Towandas Turbulenzen

Teil 2


15 - 16 - 17 - 18 - 20 - 21 - 23 - 24 - 26 - 29 - 31

15. Juli 2001

Towandas kleine Helferlein

Was tut man, wenn man sich in der Prüfung an ein vorgegebenes, logisches Aufbauschema halten soll, dessen Logik sich einem aber nicht erschließt und beim besten willen nicht in den Kopf will?

Genau, man baut Eselsbrücken.

So geschehen heute.

Der Grobaufbau des Falls funktioniert nach dem Prinzip "gestrandeter Wal":
Gegenstand - Erklärung - Werte - Akteure - Funktionswissen
wird zu
Gammelt Ein Wal Am Festland
Hoffentlich stürmt Greenpeace morgen nicht die Prüfung ...

War zuerst das Meer dran, so beschreibt sich der nächste Punkt durch einen Ausflug in die Alpen:
Ausstattung - Situation - Bedürfnisse - Ziele - Problemlagen - Beteiligte
wird zu
Alpen: Sieben Bekloppte Ziegen Pissen Bergabwärts.
Unlogisch? Find ich gar nicht! Ziegen zeichnen sich nunmal nicht durch überdurchschnittliche Intelligenz aus, sicher müssen sie ab und an auch mal Pipi, und daß das in den Alpen bergabwärts fließt, ist reine Physik ;o).

So, und nun wieder an die Arbeit - die nächsten Punkte bestehen aus ganzen Sätzen, die muß ich wohl notgedrungen auswendiglernen ... *seufz!*

P.S.: Wolfgang, ich hoffe, es hilft Dir weiter.

linie

16. Juli 2001

UFFZ!

6.30 Uhr, Regen. Kann sich ja bis nach 8 Uhr noch geben, also erstmal Lernstoff wiederholt, Kaffee ins Gesicht geschmissen, Tasche gepackt und dreimal kontrolliert.

7.50 Uhr, noch immer Regen. Wenn ich mit dem Rad fahre, hocke ich mit nassen Oberschenkeln und Hosenbeinen in der Prüfung, das bewerte ich als eher suboptimal. Der Stadtbus fährt dermaßen konfus, daß ich vor 10 Minuten losgemusst hätte, also doch laufen.

8 Uhr, ab in den Regen. Gern hätte ich mich noch einmal bekreuzigt, aber mir fiel ein, daß ich gar nicht gläubig bin. Gut, dann muß es ohne gehen.

9 Uhr, ready for take-off.
4 Stunden Zeit, um alles hinzuschreiben, was mir so im Kopf rumgeht und Donald resozialisiert. Vollständig war das sicher nicht (wie auch - schon beim bloßen Abschreiben des 12-Seiten-Falles daheim ohne Überlegenmüssen war ich gute drei Stunden drüber), aber das Teil hatte Struktur und ich hoffe, das bewertet sie auch.
Bei der Zusatzfrage hätte Stichworte wohl auch genügt, doch nach drei Stunden Fall-Abgehechel in streng numerierter Struktur hatte ich Lust auf ein bißchen Prosa, und so tobte ich mich bei "Zumutbarkeitskriterien bei der Arbeitsannahme" ein bißchen aus:

Hatte es in Zeiten der Vollbeschäftigung schon jemand schlecht erwischt, wenn er 40 km zur Arbeit hatte, so hält man heute gemeinhin Anfahrtswege jenseits der 100 km durchaus für zumutbar. Soll Donald zum Meer fahren, um seinem erlernten Beruf als Matrose nachgehen zu können, anstatt sich umschulen zu lassen? Würde das Arbeitsamt dies fordern (was durchaus möglich wäre), könnte Donald einwenden, daß er seinen Erziehungspflichten gegenüber den Neffen nachkommen muß. "Dann soll er doch zu seiner Arbeitsstelle ziehen", mag der Sachbearbeiter einwenden und spricht somit das Kriterium der Flexibilität von Arbeitnehmern an, das heute weitaus stärker als früher gefordert, ja schon als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird. "Ist es sinnvoll, die Neffen damit aus ihren sozialen Bezügen herauszureißen", fragt sich die Erziehungsberatung/ das Jugendamt und tritt dadurch neben Arbeitsmarkt, Politik und veränderten Ansichten der Gesellschaft als viertes Element auf den Plan und gibt Kritierien für die Entscheidungen vor ...

