Towandas Turbulenzen
Juni

Teil 1


01
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1. Juni 2001

Premierenstimmung ...

zum einen ist das der erste Eintrag in einem neuen Monat (sogar der erste Eintrag in einem anderen Monat als Mai *g*), und es ist der erste Eintrag, den ich aus Lummerland schreibe!

Ach ja - Lummerland, das ist Herford. Und es heißt so, weil sich im Chat kein Mensch dieses OWL namens "Ostwestfalen-Lippe" merken konnte, das als Antwort auf die Frage, wo Strüsel und Cativo wohl wechkommen, gegeben wurde. Und irgendwer meinte dann recht entnervt: "Das merk ich mir nie! Damit ihr´s wißt - ihr kommt aus Lummerland!" *g* Im Nachhinein paßt es sogar recht gut, denn es ist tatsächlich eine Insel (eingekesselt von Niedersachsen, Lippern und "normalen" Westfalen - also eine Insel der Glückseligkeit und Anständigeit inmitten des Irrsinns - so sagte man mir *g*), und die zwei Berge sind der Teutoburger Wald und das Wiehengebirge (denk ich doch mal ... hmmm, ich werd noch ein bißchen lernen müssen, was die geographischen Gegebenheiten meiner zukünftigen Heimat anbelangt *g*)

Gestern abend bin ich ziemlich geschafft angekommen ... halt!!! Vielleicht sollte ich mich doch mal auf die chronologische Erzählweise rückbesinnen.

An manchen Tagen kommt überhaupt nichts vom Fleck, obwohl man rotiert wie doof, und dann wieder überschlagen sich die Dinge, ohne daß man viel dazutut:
Gestern gab es gleich drei Neuigkeiten an der Uni - so viel Neues für nur zwei Stunden Anwesenheit hätt ich nicht erwartet:

- Das Seminar, das ist am Mittwoch ausfallen hab lassen, habe ich gar nicht verpaßt. Gestern fand ich nämlich einen Aushang, daß es wegen "dienstlicher Gründe" ausfallen müßte. Zum einen ja gut für mich, aber ich hätte schwören können, daß der Aushang am Dienstag noch nicht hing - und dienstliche Verpflichtungen kennt man doch schon ein paar Tage im Voraus, oder?
Fazit: Wenn ich am Mittwoch hingefahren wäre, hätte ich mich wohl noch mehr geärgert, als ich es den ganzen Tag eh schon tat.

- Die Themen für unsere mündliche Prüfung sind fest. Die durften wir gestern selbst auswählen - naja, fast ... in Rekordzeit von einer Stunde wurden von gut 20 Personen aus zweimal zwölf Themen je sechs gewählt, und ich hab auch schon eine ungefähre Ahnung, welche Literatur ich dazu lesen muß ...
Ist auch gar nicht so viel ...
Fein!

- Unsere Prüfungstermine stehen fest! *jubelundendlichgenauplanenkann!*
Den Auftakt bildet unser Schwerpunkt-Colloquium am Freitag, den 13.
Als ich dem Dozenten von dieser gelungenen Terminwahl berichtete, guckte er mich an wie ein Fragezeichen und meinte, daß er den Termin gar nicht gewußt hätte - das macht nämlich das Prüfungsamt.
Aha, Organisation ist doch was Feines.
Am Montag geht es weiter mit Theorien der Sozialen Arbeit, und am Mittwoch, dem 18. Juli um 11 Uhr werde ich Politik fertiggeschrieben haben (was ist Grammatik doch toll! *g*), knall den Stift in die Tasche und werd mich rechtzeitig vor dem Umzug nochmal standesgemäß betrinken! *lol*

Na denn ... wieder raus aus der Uni, heim, Tasche gepackt und ab zum Bahnhof!

Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist, nur acht Minuten Zeit zum Umsteigen zu haben und dann noch auf ein anderes Gleis zu müssen. Denn acht Minuten sind verdammt wenig, wenn man Reisetasche, normale Tasche und Rucksack trägt, wenn es weit über 25 Grad hat, wenn sich Züge auch noch fünf Minuten verspäten und man genau weiß, daß der ICE sicher nicht auf den popeligen RE warten wird, in dem man sich selbst nebst Gepäck grad hektisch und fingertrabbelnd zum Ausgang schiebt.
Also Rekordsprint quer durch den Würzburger Bahnhof, ICE gradnochsomitMühundNot erwischen und einmal nebst vollem Gepäck die halbe Länge durch den ICE latschen, denn die Raucherabteile sind nunmal ganz hinten.
Und was ich noch absolut nicht leiden kann, sind Schlaumeier, die mich auf den Weltnichtrauchertag aufmerksam machen, wenn sie nach dem Raucherabteil gefragt werden. Ich antwortete nur lächelnd, daß ja irgendwer rauchen müsse, damit dieser Tag seine Berechtigung hat und überlegte mir beim Weitergehen die eigentlich korrekte Antwort: "Gerade drum suche ich das Raucherabteil - sonst rauche ich nämlich immer in Nichtraucherzonen!"
*grrrrr!*

Umsteigen in Hannover klappte prima, und als ich dann in Herford ausgestiegen bin, konnte ich es kaum fassen:
REGEN und KALT!!! Ein Paradies von Wetter ...
Frank grinste ziemlich, als er mich mit Sandalen ohne Socken und kurzärmeligem Oberteil sah, und über meinen - durch Rucksack doch recht eingeschränkten - Regentanz und den Ausschrei: "Es regnet!!! Boah, habt ihr ein geiles Wetter!" schüttelte er nur noch den Kopf ;o)

Nach meiner Marathon-Jump-and-Run-Fahrt wollte ich erstmal duschen und dann gar nicht mehr außer Haus gehen - daher Pizzanotdienst kontaktiert, Sofa breitgelegen und den liebsten Mann der Welt beknuddelt.

