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Exact diese fünf Fragen - und von Adressenabgleichung abgesehen, keine einzige mehr - wurden mir heute abend bei einem Telephoninterview gestellt. Ich hab lange darüber gegrübelt, ob hier eine besonders subtile
Form der Befragung stattfindet, deren Zielsetzung ich zu checken zu minderbemittelt
bin oder ob der Entwerfer des Fragebogens einfach nur doof war. Und dann diese Inhalte ... Wem wohl diese Daten wieder zukommen werden?
Einer Vereinigung für qualitätsbewußte Diabetiker? Selbsthilfegruppe
für kreislaufkranke Alkoholiker? Weintrinkende Qualitätsfetischisten? Ansonsten hätten wir hier noch ... ... Regen ohne Ende und daher zwei auf morgen verschobene Termine in der Innenstadt (mein Handchirurg sollte beten, daß es morgen wieder regnet - und falls nicht, wünsche ich mir doch, daß er sich noch mal ganz genau überlegt, was er vor einem Dreivierteljahr an meiner Pfote verbockt hat) ... Kopfschmerzen Marke "Nicht von dieser Welt" ... die verzweifelte Suche nach drei Links für dieses Projekt, zu dem ich durch Anne gekommen bin.Ein Kulturnetzwerk ... und Anne hat zuerst an mich gedacht ... ich bin Kulturschaffende, jippieh! Klingt schon deutlich besser als "Prosa-Trulla" oder "Glossen-Schmierfink". ;o)
Netlife: Denic sagt: Was genau will uns dieser Wicht sagen? Schade um die schöne Domain ... Und wegen dieser Sache könnte sich Deutschland nun auch endlich mal wieder beruhigen ... Im Leben nicht würde ich so viel Geld ausgeben, um zwischen durchgeschwitzten, gröhlenden Menschen zu stehen (gut, hätte ich meine Panik nicht, würde ich diese Einstellung für ein Fußballspiel schon mal über den Haufen werfen *g*). Aber wer da in der ersten Reihe saß, interessiert mich nicht, und Sex hätte ich für ein Ticket schon gleich dreimal nicht gegeben. Jawoll. Fingertrommelnd warte ich auf Antwort der beiden Seitenbesitzer, die ich noch gerne im Art Network verlinken möchte. Daher harrt der Knoten noch seiner Einbindung, denn mit nur einem Link ist das schon etwas popelig. Mein Dozent hat es endlich geschafft, Speicherplatz an der Uni für
die Seiten unseres Projekts zu beantragen, die ich gebaut hab. Sensationell:
Kaum wartet man mal ein Vierteljahr, schwupps, schon tut sich was. Somit
kann ich mein "Baby Nummer fünf" wohl doch noch vor Erreichen
meines Diploms im Frühjahr 2002 im Netz sehen. Engelbert
muß ich nun doch mal zu Hilfe eilen und meine Solidarität als
begeisterte Extern-Linkerin bekunden. Ich hab diese Seite gebaut, und
da hätte ich gern, daß meine Seite aufbleibt, rein der Übersicht
halber; zumal ich hier doch ab und an auf großen Unfug linke (s.
o.). *** TV-Life: Die Sache mit den Guano Babes war noch witzig - aber ich hab das dumme
Gefühl, mit einer wöchentlichen Show wird er
wohl dem "Ach-der-schon-wieder"-Seufzer zum Opfer fallen. Hey, ihr Schokoknacker und Milchschaumschlürfer, ihr Aquasphären-,
Ionenformel- und Vitamin-K-0815-Komplex-Kosmetikas - ich liebe Euch! Was sind das eigentlich für Menschen, die sich über TV-Shopping
Münchner-Freiheit-Best-of-CD-Collections und Reinigungsmittel mit
dem Namen "Gartenkönig" bestellen? *** Real Life: Meine Prüfungsthemen fürs Colloquium hab ich heute festgelegt und bete zu Gott, daß ich das mit dem bereits in irgendwelchen Ordnern vorhandenem Material richtig in Erinnerung hatte ... Termin beim Handchirurg war ergebnislos, heute gehts in aller Herrgottsfrühe nochmal zum Neurologen, damit der mir Strom durch den Arm jagt und guckt, ob mit den Nerven alles okay ist (Ich bin schwer der Meinung, daß die Uhrzeit der Behandlung die Testergebnisse deutlich verfälschen wird, und daß ich was an den Nerven hab, kann ich ihm auch ohne Behandlung sagen ... ) Ansonsten wars fad und tröge, daher Ende hier - es reicht, wenn ich das ertragen muß ;o) *** 20. Juni 2001 - Teil 2 Net- und Compi-Life: Solche
Kollegen haben echt was an der Waffel. Wer es wichtig findet, solche
Mails zu schreiben und sicher auch noch gespannt auf Antwort lauert, sollte
sich besser eine vernünftige Beschäftigung suchen. Briefmarkensammeln
oder kleine Papierbastelarbeiten können einem manche Freude bereiten.
