen können. Weil der Mensch schlecht ist, hat der Herr ihm den Fluch der Fleischeslust auferlegt. Dennoch ist es möglich, ein sittsames Leben zu führen. Ich schlage dazu ein paar einfache Regeln vor, an die ich selbst mich schon immer gehalten habe:
• Geschlechtlicher Umgang außerhalb der Ehe ist Sünde und unbedingt zu vermeiden.
• Geschlechtlicher Umgang in der Ehe ist auch Sünde, wenn er nicht einzig und allein der Fortpflanzung dient.
• Geschlechtlicher Umgang in der Ehe zum Zwecke der Fortpflanzung ist immer dann eine Sünde, wenn die Partner Freude dabei empfinden.
• Selbstbefleckung ist eine ganz abscheuliche Sünde.
Alle weiteren Betätigungen auf geschlechtlichem Gebiet (die Tastatur sträubt sich, gewisse Begriffe entgegenzunehmen) sind noch abscheulichere Sünden und werden mit ewiger Verdammnis bestraft.
Was kann man tun?
Die Christen-Front für Sitte und Tugend hat es sich zur Aufgabe gemacht, althergebrachte Werte wieder im allgemeinen Bewußtsein zu verankern. Wir halten es für sinnvoll, geschlechtliche Praktiken, die von für die Fortpflanzung notwendigen Tätigkeiten abweichen, bzw. darüber hinausgehen, unter Strafe zu stellen. Bei einem ersten Vergehen wollen wir noch gnädig sein und ein - allerdings beträchtliches - Bußgeld verhängen. Wer sich jedoch weiterhin zum Sklaven seiner Fleischeslust machen will, sollte in Umerziehungsanstalten unter unserer Aufsicht zum Besseren bekehrt werden.
Bringet die Menschen näher zum Herrn! In diesem Sinne danke ich Ihnen, daß Sie mir trotz des  anstößigen Themas eine Weile Ihre Aufmerksamkeit geschenkt haben.
Gehet hin in Frieden!
 

Die Sache mit der keuschen Zellteilung finde ich schmissig formuliert, die Abstufung von "Sünde", "abscheulicher Sünde" und "noch abscheulicherer Sünde" beweist Liebe zum Detail, und meine Lustbefriedigung ist mir tatsächlich wichtiger als die kleine Morgenandacht oder Prozession.
Doch ich bin mir noch immer nicht sicher, ob diese Seiten nicht doch Satire sind - dann wär es nämlich schon wieder lustig.

***

Zurück zum Tagesgeschäft:

Gestern habe ich gleich zwei Dinge erledigt, die entscheidend für meine Zukunft sind (und da sage noch wer, Montage seien uneffektiv!):

 

 

Dieser wunderbare Aushang ist seit gestern an allen strategisch wichtigen Orten der Uni Bamberg, Standort Feldkirchenstraße zu finden. Im Endeffekt ist es zwar egal, ob ich nun einen Nachmieter finde oder nicht, da ich fristgerecht gekündigt habe. Doch zum einen ist es ja kein großer Stress, solche Aushänge zu machen, und zum anderen wäre es doch interessant, den Nachmieter zu kennen - vielleicht erspare ich mir so das Entfernen diverser Haken und Regale. Da ich nämlich keinen Kleiderschrank besitze und unter dem Dach sowieso kein Platz wäre, einen aufzustellen, hab ich dafür ein Regal an die Wand gekloppt, das der Nachmieter ja abhaben könnte.
Auf dem Wisch ist die Nummer meiner Vermieter angegeben, und daher weiß ich nicht, wann wer kommen wird, um sich die Wohnung anzugucken. Sicherheitshalber werde ich ab jetzt mal nicht meinen halben Besitzstand an Geschirr in der Spüle archivieren, lege schmutzige Wäsche in den dafür vorgesehenen Korb statt irgendwo auf den Fußboden, ich hab eine Taktik entwickelt, wie man in Sekundenschnelle drei Semester Lernstoff zu einem ordentlichen Haufen zusammenschiebt, hab schon mal Fenster geputzt, auf Grund gesaugt und das hochwirksame Anti-Rauch-Spray immer griffbereit *g*.
Mal sehen, ich bin schon ganz gespannt, ob und wer sich da meldet. Ist gerade nicht die beste Zeit, um Wohnungen loszuwerden, aber ich war vor zwei Jahren um etwa dieselbe Zeit auch nicht die einzige Wohnungssuchende, und wer weiß - vielleicht muß sich ja auch dieses Jahr jemand wegen einer plötzlichen Trennung eine eigene Wohnung suchen ;o)

***

Die zweite wichtige Aktion gestern hilft mir enorm, meine Prüfungsfaulheit zu überwinden:
Gestern abend startete bei Wolfgang die Task Force zur Theorienprüfung.