So muß das Paradies sein ... *g*

Heute hab ich von der ganzen Schlepperei ziemlichen Muskelkater.
Es gibt gar nicht viel zu tun, denn glücklicherweise (na gut, die Umstände dazu waren nicht so glücklich ... ) hat ein Freund von Frank hier ein paar Tage verbracht, Flatrate genutzt, die Fische gehütet, als Frank bei mir war und Langeweile bekommen, die er mit der Idee "Dann räum ich dem Frank halt die Bude mal auf" beseitigte *g* Franks Mama und seine Schwester sind noch im Urlaub, Ankes Muggelinos (=Meerschweine) versorgt sein Bruder, so daß mich wohl bis zum Nachmittag niemand stört - sonst kommt gegen Mittag nämlich ab und zu mal Franks Mama vorbei, mit der ich dann Kaffee vernichten, über dies und das lästern und die Küche vollqualmen muß ;o)
So zog es vor, den Vormittag am Rechner zu verbringen, anderer Leute Gästebücher vollzuschreiben und alle Seiten abzusurfen, die ich in meinem täglichen Rundgang habe und noch ein paar mehr - denn wozu daheim FreeNet einen goldenen Arsch ersurfen, wenn es hier eine Flatrate gibt?! ;o)

Total gefreut hab ich mich, daß meine Site Schokolade&Koffein zum täglichen Kaffeelink des Schockwellenreiters wurde, wie mir Anne netterweise gemailt hat! *Lochinskniefreu!*
Allerdings reklamierte man, daß die Schrift der Texte am Mac nur ganz winzigklein dargestellt werde und gab mir den Tipp, die Schriftgröße in px statt in pt anzugeben. Nur hab ich die Schriftgröße gar nicht im CSS festgelegt, sondern nur die normale html-Größenzuweisung verwendet...*grübel*
Falls wer dazu einen Tipp hat, wäre ich über eine Mail sehr dankbar!

So, und nun werd ich die Sache hier mal hochladen, denn irgendwie fällt mir so langsam ein, was ich sonst noch tun könnte: Der zweite Teil von Douglas Adams will unbedingt gelesen werden, ich hab ne Idee für eine neue Geschichte, ein paar Uni-Unterlagen hab ich auch noch hier, die Amazonbestellung noch fertigmachen, mit Frank nach Osnabrück zum Fischekaufen gehen, was koch ich heut eigentlich ...

STRESS!!!!!! *ggg*

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5. Juni 2001

Ein wunderbares langes Wochenende ist vorbei *seufz!*
Da das Wetter hier ziemlich bescheiden war, haben wir auch gar nicht viel unternommen. Aber so ein paar Tage einfach nur mit Lesen, Internet und Essen zu verbringen, hat auch was Feines ;o)

Am Samstag haben wir uns - wie alle braven Bundesbürger - in Salzuflen für ein langes und schlemmerintensives Wochenende eingedeckt. Spargel mit Kartoffeln, Riesen-Salatteller, Vanillepudding mit Erdbeeren, Obstsalat mit Sahne ... muß ich noch mehr sagen?! ;o)

Auf dem Markt lief uns dann noch eine lokale Spezialität über den Weg: Lippischer Pickert! Das ist so eine Art Riesenomelett aus Eiern, Kartoffeln und sonstigem Zeugs, macht satt wie doll und wird wahlweise mit Marmelade, Pflaumenmus, Rübensirup oder Leberwurst *örgs* gegessen. Natürlich mußte ich gleich mal nach einem Rezept stöbern und wurde auch fündig. Besonders witzig ist dort die Anmerkung eines Lesers (ein Ur-Lipper), der die Verfasser gleich drauf aufmerksam machte, daß keine Rosinen und nur so viel Zucker wie nötig dazukommen. Diese Anmerkung hat darum was Erheiterndes, da man den Lippern eine gewisse Sparsamkeit nachsagt (angeblich wohnten in Lippe mal Schotten, doch die gingen freiwillig, weil ihnen die Lipper zu geizig waren *ggg*)

Eine wunderbare Kneipe haben wir auch noch entdeckt. Sie heißt "Muh-Kuh" und ist über und über mit Kühen dekoriert *JAUCHZINDIELUFTSPRING!* Dummerweise hat mich Frank nicht vorgewarnt, denn sonst hätte ich gleich Photoapparat mitgenommen und ein paar Bilders gemacht - aber irgendwann wollen wir uns das Teil auch noch von innen ansehen, und dann gibt es kein Halten mehr *g*

Am Freitag haben wir Fische gekauft. Nach ein paar Todesfällen in unserem Becken waren die Fische doch recht dezimiert und wir haben ein paar neue Bewohner dazugesetzt. Wenn ich Euch jetzt erzähle, daß es sich dabei um ein Kakadu-Buntbarsch-Pärchen, ein Schmetterlings-Buntbarsch-Pärchen, ein paar marmorierte Zwergwelse und diverse Renn- und Apfelschnecken handelt, hilft Euch das wohl auch nicht weiter - daher habe ich heut die Aquariumsseiten in Angriff genommen. Nur leider kam ich damit nicht sehr weit, da meine Hornhaut gestern Nacht beschlossen hatte, ihr würde eine Geschwulst gut stehen. Also habe ich mal wieder auf Brille umgesattelt und kippe mir seit heute abend Antibiotikum-Salbe in das Glubschauge *grummel*. Laut Arzt wird der Spuk wohl bis zum Wochenende dauern, doch ich werd mal versuchen, die Seiten bis morgen fertigzumachen und geb dann Bescheid!

Was das Internet an sich und im Besonderen angeht, ist das ja ne feine Sache, doch ab und an kann einem das Ganze schon etwas auf den Wecker gehen, vor allem, wenn man selbst Seiten baut.
Das Mac-Problem vom Freitag hat sich nach ein paar Nachfragen in Foren als gar nicht so einfach zu lösen herausgestellt. Der <font>-Tag gehört tatsächlich nicht mehr zur 4-er-html-Version (mein guter alter Bekannter, der Font-Tag - einfach zum Alteisen gestellt! *sniff!*) Also werde ich die Schriftgröße in px angeben müssen. Das ist ja grundsätzlich kein Problem, stylesheet gebaut und gut is. Doch eigentlich fand ich es besonders bei textintensiven Seiten wie dem Tagebuch oder Schokolade&Koffein sehr angenehm, wenn sich der Benutzer die Schriftgröße nach Bedarf über die Browsereinstellungen wählen kann (bin ja schließlich selber Maulwurf *g*). Das werde ich dann wohl wieder über Java realisieren müssen, wie das zum Beispiel melody gemacht hat.
Warum einfach, wenn es auch umständlich geht???
Sowas finde ich echt unglaublich mühselig - nun hab ich meine Seiten schon so gebaut, daß man sie auf allen Browsern halbwegs gucken kann, und das heißt halt notgedrungen back to basics (ist ja auch mal ganz angenehm *g*) - und kaum habe ich die Browser alle unter einen Hut bekommen, schießt mir der PC-Mac-Konflikt quer!!! Ich glaube, der Sinn unterschiedlicher Browser und Plattformen sind nicht die Konflikte der unterschiedlichen Hersteller - es geht vielmehr darum, die Webdesigner in den Wahnsinn zu treiben!