Oder ein eigenes Weblog. Auf meinem gmx-Account landete gestern mal wieder ein uninteressanter
Newsletter; alles Wichtige kommt eh zu web.de (daß ich gmx
nicht leiden kann, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben),
und so trachtete ich danach, diese Postille abzubestellen. Abmeldelink
in der Nachricht angeklickt, und in diesem Moment sagt Pegasus: "Attempting
to invoke webbrowser" Ist es bei solchen Dialogen innerhalb der Software noch ein Wunder, daß ich alle halbe Jahre Format C: machen muß?! *** Die Leiden Towandas: Es grenzt an Frechheit und symbolisiert für mich die Ignoranz sämtlicher
Organisationsregeln, wenn man bei einem Arzt IMMER mindestens zwei Stunden
warten muß - heute waren es drei. Zwar aufgeteilt in zwei Stunden
Warten im Wartezimmer und eine Stunde Dumm-Rumstehen neben medizinischen
Gerätschaften, aber deswegen nicht minder nervig. Die neue Theorie für die Schmerzen in der Hand ist, daß der
Nerv geschädigt war und nun nachwächst - das schmerzt und kann
bis zu zwei Jahren dauern. Was wird die nächste Hypothese sein? Sonneneruptionen sind für
die Schmerzen verantwortlich? Erdmagnetismus? Der wäre nämlich
IMMER da, würde auch die Schmerzen langfristig erklären und
die Ärzte müßten sich nicht immer etwas neues zur Erklärung
aus ihren Fingern saugen. Muß ich noch erwähnen, daß ich nach dieser Prozedur (weil ich vorher nichts gegessen hatte) lustige schwarze Punkte zum Sammeln vor Augen hatte, als ich zur Apotheke ging? Und wegen eines Computerdefekts keine einzige Sparkasse in der Stadt fähig war, mir Geld auszuzahlen? Und Kopfschmerzen ... Ist es schlimm, wenn ich dem Kind im Hof, was seit einer Stunde stupide den Ball gegen die Wand kloppt, den Kopf abreise? Ich werd mich erst mal aufs Sofa legen und wimmern.
Heissasa ... ... in fast allen Logs und Tagebüchern geht es rund ... zwar hab
ich immer noch nicht begriffen, worum es eigentlich ging, aber ist ja
auch egal. Ich habe nämlich ein Problem mit meinen Löffeln. Soweit ist das noch kein Problem, aber dann kommt der Zucker bzw. der Honig ins Spiel. Der Tee steht in der Küche, dort wird er eingegossen, ein Löffel Honig hineingeworfen und rührenderweise an den Rechner befördert. Auch das ist noch keine Schwierigkeit, problematisch wird das erst bei den folgenden Tassen. Weil nämlich wenn (<- diesen Satzanfang sollte man entweder patentieren oder entsorgen lassen) ich die Tasse trinke, nehme ich den Löffel aus der Tasse und lege ihn neben dem Rechner ab. Bald darauf trabse ich dürstend zurück in die Küche, gieße eine neue Tasse ein ... und merke, daß der Löffel fehlt. Zurücklaufen mag ich nicht, daher nehme ich nen neuen Löffel. Geht man nun davon aus, daß ein Studentenhaushalt nur über sechs Teelöffel verfügt, von denen einer schon verschwunden und einer immer in der Tasche liegt, falls einem mal ein Jogurt über den Weg läuft, ist spätestens bei Tasse Numero 5 Schicht: Kein Löffel mehr in der Küche, dafür vier Stück neben dem Rechner. Toll. Es mag vielleicht lapidar erscheinen, aber dieses Problem quält mich schon länger, und ich habe noch immer keine Lösung dafür. Das Löffelkontingent aufzustocken, bringt es nicht, das schafft nur eine mittelfristige Verlagerung der Misere. Den Honig in der Küche einzurühren und den Löffel somit gar nicht erst in die Nähe des Rechners gelangen zu lassen, ist unmachbar: Ich brauche dieses deliberative Rühren, wenn ich am PC hocke. Ein Löffelförderband von der Löffelablage am Rechner zum Honigtopf in der Küche ist aufgrund der architektonischen Begebenheiten auch nicht so ohne Weiteres zu realisieren. Ich bin ratlos. *** Ebenso ratlos bin ich über meine Hand und vermute, daß der Chirurg es auch sein wird. Daher habe ich mir heute "arztfrei" genommen und werde erst morgen den Chirurgen aufmischen. Bis dahin wird hochprofessionell mit Voltaren und Eis behandelt. Aber die lieben Besserungs-Wünsche im Gästebuch haben gutgetan - Danke, Liisa und Melody! ;o) Findet ihr das Wort "Psychopathenmagnet" würdig als Wort der Woche für hier? Melody hat es erfunden (oder sollte man besser sagen "erlitten"?!) und ich frag mich noch immer, ob sie da wohl ein Copyright drauf hat ... Und dann freu ich mich wie ein Schneekönig, daß ich Arianamania
für diese
Sache verlinken darf! Nun fehlt nur noch der Dritte im Bund und ich harre gespannt einer Antwort ...