In der Prüfung wird es darum gehen, eine bestimmte Theorie der Sozialen Arbeit anhand eines Falles aufzuzeigen und damit zu beweisen, daß man damit umgehen kann. Da so ein Fall ziemlich komplex ist und auf tausend Aspekte hin beleuchtet werden soll, können wir uns schon vor der Prüfung einen aussuchen und die zugehörigen Merkmale/ Kriterien/ Problemstellungen vorbereiten. Das haben wir gestern sehr effektiv und konzentriert gemacht, und von einigen Ablenkungen abgesehen, waren wir sehr erfolgreich.
Allerdings haben wir uns einen etwas ungewöhnlichen Fall ausgesucht, nämlich Donald Duck *g*. Zuerst nur aus einer Faulheit heraus, aber dann waren wir doch fasziniert, was sich da für Problemstellungen auftun: Erziehungsprobleme bezüglich der Neffen, Schuldenproblematik, mangelndes Selbstwertgefühl, Anfälle von Cholerischsein, inzenstuöse Neigung zur Cousine Daisy ...

- Wow, jede Beratungsstelle hat ausgesorgt, wenn so ein Multiproblemfall auftaucht! ;o)

P.S.:
Huhu, Anne, ich seh dich schon wieder verständnislos den Kopf schütteln - aber Sozialarbeiter machen nunmal so seltsame Sachen ... wenigstens setzen wir keine Leute zu Selbsterfahrungszwecken im Großstadtdschungel aus!
Dann doch lieber mit Donald Duck rumärgern ... *ggg*

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27. Juni 2001

Sommerphantasien

"Es war echt schön mit dir, aber nun muß ich. Das wars dann, Süße, sorry", sagt mein Kreislauf und wendet sich zur Tür.
Ich bin so erstaunt, daß ich mich noch nicht mal über die seltsame Anrede wundern kann (er kennt mich schon so lange und sollte eigentlich wissen, daß ich es nicht mag, "Süße" genannt zu werden).
"Aber du kannst doch nicht so einfach ... Hey, das ging so lange gut mit uns, und du hast dich doch wohlgefühlt mit mir, oder?", rufe ich ihm belämmert hinterher und merke, wie ich langsam den Boden unter den Füßen verliere.
"Klar, war schon toll mit dir, aber nun kann ich nicht mehr. Die Sache wird mir einfach zu heiß", erklärt er, als er schon an der Türe steht. "Zum Abschied lasse ich dir diese schwarzen Punkte vor deinen Augen hier. Leb wohl, Kleine!"

Mit einem leichten Rauschen, das mir noch lange in den Ohren bleibt, verläßt er den Raum und ich weiß noch immer nicht, warum er mich mit so bescheuerten Kosenamen anredet. Erschöpft sinke ich aufs Sofa, betrachte ich die Punkte vor meinen Augen und überlege, ob es besser wäre, sie bunt anzumalen oder mit der Wasserpistole darauf zu zielen.

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29. Juni 2001

Öffentliche Bekanntmachung

In der Angelegenheit 1402-1104/1604-1705/60 der Parteien A / B ergeht folgender Beschluss:

Gemäß §28b, Art. 3 des BFG (Bundesfetengesetzes) gilt es bei Vorlage von mind. einem, aber weniger als sechs Anlässen eine würdige Großraumfete unter freiem Himmel auf einer Gesamtfläche von mehr als 150m2 auszurichten. Bei den Antragstellern A und B war diese Indikation unter Berücksichtigung folgender Indizien festzustellen:

• Geburtstag von A
• Geburtstag von B
• Rückkehr von A aus Nepal
• Zurückliegendes 2. Examen von B
• Dipl. Relpäd. C zahlt 60 l Bier und löst seine Wette ein

Ort des Geschehens: [sag ich nicht *g*] (1)
Zeitpunkt: 30.06.2001

Weiterhin gilt folgende richterliche Anordnung:
Da mit hohem Parteienverkehr zu rechnen ist, sind die zum Verzehr gedachten Utensilien selbst mitzubringen. Eine Vorrichtung zum Grillen steht bereit.

Laut §28 b, Art. 4a des BFA ist für Übernachtungsmöglichkeiten gesorgt, wenn:
1.) ein Schlafsack (und zugleich)
2.) eine zeltähnliche Behausung oder
3.) in Ausnahmefällen ein Kraftfahrzeug mitgebracht werden und sachgemäß verwendet werden.

Das Teilnehmen ist bis zum 18.06.2001 unter 0921-******* oder Gastgeber@provider.de zu bestätigen.
Fernbleiben wird mit hohen Haftstrafen geahndet.

Bayreuth, den 11.05.2001

Bundesministerium für Fetenangelegenheiten und sinnloses Biertrinken

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Dieses Schreiben erreichte mich in den Iden des Mai, und ihr werdet verstehen, daß ich dieser Aufforderung Folge leisten muß (schließlich wird mit Haftstrafen gedroht...)

Also werde ich mich morgen auf den Weg nach Hause machen, dieser Festivität beiwohnen und dann am Sonntag nach Lummerland fahren - daher gibt es wohl vor Montag nichts Neues hier - aber Euch wird schon was einfallen, was man außer Tagebuchlesen noch machen kann ;o)))

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Archiv Juli Teil 1

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"Towandas Turbulenzen" ist ein Projekt von Towandaweb und erblickte am 5. Mai 2001 das Licht der Welt.
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