Der nächste Schock erreichte mich gestern abend:
Heiter und in gelassener Feiertagsstimmung hatte ich beschlossen, die ganzen lieben Gästebucheinträge zu beantworten, die sich mit der Zeit so angesammelt hatten. Und da bemerkte ich, daß alle drei Gästebücher anscheinend nicht mehr funktionierten! Neue Einträge waren nur möglich, wenn man direkt auf "absenden" klickte und nicht die Vorschau wählte, und bei Towandawelt waren sogar alle Einträge seit 7. Mai verschwunden. Seltsamerweise gingen mir aber alle nichtangezeigten Eintragsversuche per mail ein - daher lieben Dank an alle, die es versucht haben, Euere Nachrichten sind nicht ganz verloren ;o) - und besonderen Dank an den hartnäckigen Hattrick-Eintrag von Burkhard und die Nascherei von Engelbert (wie schön, daß virtuelle Süßigkeiten nicht dick machen *g*)
Eine Nachfrage beim Support des Anbieters mit dem freundlichen Hinweis darauf, daß ich mir unter Umständen auch einen anderen Anbieter suchen könnte (mit drei GBs bin ich ja schon fast Großabnehmer *g*), brachte bis heute abend keine Antwort.
Daher werde ich morgen früh wohl mal lostingeln müssen und einen neuen Anbieter suchen *SCHREI!* Bis dahin gibt es erstmal nur den Hinweis darauf, daß die Gästebücher nicht funktionieren - tut mir leid, aber nach dem Tag heute und mit einem wunderbaren Glubschauge ausgestattet hab ich dafür heute echt keinen Nerv mehr!

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6. Juni 2001

Heute habe ich meine Gästebücher beerdigt.

Wenn ein Support es nicht nötig hat, binnen 40 Stunden auf eine Anfrage zu antworten und sich für Fehlfunktionen zu rechtfertigen, der hat auch meine Gästebuchbesucher als Banner-Anguck-Kunden nicht verdient.
Jawoll!
Gut, vielleicht bin ich etwas zickig, aber als heitere und anspruchsvolle Endverbraucherin denke ich nunmal so.

Das neue Gästebuch ist hoffentlich von einem stabileren Anbieter, und den Vormittag habe ich damit verbracht, dieses einzurichten und zu verlinken. Da ich ja jetzt nur noch ein Gästebuch für drei Sites hab, stellte sich die Frage, wohin nun der "Back-to-Homepage-Link" gehen soll. Ich hab kurzerhand eine Gästebuchbesucher-Zurückbring-Seite gebaut - sucht es Euch doch selber aus, wohin ihr wollt, basta! ;o)
Dann noch die Frage, welches Design ich dem Teil verpasse. Pauschal hab ich es mal an gar keine von den vorhandenen Sites angepaßt, sondern nen ganz anderen Null-Acht-Fuffzehn-Fertig-Background genommen - mehr Bildschirmarbeit packen meine Augen grad nicht, und ich hab keine Lust, Stunden am Graphikprogramm heute zu verbringen, und die Sachen dann am Wochenende, wenn ich wieder kontaktlinsengestützt gucken kann, wegzuwerfen mit dem Seufzer "Welcher Blindfisch hat das denn verbrochen?!" *g*.

Apropos Fische - die Fischeseite ist nun auch fertig! Zumindest ist sie so weit, daß man was zeigen kann davon; die Linkliste und die Bad-Fish-Sammlung fehlt noch, aber unsere Fische nebst Haus sind schon fertig.

Mehr Links hab ich grad nicht anzubieten, da meine Internet-Tour heute kürzer als sonst ausgefallen ist. Beinahe die gesamte Fast-Schwieger-Family hat heut nämlich beschlossen, vorbeizukommen:
Franks Vater, um die Arbeiten am CarPort zu besichtigen, Franks Mutter zur obligatorischen Küchevollqualm-Läster-Kaffeetrink-Session, und Anke hat ihre Urlaubsbilder präsentiert *auchwechwill!!! Menno!*
Nach dieser Aktion war auch der liebste Frank wo gibt wieder da, und dann schnell nach Osnabrück zum Aquaristik-Händler, um eine neue CO2-Flasche, Tipps und Medizin zu holen - wir (oder besser gesagt, die Fische) haben nen Parasiten eingefangen, und den hätten wir nun gern wieder los. Hat etwas länger gedauert, weil der gute Mann zuvor von einer Kundin recht mitgenommen war und sich erst erholen und uns sein Leid klagen mußte:

Kundin mit 60-Liter-Becken, vollgestopft mit Fischen bis obenhin, fragt, welche Fische sie noch dazunehmen kann.
"So ein Fadenfisch, der könnte doch ... was meinen Sie?"
"Also, ich denke, ihr Becken verträgt nicht mehr Fische."
"Stirbt der Fisch dann?"
"Nicht unbedingt, aber..."
"Gut, dann nehme ich von den Fadenfischen ein Pärchen!"
~~~*HMPF!*~~~
"Und welche Fische kann ich dann noch ... ? Was meinen Sie?"

Solche Leute geben nicht eher Frieden, bis man sie mit mindestens zehn neuen Fischen zur Kasse schickt. Wenn sie dann nach vier Wochen wegen irgendwelcher Krankheiten wieder da ist, geht das Spiel von vorne los.

Ich kann den Mann verstehen, nach so einem Verkaufsgespräch hat man erstmal genug - und die Fische tun einem leid ohne Ende.
Jedenfalls denkt er auch, daß wir den Parasiten in den Griff kriegen können - hoffentlich!

Und nun werd ich mich mal in die Küche schwingen, zwei Mega-Salatteller bauen und dann den Abend mit dem liebsten Mann der Welt fußballguckend am Sofa verbringen!

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8. Juni 2001

Gestern habe ich mich für Engelberts Zimmer mit Aussicht beworben. Doofduselig wie ich nunmal bin, hab ich natürlich das Geschenk anzuhängen vergessen, obwohl ich in der Mail sätzelang drüber geschwafelt hab.
Mal wieder typisch ich ... *g*
Bin schon ganz gespannt, ob und wann ich wohl einziehen darf. Nach dieser seltsamen Woche tut mir ein bißchen Erholung dort sicher gut - und wenn die Woche wieder Uni-Chaos ohne Ende bringt, dann denk ich einfach dran, daß ich ja eigentlich bei Engelbert im Urlaub bin ;o)

Gleich werd ich nochmal lostingeln zum Augenarzt. Muß ich erwähnen, daß ich zu Fuß gehen werde und das Wetter total beschissen ist?! Ne, oder - war eh klar ... *grmpf!*
Das Auge ist schon wieder sehr viel besser, und ich hab es zwar mit Kontaktlinsen noch nicht probiert, aber morgen oder spätestens Sonntag ist das fällig. Davor graut mir jetzt schon wieder, denn dann ist mir sicher wieder den halben Tag übel von der veränderten Optik. Ob das dann mit Weggehen Samstag was wird, weiß ich auch noch nicht. Eigentlich wäre es mir ganz recht, daheimzubleiben; Matthias fragte uns, ob wir auf ein open-air in eine Nachbarstadt mitwollen. Da spielen ein paar recht bekannte Bands, es ist umsonst und ... sicher wieder supervoll. Bin mir nicht ganz sicher, ob ich etliche Kilometer fahren muß, um mir einen Panikanfall abzuholen und dann wieder heimzufahren.

Naja, mal sehen ...

Hmmm....
Wenn ich mir das durchlese, klingt es, als sei ich ein alter Jammerlappen - "bin so gestresst, mein Auge ist kaputt, bald ist mir übel und Panik bekomme ich auch ... " - Boah, das ist ja nicht zum Aushalten!

Ich geh wohl besser erstmal zum Arzt und werd dann noch ein bißchen an der HP (oder besser: den HPs) rumbauen. Ich wollte noch so viel verändern und ergänzen und bin ganz hibbelig, solange das nicht komplett ist. Und gerade Linklisten lassen sich bei Frank so schön bauen, wenn man nicht auf jede Onlineminute aufpassen muß, sondern online zwischen Browser und Editor hüpfen kann ... ;o)
Bei dem Wetter verpasse ich wirklich nichts, und die Wohnung ist auch schon geputzt (Franks Mama meinte zwar, es sei unnötig, den Staub zu entfernen, es komme eh wieder welcher nach - aber ab und zu muß der alte Staub weg, damit wieder Platz für neuen Staub ist *g*)

Einen wunderbaren Start ins Wochenende Euch!

***

P.S.: Weiß irgendwer einen schlüssigen Grund dafür, warum in der Playstation-Werbung am Ende immer gebrüllt wird: "Playstation 2 - the third Place"?!
Der dritte Platz?! Was soll´n das ?! Ich persönlich würde kein Produkt kaufen, was nur auf dem dritten Platz liegt ;o)

P.P.S.: Mein alter Gästebuchanbieter hat sich nach fast vier Tagen Ausfall gestern gemeldet und entschuldigt - Serverprobleme und der Admin im Urlaub. Ich könne ja die Einträge (hab sie ja per mail bekommen) selbst nochmal eintragen. *pfüh!* Der Server wäre jetzt optimiert worden und neue Einstellungsoptionen hinzugekommen.
Wegen mir wäre das nicht nötig gewesen... *fg*

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10. Juni 2001

Es gibt nicht viel Neues, der heutige Eintrag wird wohl ziemlich aneinandergestückelt ausfallen. Ich hab so den Eindruck, daß irgendwer meine Ereignis-Schiene geklaut und/oder die Welt angehalten hat.
Nein, das nun wieder nicht, denn schließlich ist schon wieder Sonntag, ich hab meine Sachen gepackt, und vor mir liegen ein Abendessen beim Mongolen (DAS ist echt superlecker! Sachen, i. e. Gemüse, Fleisch und Fisch roh aussuchen, auf den Teller packen und dann mit einer der zwölf Saucen zum Braten auf die offene Platte geben lassen - all you can eat für knapp 30DM!), eine "Heim"-Reise nach Bamberg und drei Wochen ohne meinen Lieblings-Frank *seufz!*

So richtig daheim bin ich in Bamberg gar nicht mehr - ich will dieses Studium und den Umzug nur noch mit Anstand und schnell hinter mich bringen. Denn ich gehöre hier hin! Ich glaub, mir war noch nie irgendwann in meinem Leben so sicher, das Richtige zu tun als mit der Entscheidung, zu Frank ziehen zu wollen ...
Ein gutes Gefühl eigentlich, aber diese 47 Tage bis dahin sind ziemlich schwer und seltsam zu ertragen.

Dummerweie sitze ich noch immer mit Brille hier herum - der Augenarzt hat frühestens ab Dienstag grünes Licht für Kontaktlinsen gegeben. Dienstag hab ich bis 14 Uhr Uni, und danach kann ich dann in aller Ruhe meine Bude rotieren lassen ...
Mit dem open-air war es auch nichts - wir hatten uns stattdessen für Kino entschieden, sind dann aber kurz vorher einem Anfall chronischer Unlust erlegen und haben auf einen Gammel-Abend am PC/Sofa umdisponiert.
Wat mut, dat mut ;o)))!