Arzttermin hab ich nochmal großzügig verschoben - das paßt besser zu einem Montag. Außerdem hab ich noch sieben Stunden Seminar vor mir, das ist genug für heute, vor allem, wenn es um so spannende Themen wie Controlling und Qualitätsmanagement geht. Eigentlich geh ich nur wegen Fundraising hin - denn wie man an Kohle kommt, interessiert mich schon ;o))) Ansonsten freu ich mich wie verrückt über das Wort "Psychopathenmagnet" von Melody ;o) Polnisch kan ich leider auch nicht, lediglich ein Wort blieb mir in Erinnerung, das mir ein slawistikstudierender Bekannter präsentierte. Schreibweise unbekannt, so wird es gesprochen: "Mitzrrrosoft Worrrd la ogna" - Microsoft Word für Windows (hätte Melody hier wohl auch nicht weitergeholfen *g*) Hach, was ne geniale Überleitung - denn wir hätten heute noch
Microsoftfreien Freitag hier
und hier.
Diese Gelegenheit hab ich genutzt, um mir endlich mal Opera zu ziehen
- war schon lange fällig, denn Microsoft nervt, und Netscape spinnt.
Umso größer war die Überraschung, als ich auch mit Opera
nicht auf die microsoftfreien Seiten kam. Opera gibt sich in den werkseitigen Voreinstellungen als IE 5.0 aus. Wäre ich in der Programmierergruppe gewesen, würde ich sowas als Hochverrat werten. *** Und dann noch eine kleine Presseschau: Pfui! Das hätte nicht unbedingt sein müssen - und das auch nicht. Hier zeigt sich wohl der Neid der Besitzlosen und der Beweis, daß die Provokationen, die zu meiner Zeit Lehrer auf die Palme gebracht haben, noch immer funktionieren ;o) Iggy Pop hatte keinen Sex mit Mick Jagger. Schön, daß das auch endlich geklärt ist. Zehnjährige Kinder als Verbrecher und eine erbitterte Jagd nach acht Jahren. Manchmal zeigt sich deutlicher, als man sich es wünschen würde, daß der Mensch vom Tier abstammt.
23. Juni 2001 - Mein allererster blasphemischer Eintrag Manchmal liegen richtig lustige Dinge in meinem Briefkasten (bzw. auf der Treppe, da es keinen Briefkasten gibt). Gestern zum Beispiel dieses hier - sorry, ziemlich lange Ladezeit, aber die Texte waren so wundervoll, daß ich mich nicht für einen Bereich entscheiden konnte. "Brauchen Sie eine Gnade?" ist wohl eine Frage, die mir noch niemand gestellt hat, noch nicht mal ich mir selber. Aber jetzt, wo ich das lese ... Stimmt, da war mal eine noch fast volle Tüte Gnade, aber wo hab ich die hingetan? Vielleicht frag ich mal, ob mir wer ein bißchen Gnade borgen kann - so ein oder zwei würden reichen übers Wochenende. Aber halt - ist ja kein Problem: Denn nun liegt sie zum Greifen nahe,
die Wundertätige Medaille, und verspricht nicht nur EINE Gnade,
sondern GROSSE GNADEN, BESONDERE GNADEN - und damit nicht genug:
Sogar ALLE ARTEN VON GNADEN! Ein Gnadenstrom, gut bei schweren
Krankheiten, Schutz vor Unfällen, Lösung von Problemen aller
Art wie Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum, Alkoholsucht, familiären
und persönlichen Krisen .... Spontan fällt mir da einer der Running-Gag-Standard-Dialoge zwischen Papa und mir ein: "Verarschen kann ich mich selbst!" - "Ja, aber nicht so schön!" Das ist wohl wahr ... *** Nochwas aus der Werbeecke: Becks (das Bier mit dem falschen Apostroph und obendrein langweiligem
Geschmack, daher gibt es auch keinen Link) hat nun einen Kasten mit weichen,
weißen Soft Touch Griffen herausgebracht - das nenne ich ja nun
klassisch an der Zielgruppe vorbeientworfen. *** Harald Schmidt Show informiert: Im Übrigen grübele ich - bevor ich zum Seminar gehe - noch ein bißchen drüber nach, ob es wirklich ausgeschlossen ist, daß Heiner Bremer vom RTL-Nachtjournal in direkter Linie vom Sanso-Bär abstammt.