Ja, klar, ich weiß, das war alles überflüssige Schreibarbeit und wäre auch mit Stichpunkten gegangen - aber ich hatte Lust dazu, und die Dozentin hat auch Spaß beim Lesen ... Hoffentlich dankt sie es mir! ;o)
Und ich hoffe mal, daß all Euere lieben Wünsche und das Daumendrücken geholfen haben!
VIELEN DANK DAFÜR!

13 Uhr, Prüfung vorbei und Aufklärungsarbeit in fränkischem Supermarkt geleistet:
Ich: "Kann ich bitte zwei Schachteln von den blauen Gauloises haben?"
Kassiererin: "Hä? Wie sagn Sie zu denna?!"
"Gollo-ahs"
"Huch - wissn´s, wie ich immer zu denna sag?"
"?"
"Gau-loisius!"

*LOL*

So, und nun leg ich mich aufs Sofa und formatiere Laufwerk D:, damit wieder Platz ist für die Politikprüfung am Mittwoch ...

linie

17. Juli 2001

Burn-out

Hier geht echt nix mehr. Absoluter Stillstand.
Das kurze Abspannen gestern nachmittag weitete sich zu zwei Stunden Tiefschlaf am Sofa aus, und heute beehrte mich das Schicksal mit totaler Müdigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen, was dem Lern-Eifer nicht wirklich zuträglich ist.

Politik verwirrt mich, teilweise sind es nur olle Auswendiglernfragen (meine Chance), teilweise kenn ich das Zeug schon unter anderem Namen aus den Schwerpunkt-Vorlesungen (ob das was hilft?!), teilweise total unkonkrete Fragen (vielleicht mein Verderben). Ich krieg einfach keinen Zusammenhang zu dem ganzen Zeugs, Ziegen und Wale können mir dabei auch nicht helfen und kann nur hoffen, daß morgen die "richtigen" Fragen drankommen.

Es gibt außer der Prüfungslernerei noch so viel zu tun, bevor ich morgen nach Herford fahre, hier stapeln sich die to-do-Listen und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll - deswegen mach ich erstmal nen Tagebucheintrag, logisch, oder?! ;o)

Ach ja ... und vor Donnerstag gibt es hier nichts zu lesen, gleich nach der Prüfung hab ich noch nen Termin an der Uni, und dann fährt der Zug.

Ich düse nun wieder ab ins Chaos - danke Euch allen fürs Daumendrücken und Mitzittern!

linie

18. Juli 2001

Kurze Zwischenmeldung

Mittwoch mittag, irgendwo im Frankenland.
Eine Studentin hüpft wild umher und kreischt erleichtert-ausgelassen:

ES . IST . GESCHAFFT ! ! !

Zwar kam keine der beiden Erklärungsmuster der Ökonomik dran, die ich nach vier Stunden Ärgern mit Netscape, CSS und der Projekt-Homepage - die heute noch online soll - heute nacht um 2 Uhr noch mit Eselsbrücken versehen hab.
(Mallorca-Merker: "Insel-Proll taumelt zwischen Präservativen und Restaurants, Ratten nagen ein Brot - Mallorca-Impressionen")
Aber zum Thema "Soziale Arbeit als Dienstleister" hab ich die Theorie gewußt. Allerdings nicht die Folgerungen, die sich die Entwerferin dieser Theorie gedacht hat, aber ich hab selbst sechs Schlußfolgerungen gezogen und hoffe schwer auf Kreativitätspunkte ;o).

Aber egal - es ist vorbei, und das ist auch gut so.

Ich trink jetzt nen Sekt und lade dann beschwingt die Page vom Projekt hoch ...
... und dann fahr ich nach Lummerland, und das ist am Allervielbestesten! ;o)

***

Nachtrag:
Danke Euch allen für die Glückwünsche, aber ... öhm ... naja ... bestanden ist noch nichts - muß ja erst noch korrigiert werden ;o)

Aber ich hab kein schlechtes Gefühl ...

linie

20. Juli 2001

Keine Prüfungen mehr und dennoch keine Zeit ...

Jaja, ich hör Euch schon schimpfen: Da sind die Prüfungen vorbei, und schreiben tut die dumme Towanda trotzdem nichts. Und was ist eigentlich mit den versprochenen Updates bei Schokolade&Koffein?!

Das frag ich mich - ehrlich gesagt - auch ...