Noch einen Anfall, und zwar einen Anfall heftigsten Kopfnickens, bekam ich beim Lesen von Melodys Tagebuch. Das Thema "Figur" hab ich ja auch schon in allen Farben und Formen behandelt, und es ist auch nicht so, daß ich immerzu an mir rumnörgeln will. Im Gegenteil, eigentlich mag ich meine Figur - nur dummerweise werde ich immerzu sabotiert, wenn es zum Beispiel um Klamottenkaufen geht. Wenn ich zu diesem Zweck unterwegs bin, verteile ich erst mal SMK-Prädikate (Schwind-und-Magersüchtigen-Klamotten) an drei Viertel der Läden, und in den Rest geh ich dann einkaufen. Klar, die Mode sieht derzeit enge Hosen und bauchfreie Tops vor - das muß ich ja nun nicht unbedingt haben. Aber es nervt mich, wenn auch bei normalen T-Shirts/Pullis/Kleidern bei Größe 40 Schluß ist und die Sachen dann auch noch kleiner ausfallen. Mode für Mollige beginnt ab Größe 44, das ist nun wiederum zu groß für mich.
Soll ich nun hungern oder mich auf große Größen hinfuttern?! Ich habe den Eindruck, daß noch nie zuvor Klamotten so streng einer gewissen Norm unterworfen waren wie jetzt.

Wenn dieses Problem nicht wäre, käme ich mit meiner Figur super zurecht, und die Zeiten, daß ich Modezeitschriften seufzend durchblättere, sind schon lange vorbei.
Witzig ist übrigens, was Sandra zu dem Thema schreibt ...

Engelbert wundert sich über scharf essende und laut redende Menschen. Das mit dem scharf essen finde ich nun nicht wirklich anprangerungswürdig, ärgerlich ist jedoch, daß man immerzu alles hören muß. Ich glaube, es war Dieter Nuhr, der mal sagte, der Mensch sei deshalb eine Fehlkonstruktion und würde im Laufe der Evolution sowieso verschwinden; Er kann die Augen schließen, wenn er etwas nicht sehen will, nicht aber die Ohren, wenn er etwas nicht hören will und wird daher über kurz oder lang an Verdummung sterben.
Nicht wirklich tolle Aussichten, aber nicht unbedingt unwahrscheinlich ... ;o)

So, nun werden wir uns bei einem Bummel über die Kirmes hungrig laufen und uns dann die Bäuche vollschlagen - bis zur nächsten Woche laß ich euch noch etwas zum Gruseln da: Die Müllseite ;o)!

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11. Juni 2001

Ja, ich gestehe - ich habe genapstert.

Solange die Sache noch rennt, muß ich mir noch alle Lieder ziehen, die den Kauf einer CD oder Maxi meiner geizigen Ansicht nach nicht lohnen, auf die ich aber unter keinen Umständen verzichten kann.
In meiner momentanen Vermisse-Schmachtlaune hab ich mir nämlich in den Kopf gesetzt, den ultimativen Krisen-Sampler zu er-napstern. Es gibt da so ein paar Lieder, bei denen ich schon jahrelang zum Schmachten und Seufzen anfange und sich die Augen verklären. Udo bezeichnet solche Lieder ja als "Leecher" - (Achtung, das ist tiefstes Fränkisch!) - will sagen: Die spielt man einer Dame vor, damit sie sich willenlos hingibt; ja eigentlich aufgrund der Beschallung gar nicht anders kann, als sich willenlos hinzugeben ...

Ganz so schlimm ist die Reaktion bei mir nun nicht - aber was auch immer ich dann tun würde, ich könnte es . v e r d a m m t . l a n g e .tun, denn der Sampler wächst unaufhörlich, ich denke mal, ne Stunde ist es locker - oder?
Derzeit hätten wir hier:

• Bon Jovi - Bed of roses
• Reamonn - Josephine
• Melanie Thornton - Love how you love me
• Aerosmith - Don´t wanna miss a thing
• Bon Jovi - Always
• Billy Joel - Perfect day
• Guns´n Roses - November rain
• ABBA - One of us
• Dido - Thank you
• Meat Loaf - For crying out loud
• Melissa Etheridge - Sleep while I drive
• Vonda Shepard - I know him by heart
• Metallica - Nothing else matters
• Faithless - Don´t leave
• Pulp - Something changed

Tjo ... to be continued, nä?! *g*
Und wer einige Lieder davon ganz schrecklich findet, der sollte sich damit trösten, daß es noch viel schlimmeres gibt.

Zum Beispiel Händieh-Klingeltöne.
Grundsätzlich ist das ne tolle Sache, und ich selbst habe mir ganz fasziniert zuerst die Melodie der Sendung mit der Maus und aktuell die von Pippi Langstrumpf aufs Händieh geladen. Doch jeder Klingelton nervt, wenn man ihn zehnmal in fünf Minuten und dann nur die ersten zehn Töne hört.

So geschehen gestern im ICE.

Telephonieren im Zug ist sowieso schon eine dumme Erfindung. Man ist ja quasi zum Mithören gezwungen (womit wir wieder beim Problem der nicht-deaktivierbaren Ohren wären) und erfährt allein dadurch Sachen von Mitreisenden, die einen noch nie interessiert haben. So wußte ich allein durch fünf Minuten Zwangs-Mithören, daß der Mann am anderen Ende des Abteils Software für Konsolenspiele, aber nicht PC-Spiele verkauft, sein kompletter Name und der seiner Firma wurde mir ans Ohr gedrückt, und daß er in einer halben Stunde umsteigt und dann eine Stunde drauf in Neustadt ankommt, erfuhr ich auch.

Das sind die Widrigkeiten des störungsfreien Telephonierens im Zug, eine an und für sich seltene Vorkommnis. Denn wenn man von Herford nach Hannover und dann über Kassel weiter nach Würzburg fährt, eiert man ständig durch Tunnels und tausend Funklöcher.
Ich hab diese Tour ja nun schon ein paarmal mitgemacht, und was ich am Anfang belustigend fand, nervt mich mittlerweile grenzenlos, und das ist der durchschnittliche Verlauf eines Telephongesprächs im Zug:

[Irgendein Händiehton, entweder Standard-Nokia oder direkt aus den Top Ten - Taschengewühle - interessierte Blicke Mitreisender und/oder vergebliches Taschengewühle derselben - Blick aufs Display]
Ah ... Hallo Kai-Uwe, ich bin grad im Zug, wie gehts?
- zuhör -
Ja, kurz vor Fulda, bin in einer Stunde da...
- zuhör, irritierter Blick, deutlich lauter dann:
Hallo, bist noch da?
- Fragender Blick aufs Display -
Ah, hallo, geht wieder. Hab grad schlechtes Netz hier ...
- lausch, dann BRÜLL:
Hallo??? ... Bist noch dran? ... H a l l o o o o o ...

Dieses Spielchen wiederholt sich naturgemäß mehrmals, unterbrochen von mehreren Funklöchern und immer wieder eingeleitet vom achsooriginellen Klingelton. Man sollte aber aufgrund der Hartnäckigkeit der Anrufer nicht denken, daß sie etwas wirklich wichtiges mitzuteilen hätten; es geht immer wieder um die selben Sachen:
Wann bin ich gefahren?
Wo bin ich gerade?
Wann komme ich an?
Hier ist das Netz grad schlecht.
Hörst du mich noch?

Es ist bekannt und immer wieder dasselbe, und bis gestern hatte ich fast vergessen, wie sehr das nervt. Doch eine Dame mit dem Klingelton von "Nehmt Abschied, Brüder" war so nett, mich wieder dran zu erinnern und hat mich und das ganze Abteil in den Genuß von fünfmal-die-ersten-Töne-von-nehmt-Abschied-Brüder gebracht, und netterweise durften wir auch hören, daß es "hier" regnet, daß der Zug in einer halben Stunde in Hannover ist und sie dann noch was trinken geht.