[Ich weiß, daß es nicht klug ist, die Besucher
gleich am Anfang eines Eintrags woandershin zu locken, aber vielleicht
kommt ihr ja wieder zu mir zurück von diesem Einschub mit Link: *** So - da wär ich wieder. Das Seminar war doch recht gut und hat das frühe Aufstehen am Samstag gelohnt - mal jemanden aus der Praxis zu Benchmarking und Fundraising löchern zu können, ist doch etwas anderes, als von Dozenten bei Nachfragen immer nur mit Literatur abgefüttert zu werden. So viel erzählen davon werde ich hier nicht (interessiert wohl eh niemanden), aber eine wunderbare Debatte zum Thema "Ethik und Sponsoring - ran an die Kohle ohne Rücksicht auf Verluste?" mit humoristischem Höhepunkt will ich Euch doch nicht vorenthalten: Es ging darum, ob es ethisch vertretbar sei, das Budget eines Kindergartens
unter anderem mit einer Geldspende von Beate Uhse aufzubessern. Klar,
da war die Frage, wie sich das mit dem Konzept des Trägers vereinen
läßt, und wie kommt das bei der Zielgruppe an: der Unterschied,
ob sowas in Altötting oder in Berlin Kreuzberg läuft etc. ...
Ich könnte mir schon vorstellen, daß die Kinder Freude dran
hätten, einen Vibrator über den Tisch zappeln und brummen zu
sehen. (Und wer die Suchmaschinen auf Begriffe wie "Beate Uhse", "Vibrator" und "Sexspielzeug" ansetzt, hat hiermit auch eine kleine Überraschung bekommen ...*FG*) *** Ooooooooooohhhhhhhhhhhhh! Wat is dat schööööööööön! Eine Woche werde ich nun mit Heike
und Marc in Engelberts
Zimmer verbringen - mit einem wunderbaren Blick auf Loch Lomond -
Dankeschön!
Einen wundervollen Sonntag Euch allen!
Ui ... ... Melody hat mich mit ihrem gestrigen Eintrag ja wirklich zum Grübeln gebracht. Nie im Leben würde ich einen alten Tagebucheintrag von mir veröffentlichen; Viergeteilt werden, bis zum Hals in siedendem Pech stecken, Eiserne Jungfrau, Daumenschrauben ... alles wäre angenehmer, als daß meine Umwelt wirre und höchst lachhafte Sätze meiner Person zuordnen könnte. Das ganze Unternehmen scheitert sowieso daran, daß meine alten Tagebücher werweißwo rumliegen. Lediglich ein paar Gedichte aus dieser Zeit habe ich noch hier, die ich nur selten eines befremdeten Blickes würdige - die Entscheidung gegen Lyrik und für Prosa war eine der klügsten Dinge, die ich in meinem Leben bisher getan habe. Dennoch - ein paar Puzzleteilchen tauchen auch ohne Spickzettel vor meinem geistigen Auge auf, wenn ich ein gutes Jahrzehnt zurückdenke. Ich weiß noch, daß ich dem S. (zwei Klassen über mir und ein Bus-Hinten-Sitzer - ganz großes Kaliber also) im Bus den Atlas über den Hinterkopf gezogen hab, weil er mich nervte - darauf bin ich heute noch stolz *g*. Und ich erinnere mich daran, wie es war, mit Kuriosa am Bushäuschen zu sitzen mit einer Schachtel Philadelphia, in den wir immer wieder die Finger gruben und uns schlabbernd über Gottunddiewelt den Mund zerrissen. Der Hormonschub, der mich hinterrücks überfiel, als ich zum ersten Mal meine Tage bekam und mich zu einem heftigen Heulanfall zwang; meine Mutter fragte ganz besorgt, ob ich denn so schlimme Schmerzen deswegen habe - nein, hatte ich nicht, ich wollte einfach nur daliegen und heulen und konnte nicht verstehen, daß das niemand verstand. Oder wie ich mich geärgert habe, als mein Vater mit einem