Der Vormittag war gestern einfach so wech. Hab zwei Personalien für die Abschlußzeitung von unserem Projekt geschrieben, Euere ganzen lieben Gästebucheinträge beantwortet und meine Diary-Liste abgesurft. Nachdem ich genug Inspirationen für einen neuen Eintrag hatte, kam Frank schon Mittags heim, d. h. Essen, Kuscheln, Arbeitszimmer ein bißchen ausräumen und ihm den Rechner zum Zocken überlassen (was freu ich mich drauf, wenn Jean-Luc hier ist ;o))).
Daher bekommt ihr heute meinen Senf zu nicht mehr so ganz aktuellen Themen geliefert.

Gerade lese ich "Die Päpstin" von Donna Woolfolk Cross und staune immer wieder, wie brutal diese Zeit doch war. Und gar nicht klar war mir, daß das Thema "wie grausam der Mensch doch sein kann" anscheinend hier gerade die Runde macht. Bei Anne finde ich einen Link zu wirklich fürchterlichen Bildern aus dem Londoner Dungeon. Klar, das ist wirklich so passiert, und gerade das macht es umso schauderlicher.

"Das Mittelalter war halt fies und die Menschen dort recht blutrünstig, aber das ist ja gottseidank vorbei", will ich schon denken, bis ich das hier bei Tina und Sabine finde.
Oh Mannomannomann - hat der sie noch alle?!?!
Hey, du sensationsgeiler Performance-Schnulli, Kühe sind erstens wunderbar und zweitens heilig, weshalb sie drittens nicht über mitteleuropäischen Hauptstädten abgeworfen werden dürfen; und das viertens auch nicht zu dem Zweck, um auf Unzulänglichkeiten in der Nahrungskette hinzuweisen und fünftens auch nicht dann, wenn sie bereits tot sind und sechstens schon gar nicht von Dummlullis wie dir.

Jawoll.

Verzeiht mir meine Aufgebrachtheit, aber wenn es um Kühe geht, entbehre ich jeglicher Zurückhaltung und logischer Überlegung (sondern baue stattdessen lustige Argumentationsketten und totschicke Genitive *g*).

Noch so´n Thema, allerdings nicht so blutrünstig, aber etwas dazu schreiben möchte ich auch: Ilona und Zotty schreiben über Eifersucht. Uffz, ich glaube, seit ich volljährig bin, war ich nicht mehr eifersüchtig. In der Pubertät ging es schon drum, seine "Besitzstände" zu sichern, und das waren auch keine Beziehungen, bei denen "Vertrauen" das herausragende Merkmal war (wenn ich das mal so beschönigend wie möglich formuliere *g*). Aber danach ...
Es stimmt schon, wenn Zotty schreibt: "Wenn mein Mann fremdgehen würde ... dann könnte ich daran so oder so nichts ändern. Und im Zweifelsfall kann man Reisende nicht aufhalten ...".
Mit Kontrolle und Hinterherschnüffeln halte ich niemanden vom Fremdgehen ab, wohl eher im Gegenteil. Allerdings bin ich auch kein "gebranntes Kind": Ich kenne diese Verlustängste nicht, ich wurde nie betrogen (und wenn das bei einer meiner vorhergehenden Beziehungen bisher der Fall war, möchte ich es gar nicht mehr wissen ... )
Gehört ein kleines bißchen Eifersucht zu einer "normalen" Beziehung dazu? Wenn ja, dann tut es mir leid, denn damit kann ich nicht dienen. Wenn Frank eine andere liebhat - was sollte ich tun? Ich kann immer nur so sein, wie ich eben bin; Mich in einer Beziehung zu verstellen, um mehr geliebt zu werden, ist wohl eine Unternehmung, die so viel Kraft kostet, daß sie letztenendes zum Scheitern verurteilt ist. Mir immer wieder bewußt zu machen, daß es nicht selbstverständlich ist, so glücklich zu sein wie gerade und Frank immer wieder zu zeigen, wie wichtig er mir ist, das ist wohl das Einzige, was ich tun kann (und das tu ich - da könnt ihr sicher sein! *lächel*)
Ich hatte da ein Gedicht, über das ich mit Thomas, mit dem ich bis vor einem Jahr zusammenwar, mal eine halbe Nacht diskutiert habe; die Frage war, ob Eifersucht mit zu wenig Selbstvertrauen zu tun hat. Hab grad mal geschaut, aber ich hab es nicht hier ... wenn ich dran denke, liefere ich es nächste Woche nach!