Aha.

Fast hätte ich ihren Klingelton mitgesungen mit

Leg´s Händieh wech, Du dumme Kuh,
Du hast ja eh kein Netz.
Wenn später die Verbindung steht, ruf an -
aber nich´ jetz´ ...

Doch da ich mit meinem genialen Stimm-Modul die Mitreisenden noch mehr genervt hätte als das Händiehgeklingel es vermochte, ließ ich von diesem Einfall wieder ab und zog nur genervt die Augenbrauen hoch.

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13. Juni 2001

Jean-Luc wird tatterig - ich hoffe ja, er hatte nur ein Form-Tief.

Es geht hier nicht um Star Trek, sondern um meinen Rechner, genannt Jean-Luc. Gestern hat er sich bei meinem fertiggeschriebenen, aber ungespeicherten Tagebucheintrag einfach verabschiedet, und ich vermißte einmal mehr die Auto-Save-Funktion im Dreamweaver. Daher gibt es heute nur einen alle drei Minuten gesicherten Kurzrückblick auf die gestrigen Ereignisse (verschwundene Sachen nochmal zu tippen, ist nämlich soooo öde! *grmpf*).

Das Gute zuerst:
Margarete S. verläßt Big Diet - darauf einen doppelten Schokopudding, und ich schwöre, daß ich beim Essen die Zähne weiter auseinanderbringen werde als sie beim Moderieren.
Dumm ist, daß nun wahrscheinlich Verona Feldbusch weitermachen wird. Grammatikschwäche meets Übergewicht - tolle Wurst.

Am Montag haben wir uns unsere Pädagogiknote abgeholt - endlich, nach längerem Termin-Hickhack, wie ich bereits berichtete. Mit der Note, die uns anfangs präsentiert wurde, waren wir gar nicht zufrieden, da sie die Widrigstkeiten (kann man das Wort "Widrigkeiten" steigern? - Ich denke, in dem Fall schon!) in der Vorbereitung nicht berücksichtigte. Mitten unter der Planung wurde uns nämlich mitgeteilt, daß wir lediglich eine Dreiviertelstunde statt der regulären anderthalb Stunden zur Verfügung hätten. Wenn man in dieser Zeit das Thema "Internet - Aufbau, Bedienung, Dienste und seine Einsatzmöglichkeiten in der sozialen Arbeit" unterbringen will, wird das ein ganz übles Durchgehechel von Themen, beinahe unschaffbar und methodisch unter aller Sau: Screenshots auf Folie statt aktives Klicken im Zip-Pool, Linklisten statt selber Ansurfen, keine abschließende Diskussion und so weiter. Ein bißchen wie "Geschichte des Abendlandes von den Völkerwanderungen bis zum Mauerfall in 10 Minuten". ;o)

Auf diesen Umstand haben wir die Dozentin nochmal hingewiesen und konnten eine ganze Notenstufe rausschlagen - aber was es dann letztenendes war, dürfen wir nicht verraten, das haben wir versprochen ;o)

Dann kam die Frage von ihr, wozu man denn "Netikette" im Internet braucht. Ich konterte mit "Wozu braucht man Höflichkeit im Alltag?" und stieß damit auf einen Beschwerde-Wortschwall: Wie sehr sie die fehlende Höflichkeit am Fachbereich nerve, niemand grüße am Gang, und selbst wenn sie als Ältere zuerst grüße, erwidere niemand den Gruß. DAS finde ich auch unmöglich, doch was sie dann über Höflichkeit in emails sagte, kann ich so doch nicht teilen und stelle es einfach mal hier zur Debatte:
Ist es unhöflich, eine email an einen Dozenten mit "Hallo, Herr/Frau XY" zu beginnen? Ich finde nicht - genaugenommen bin ich schon froh, wenn mails überhaupt eine Anrede enthalten. Zwar würde ich schriftliche Nachrichten mit einem "Sehr geehrte/r Herr/Frau" beginnen, aber in Mails finde ich ein "Hallo, Herr/Frau..." vollkommen ausreichend, schließlich habe ich selbst von Dozenten schon mails bekommen, die so anfingen.

Gestern hatten wir dann Vorlesung in dem Raum mit dem Wasserschaden.
An der Decke fehlte ein Paneel, und die notdürftig drübergetackerte Folie gab den Blick auf Isolation und Dachboden frei, während der Luftstrom der Klimaanlage der Folie ein sanftes Rauschen entlockte, das wiederum mit dem Baulärm vom Rechenzentrum nebenan zu einer anmutigen Symphonie verschmolz - das sind Arbeitsbedingungen, wie ich sie liebe.
Richtig spannend wurde es aber, als vom Dachboden gelbliche Tropfen auf die Folie fielen. Zuerst dachten wir ja, daß ein Bauarbeiter das Loch im Dach als Toilette benutzt hatte; nach einer weiteren Viertelstunde verwarfen wir diese Vermutung ob der beachtlichen Menge von zwei bis drei Litern wieder (das schafft keine Bauarbeiter-Blase!). Inzwischen stellten wir aber die Tragfähigkeit der Folie ernsthaft in Frage, da die Folie an den Klammern schon ziemlich gespannt war und Folien nunmal die Eigenschaft haben, im unpassendsten Moment zu reißen. Also Overhead in Sicherheit gebracht und Platzwechsel des Dozenten.
Der Dozent fragte sich, ob wir wohl einen neuen Teppich bekommen würden, wenn die ganze Plörre runterkippt. Wir jedoch wissen, daß der Nadelfilz über beachtliche Saugfähigkeit verfügt und diese schon seit dreißig Jahren unter Beweis stellt - aber der Dozent ist noch nicht so lange hier und hat wohl noch Hoffnung ...

* * *

Dann hätten wir da noch ...

... eine günstige Wohnung in München - toller Spartipp, wenn einen das bißchen Sex nicht stört (sagt mal, Jungens - wovon träumt ihr denn nachts?!)

... ein Tagebuch, über das ich mich letzte Nacht schlappgelacht habe - mehr davon, bitte!

... eine Napster-Alternative, die mir heute gemailt wurde (Danke, Mishale!)

...wenn ich Britney Spears auch nicht leiden kann - das ist doch sympathisch.

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14. Juni 2001

Das ist heute so ein richtig fauler Feiertag.
Ein kleiner Wehrmutstropfen ist lediglich, daß andere Leute auch Feiertag haben und den wohl genauso verbringen wollen wie ich: mit Surfen. Freenet hat zumindest bei mir böse Probleme, Einwahl ist nur auf den zweiten Versuch möglich, und mühsam quetschen sich die Bytes durch die Leitung.
Egal - damit ist es der perfekte Tag, um ein bißchen rumzubasteln ... die Schrift vom Tagebuch hab ich nun hoffentlich etwas übersichtlicher und lesbarer (falls nicht - Beschwerdemail nicht scheuen *g*), Towandawelt hat sich schon lange neue Überschriften gewünscht, Schokolade&Koffein jammerte nach einem Stylesheet, und auch sonst wollten noch diverse Pixelchen mal wieder gestreichelt und gebügelt werden.