schmunzelnden Blick auf mein T-Shirt bemerkte, daß ich ja einen Busen bekomme - und die daraus resultierende Erkenntnis, daß man nicht ewig Kind bleibt. Dann die ewige Unzufriedenheit mit meiner Figur und einige halbherzige Diätversuche, die einfach dazugehören, wenn man in einer Klasse ist, wo die Hälfte der Mädels Essstörungen hat und die Kaloriendifferenz von Raider (jetzt Twix) und Mars zum Grundwissen gehört. Erst mit den ersten Beziehungen zum männlichen Geschlecht dämmerte mir, daß ich so häßlich nicht sein kann. Der Zeitpunkt, zu dem ich allen Diäten bis heute Adieu gesagt habe, muß wohl gewesen sein, als eine Klassenkameradin in die Klinik kam, weil sie so deutlich abgemagert war, daß das Dickste an ihren Beinen der Knochen des Knies war. Überhaupt - Äußerlichkeiten waren so enorm wichtig. Ich
glaube, als ich in der siebten, achten Klasse war, fing dieser Markenterror
an. Zum Glück noch nicht so schlimm, wie es heute teilweise ist,
und eine Joop-Jeans bzw. 300DM-Kaschmir-Pullis halte ich bis heute für
eine 13jährige ziemlich unpassend. Brieffreundinnen hatte ich damals eine ganze Menge. Ich weiß zwar nicht, was wir da immerzu zu schreiben hatten, aber ich weiß, daß ich es mit einer Schrift getan habe, die ich damals originell fand - heute weiß ich, daß es einfach nur die Schrift eines Charakters war, der noch nicht so ganz wußte, wo der Weg denn hingehen soll. Und kitschiges Briefpapier hatte ich - allein beim Gedanken daran kräuseln sich mir heute beinahe die Zehennägel. Männer ... oder damals eher Jungens ... ein höchst peinliches
Thema. Wenn ich so zurückblicke, ist der Großteil von denen,
die ich toll fand oder mit denen ich zusammen war, nun verheiratet, war
im Knast oder in der Psychiatrie (und wer nun irgendwelche kausalen Zusammenhänge
herstellt, bekommt eins auf die Nuß! *g*). Spekulationen darüber,
wer von den anderen nun schon "hat" und Getuschel über
die ersten eigenen Erfahrungen. Der Verdacht, schwanger zu sein und die
Erkenntnis, daß das wohl doch nicht der Mann fürs Leben sein
wird, als man ihn fragt, was er tun würde, wenn man denn schwanger
wäre und die Antwort "Ich glaub, dann würd ich abhauen"
lautet. Mit einer Ausnahme: John Lennon fand ich grandios und daher hab ich damals
alles über die 68er recherchiert. War wohl der Hang zum politischen
Engagement und der unbändige Drang, die Welt verbessern zu wollen.
Engagiert an allen Ecken und Enden, ob es nun um Umweltschutz, Apartheit
oder Rechtsradikalismus ging. Ich erinnere mich noch, als wir unsere Deutschlehrerin
in der Zeit des Mauerfalls eines Morgens mit "Frieden und Sozialismus!"
grüßten, damit uns aufgrund dieser Provokation endlich mal
jemand erzählt, was denn da an der Grenze abläuft und wieso
(den Geschichtslehrer zu fragen, wäre vergebene Liebesmüh gewesen
- frühestens in der Kollegstufe hatte man die Chance, mal zu erfahren,
wie das nach dem Zweiten Weltkrieg eigentlich weiterging). Oh, und dann - es muß etwa in der neunten Klasse gewesen sein -
der Moment, in dem ich wegen einer Fünf in Französisch meinen
damaligen großen Traum begraben hatte: Ich war in Englisch immer
perfekt, hab daraus geschlossen, ein Talent für Sprachen zu haben
und hatte mir eine Karriere als Fremdsprachenkorrespondentin ausersonnen.