Das Werk ist fast vollendet, doch mit dem Hochladen werde ich wohl besser bis spätnachts warten - ich mag es nicht, wenn meine Bytes so durch die Leitung gematscht werden ;o)

Obwohl die Leitung übelst träge ist, hab ich es doch geschafft, Melodys Tagebucheintrag zu lesen und darüber gründlichst den Kopf zu schütteln.
Als bekennende Vegetarierin muß ich da auch noch meinen Senf dazugeben und Melody des Eindrucks berauben, alle Vegetarierer seien so ;o)
Max Goldt hat mal einen Text dazu geschrieben (leider hab ich ihn nicht online gefunden), in dem es sinngemäß hieß: Es gibt tausend gute Gründe, Vegetarier zu sein/werden - aber der dümmste von allen ist der, daß man sein Fleisch auch selbst schlachten können müsse, um "Fleischesser" zu sein. Nicht falsch verstehen - Tierliebe ist ein tolles Argument, um Vegetarier zu sein, aber was bitte soll das mit "Fleisch selbst schlachten"? Ich trinke leidenschaftlich gerne Bier, kann es aber nicht brauen; ich wohne in einem Haus, kann aber selbst keine Häuser bauen; ich sitze vor einem Rechner, den ich so Leben nicht alleine zusammenbauen könnte ...
Arbeitsteilung ist eben nun mal ein Prinzip, daß sich so durchgesetzt hat im Laufe der Jahrtausende, und so schlachtet der eine, und der andere ißt die Sachen auf - Hey, was soll es?
Ich esse kein Fleisch, weil es mich anekelt und mir nicht schmeckt - das ist aber ganz allein meine Sache, meine Entscheidung, die nur meinen Tellerinhalt betrifft (okay, und falls recht stark riechend, auch den am Nebentisch *g*).
Und mit diesem "Mach Dir ein schlechtes Gewissen, Du alte Mörderin" ist ja wohl noch niemand zum Vegetariertum bekehrt, sondern nur Unfrieden gestiftet worden.

Jawoll.
Wollte ich nur mal so gesagt haben, obwohl ich bereits hier schon einiges zu dem Thema abgelassen habe (da ging es allerdings mehr um die Widrigkeiten im Vegetarieralltag und weniger um die der "Fleischesser" ;o))

Und nun werd ich mal diesen Eintrag durch die Leitung quetschen und Towandawelt noch ein wenig verarzten. Hier sieht es recht nach Gewitter aus. Daher wäre es auch nicht schlecht, sich mit einem Stück Käse und dem Rest der Melone von gestern ans Fenster zu verkrümeln und Gewitter zu gucken - ich liebe es! Immer wieder die gleiche Besetzung, keine wirklich abwechslungsreiche Handlung, aber dennoch spannend ;o)

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15. Juni 2001

Uffz ...

...über angenehme Überraschungen freut sich wohl jeder. Nur gehöre ich zu der Sorte von Menschen, die erst ein bißchen brauchen, bis sie begreifen, daß sie tatsächlich überrascht werden.

Verwirrt?

Naja, das kam so:
Mein Schnuffelino hatte heute eigentlich vor, mit den Mädels der Fußballmannschaft bis Samstag auf ein Turnier zu fahren; eine Art Saison-Abschlußfahrt. Daher hatte es auch keinen Sinn gemacht, daß ich zu ihm fahre - ich wäre frühestens Donnerstag Mittag dagewesen, er ab Freitag Mittag bis Samstag weg, und Sonntag Abend hätte ich schon wieder fahren müssen.
Gestern meinte er dann, daß er von den Mädels noch gar keine erreicht habe und gar keine Abfahrtszeit wüßte - wenn er bis heute Mittag nichts erfährt, dann könne er ja zu mir fahren.
Sachte tippte ich mir an die Stirn - fast 200DM für den Zug, um von Freitag bis Sonntag abend bei mir sein zu können, klar. Aber ein bißchen gehofft hab ich schon, bis mir meine Erfahrung wieder einen Strich durch die Rechnung machte: Genau das allergleiche war mit Thomas: Dieses ständige Hoffen, daß es nun klappen könnte, Termine abgemacht, bei denen eigentlich gar nichts mehr dazwischenkommen kann, riesige Freude - und dann wieder irgendetwas, das querschießt (Firma, Mama, Pflegetochter, Kunden, Auto) und die große Enttäuschung.
Logisch - vernünftig überlegt sind das zwei ganz verschiedene Sachen: Frank hat definitiv frei, ihm kann keine eigene Firma Steine in den Weg legen, weil er angestellt ist, und eigentlich hatten wir das Treffen an diesem Wochenende nie geplant; ich konnte also gar nicht enttäuscht werden. Aber dennoch fühlte ich mich in die Zeit mit Thomas zurückversetzt (wobei ich auch ihm keinen Vorwurf machen kann - zwei Firmen zu haben, ist nicht gerade pillepalle, und im Nachhinein betrachtet, konnten wir uns trotz dieses Stress verdammt oft treffen).

Sicherheitshalber ging ich also mal davon aus, daß Frank mit den Mädels aufs Turnier fahren wird und schrieb eine Liste mit allem, was ich an diesem Mann-freien Wochenende erledigen wollte. Dementsprechend ging ich auch Mittags, als ich Frank auf ICQ traf, davon aus, daß er gleich zum Turnier startet.
"Wann fährst Du los und wohin?" [die Antwort "Aufs Turnier" war fest eingeplant]
"Um halb drei - Du meintest ja, daß es sich wegen 2 Tagen nicht lohnt, zu Dir zu fahren..." [Aha, alles klar - gleich mal Liste zücken und Solo-Wochenende planen] "... und genau deshalb komm ich - wollte mal gucken, ob das wirklich stimmt ;o)"

Spontan könnte ich mir keine Situation vorstellen, die bei mir einen ähnlich blöden Gesichtsausdruck verursacht hätte.

Und so richtig kapiert hatte ich auch zehn Minuten später noch nicht, daß er in knapp acht Stunden hier sein würde. Das erklärt vielleicht auch, warum ich ihm so endlos wichtige Dinge icq-te wie etwa, daß Jenny E. Big Diet moderieren wird. Erst als ich dann mit Anne über die geplanten Aktionen am Wochenende plauderte, hab ich so halbwegs begriffen, daß er tatsächlich kommt. Dann ein kleiner Anfall von Hektik - was soll ich einkaufen...ich muß noch Wäsche waschen ... und aufräumen ... ist noch genug zu Essen im Kühlschrank?...

Vor lauter Überraschung hab ich, glaub ich, ganz vergessen, Frank zu sagen, daß ich mich ganz schrecklich auf ihn freue und ihm die Überraschung wirklich gelungen ist. Und daß ich ihn ganz schreckelich doll liebhab - muß ich dann alles nachholen ;o)

Und nun werd ich Wäsche waschen, aufräumen, einkaufen ... (siehe oben) und lasse Euch fürs Wochenende noch einen Surftipp mit einer - wie ich finde - wundervoll gestalteten privaten Homepage hier:
Sandras Homepage gettochild.com

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17. Juni 2001