Bis dann Französisch kam - in zwei Jahren habe ich pro Halbjahr eine
Notenstufe geopfert, stand schließlich auf 5, hab schluchzend und
trotzig meine Pläne über Bord geworfen und bin vom Gymnasium
gegangen. Wenn ich so zurückdenke, war es eine verdammt wirre und orientierungslose
Zeit, im Gegensatz dazu ist heute alles viel klarer und übersichtlicher.
Ich würde sie nicht wieder zurückhaben wollen. Manches davon
ist so peinlich, daß ich es am liebsten löschen würde.
*** P.S.: Ich hab gelogen: Die Tagebücher sind doch hier, aber ich werf da
mal besser keinen Blick rein - so kurz vor den Prüfungen kann ich
mir keine seelischen Spätfolgen und Regressionen erlauben. Aber dafür
habe ich noch eine Mappe mit Textauszügen von "Vom Winde verweht"
gefunden ...
Tach! Die kleine Blasphemikerin ist wieder da! ;o) Vorab der Link des Tages und eine kleine Kostprobe:
Die Sache mit der keuschen Zellteilung finde ich schmissig formuliert,
die Abstufung von "Sünde", "abscheulicher Sünde"
und "noch abscheulicherer Sünde" beweist Liebe zum Detail,
und meine Lustbefriedigung ist mir tatsächlich wichtiger als die
kleine Morgenandacht oder Prozession. *** Zurück zum Tagesgeschäft: Gestern habe ich gleich zwei Dinge erledigt, die entscheidend für meine Zukunft sind (und da sage noch wer, Montage seien uneffektiv!):
Dieser wunderbare Aushang ist seit gestern an allen strategisch wichtigen
Orten der Uni Bamberg, Standort Feldkirchenstraße zu finden. Im
Endeffekt ist es zwar egal, ob ich nun einen Nachmieter finde oder nicht,
da ich fristgerecht gekündigt habe. Doch zum einen ist es ja kein
großer Stress, solche Aushänge zu machen, und zum anderen wäre
es doch interessant, den Nachmieter zu kennen - vielleicht erspare ich
mir so das Entfernen diverser Haken und Regale. Da ich nämlich keinen
Kleiderschrank besitze und unter dem Dach sowieso kein Platz wäre,
einen aufzustellen, hab ich dafür ein Regal an die Wand gekloppt,
das der Nachmieter ja abhaben könnte. *** Die zweite wichtige Aktion gestern hilft mir enorm, meine Prüfungsfaulheit
zu überwinden: In der Prüfung wird es darum gehen, eine bestimmte Theorie der Sozialen
Arbeit anhand eines Falles aufzuzeigen und damit zu beweisen, daß man
damit umgehen kann. Da so ein Fall ziemlich komplex ist und auf tausend
Aspekte hin beleuchtet werden soll, können wir uns schon vor der Prüfung
einen aussuchen und die zugehörigen Merkmale/ Kriterien/ Problemstellungen
vorbereiten. Das haben wir gestern sehr effektiv und konzentriert gemacht,
und von einigen Ablenkungen abgesehen, waren wir sehr erfolgreich. - Wow, jede Beratungsstelle hat ausgesorgt, wenn so ein Multiproblemfall auftaucht! ;o) P.S.:
Sommerphantasien "Es war echt schön mit dir, aber nun muß ich. Das wars
dann, Süße, sorry", sagt mein Kreislauf und wendet sich
zur Tür. Mit einem leichten Rauschen, das mir noch lange in den Ohren bleibt, verläßt er den Raum und ich weiß noch immer nicht, warum er mich mit so bescheuerten Kosenamen anredet. Erschöpft sinke ich aufs Sofa, betrachte ich die Punkte vor meinen Augen und überlege, ob es besser wäre, sie bunt anzumalen oder mit der Wasserpistole darauf zu zielen.
*** Dieses Schreiben erreichte mich in den Iden des Mai, und ihr werdet verstehen, daß ich dieser Aufforderung Folge leisten muß (schließlich wird mit Haftstrafen gedroht...) Also werde ich mich morgen auf den Weg nach Hause machen, dieser Festivität beiwohnen und dann am Sonntag nach Lummerland fahren - daher gibt es wohl vor Montag nichts Neues hier - aber Euch wird schon was einfallen, was man außer Tagebuchlesen noch machen kann ;o)))
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"Towandas Turbulenzen" ist ein Projekt von Towandaweb
und erblickte am 5. Mai 2001 das Licht der Welt.
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