Ein wunderschönes Wochenende ist leider mal wieder viel zu schnell vorbei ...
Mir dröhnen meine neuerworbenen mp3s um die Lauscher und ich bin in Laune für eine Retrospektive, was die vergangenen drei Tage angeht. Nebenbei schmunzele ich über Bon Jovi, und zwar gleich dreifach:

• In "Bed of roses" trällert der Gute was von "frenchkiss the morning" - na, das ist doch mal ein Tagesanfang - dem Morgen die Zunge in den Rachen zu stopfen!
• Etwas erschreckt bin ich ja, als mir bei "Ugly" die Zeile "take a photo ... and put it in a frame for you" zuallererst Homepagebau eingefallen ist... (*örgs* - doch etwas weniger Internet in nächster Zeit?!)
• Und in "Always" gibt es die Textzeile "forever and a day" und im Fränkischen die Redewendung "Ewich und drei Dooch" -sind also exact zwei Tage mehr, die fränkische Ewigkeit ;o)

Aber zurück zum Rückblick (<- solche Sätze sollte ich in Zukunft in den Müll werfen, wäre ein guter Vorsatz fürs nächste Jahr ... )
Abgesehen von den Dingen, die meiner Meinung nach eigentlich nicht in ein Tagebuch gehören, haben wir

• total lecker gegessen (sogar mein erster Versuch mit Lachs-Spargel und mit Spargelcremesuppe ist geglückt ... also, zumindest der erste, der auf den Tisch kam, denn die erste Spargelcremesuppe meines Lebens hatte es anno dazumal gar nicht so weit geschafft, sondern ist wegen Ungenießbarkeit gleich im Ausguß gelandet - heute weiß ich ja, daß man übers Internet idiotensichere Rezepte ziehen kann, zum Beispiel hier *g*)

• über Marktfrauen, die uns leckere Erdbeeren und Melone kosten ließen, geschmunzelt: Auf die Frage, welche Kartoffelsorte ich denn möchte, konnte ich nur antworten, daß sie "halt zum Spargel gegessen werden", worauf die Marktfrau mir empfahl: "Dann nehmen´s die Sieglinde, des is die beste Kartoffel - wenn es die nimmer gibt, weinen alle Hausfrauen!"
Ich wage zwar zu bezweifeln, daß mir eine ausgestorbene Kartoffelsorte bittere Tränen und Stürme der Entrüstung entlocken könnte, aber witzig fand ich diese Empfehlung allemal ;o)

• das zukünftige Silicon Valley Herfords schon mal in Gedanken ausgestattet. Erfreut war ich, daß eine Digicam zu den Einsätzen, die ich mir vorstelle, gar nicht nötig ist, sondern es auch Webcams mit Batterie und Speicher gibt - nicht lachen jetzt, ihr wißt das sicher, aber ich hab mich noch nicht näher damit befaßt und war glücklich, dafür voraussichtlich 300DM weniger als geplant ausgeben zu müssen; da konnte ich mich über den Preis für das Netzwerk-Geraffel gar nicht mehr ärgern. Schade ist nur, daß dieses kabellose Zeugs so teuer ist; so müssen wir Anke resp. ihren Rechner wohl doch mit herkömmlicher Leitung ans DSL stöpseln.

Dieses Computerplanen machte mir mal wieder klar, wie nahe der Umzug doch schon gerückt ist. Nicht daß ihr jetzt denkt, ich würde kalte Füße bekommen - genaugenommen sind es noch exact 40 Tage zu viel. Fühlt sich richtig gut an, schon so viel zu planen, und ich freu mich irrsinnig drauf, endlich mit Frank zusammenzuwohnen. Daß es klappt, wissen wir ja nach meinem sechswöchigen Probewohnen und diversen anderen Aufenthalten schon. Und "Klappen" ist außerdem schwerst untertrieben - ich könnte mir nichts Wunderbareres vorstellen!

Ab und an mußte ich dieses Wochenende schon mal grinsen, weil ich mir überlegt habe, wie das mit uns angefangen hat ...

[wer nicht auf "es-war-einmal"-Geschichten mit Ganz-weit-Ausholen steht, sollte gleich zu lesen aufhören, denn ich bin in einer ganz schrecklichen "Weißt-noch-früher?"-Stimmung ;o)]

Eines der Chattertreffen, die es früher sehr viel häufiger gab, sollte in Bayreuth beginnen und dann in Bamberg weitergehen. Die meisten waren schon in Bayreuth angekommen, nur Cativo aus Lummerland war es dort angesichts der weiblichen Übermacht nicht ganz geheuer, und er ließ sicherheitshalber Strüsel als Verstärkung einfliegen. Der konnte aber erst ab Freitag und sollte daher mit dem Zug gleich in Bamberg ankommen; ich sollte ihn - wie ich kurz vor knapp erfahren hab - abholen, noch bevor die anderen da waren.
Erst kurz vorm Start zum Bahnhof wurde mir klar, daß ich von diesem Strüsel weder ein Photo, noch Personenbeschreibung noch Händiehnummer hab, und auch er kannte mich noch nicht - ich hätte also Gottweißwen vom Bahnhof mitgebracht, wenn mir Dani nicht schnell noch ein Bild gemailt hätte ;o)))

Ich war damals noch vergeben, und auch Strüsel-Frank war recht brav, er fiel mir auch nicht wirklich besonders auf, ich war mit so vielen anderen Dingen beschäftigt - also von "Liebe auf dem ersten Blick" kann man nicht gerade sprechen ...

Obwohl er die ganzen Chatter nicht kannte, fühlte er sich wohl doch recht wohl, denn kurz darauf begann er das Chatten selbst, und war beim nächsten Treffen deutlich frecher ;o)
Vielleicht lag es auch daran, daß im September sein dreißigster Geburtstag nahte, zu dem er fegen mußte, wenn er bis dahin nicht verheiratet wäre, und so kam es zu recht konfusen Heiratsanträgen quer durchs Italia, verdammt frechen ICQ-Dialogen (er behauptet immer, das wäre von MIR ausgegangen - aber da lügt er, das weiß ich; auch wenn wir bisher die History noch nicht durchgesehen haben, um das zu rekonstruieren *g*) - und schlußendlich zu einer Anfrage zwecks Altstadtbesichtigung in BA.

Und da ist es dann auch passiert ...
...seit dem 25. August letzten Jahres sind wir zusammen *mega-giga-smile*

Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Das erste Wort, was mir (und auch einigen anderen) zu Frank einfällt, wenn ich ihn beschreiben sollte, ist "warmherzig". Ich bin einfach nur glücklich und verdammt sicher mit allem. Alles paßt so perfekt, ich fühle mich endlos wohl mit ihm und glaube, wo angekommen zu sein, wo ich bleiben kann.

Ich würde gern ein schmachtiges und inniges Liebesgedicht schreiben, aber weil ich eine alte Prosa-Trulla bin, schreibe ich nur ungereimte Sätze hier ins Tagebuch und gröhle zur Freude meiner Nachbarn ganz laut bei "Always" von Bon Jovi mit.

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Archiv Juni - Teil 2

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