So, und nun wieder zurück an die Arbeit!
Nein, macht Euch keine Hoffnungen, es wird keine Updates auf den Homepages geben. Wir haben gestern beschlossen, die Schreibtischplatte abzuschleifen und zu lackieren, bevor wir Jean-Luc und Franks namenlosem Rechner ihren Platz im umgestellten Arbeitszimmer geben.
Störendes Detail dabei ist allerdings, daß Franks Rechner nebst tausend Krusch-Zeugs noch auf eben dieser Platte steht, ich das Zeugs erst abräumen muß und der Monitor die nächsten beiden Tage auf dem niedrigen Couchtisch stehen wird. Das wird definitiv zu unbequem, um daran größere Arbeiten zu verrichten - aber zum kurzen Surfen wird es reichen.

Frank meinte, ich würde ja zur Not auf dem Boden liegen und mit den Füßen tippen, um online sein zu können ... womit er wohl auch recht hat ;o)

***

Ich hab das Gedicht zur Eifersucht im Netz gefunden ... viel Spaß damit, bei mir gehört es zu den Favoriten.

linie

Vorher/Nachher

Kein Mensch kann
dich mir wegnehmen
solange du nicht
dich selbst
mir weggenommen hast.

Kein Mensch kann
mich dir wegnehmen
solange ich nicht
mich selbst
dir weggenommen habe.

Vorher ist Eifersucht
grundlos -
nachher
sinnlos.

(Jörn Pfennig)

linie

21. Juli 2001

Towanda schafft Arbeitsplätze

Neinnein, noch konnte ich es mir nicht leisten, hier Hausknechte einzustellen - aber ich hab einen wunderbaren Bildschirm-Arbeitsplatz geschaffen! Die abmontierte Schreibtischplatte liegt seit gestern in der leeren Wohnung über uns, wurde auch schon abgeschliffen, grundiert und harrt nun ihres zweiten Anstrichs.

Meine Horrorvision, zwei Tage am Sofatisch surfen und tippen zu müssen, wurde nicht wahr, weil nämlich, eine internetwütige Towanda ist einfallsreich und kreativ:
Auf den Regalteil rechts und die Seitenstrebe links, auf denen zuvor die Platte lag, hab ich einfach den Sofatisch gehievt - da hängt er nun, liegt wunderbar auf, bietet Platz für Monitor, Maus und Tastatur und hat die Beine dreißig Zentimeter über dem Boden (wißt ihr, wie ich das meine ...?!)

Man muß sich nur zu helfen wissen! ;o)

***

Gestern hab ich mal Ausschau gehalten nach Literatur für meine Diplomarbeit. Die muß im Januar fertigsein und hat das Thema (wenn ich das nun richtig aus dem Kopf zitiere):

Internet als Austauschmedium für Menschen mit psychischen Problemen
-Chancen, Möglichkeiten, Grenzen -

Mannmannmann, das ist gar nicht so leicht, dazu was zu finden!
Amazon hat viele Sachen, die digitale Communities auf ihre finanzielle Ausschlachtbarkeit untersuchen und einiges zum soziologischen Aspekt von Internet (wie verändert sich der Mensch durch den schnellen Zugriff auf Infos und so). Aber über Arten von Communities und wie ihr Werdegang ist bzw. was sie den Menschen eigentlich bieten, gab es kaum was. Eigentlich wäre ich ganz froh, diese Infos über ein Buch zu beziehen, statt selbst zu forschen - wenn ich nicht unbedingt muß, möchte ich mir keine empirische Untersuchung aufhalsen ...
Zwei sehr vielversprechende Bücher sind noch nicht verfügbar, Erscheinungsdatum ist 2001 (präziser hatten sie´s nicht) - Jungens und Mädels, macht hinne mit Schreiben, ich brauch das Zeugs! ;o)

Ach ja - sollte wer Buchtipps haben, die werden hier immer gern genommen!

***

Eine kleine Moraldiskussion gestern:

Gesetzt den Fall, man hat einen kleinen, geifernden, sexuell unausgelasteten Wichsfrosch als Kollegen, und eben dieser Kollege bietet einem mittels Firmenrabatt an, Dessous deutlich günstiger als im Laden zu bestellen ...

... ist es schlimm, wenn er dann weiß, welche Unterwäsche man besitzt und er sich im Büro sabbernd drüber den Kopf zerbricht, ob man denn nun heute den String-Tanga anhat, den man neulich bei ihm bestellt hat?

Während die eine Seite gestern die These vertrat, daß ihr das ziemlich unangenehm sei, machte sich bei mir der Dessous-Fetischismus, gepaart mit mangelnden finanziellen Möglichkeiten bemerkbar:
Heiho, dachte ich mir, wenn ich die Chance hab, Passionata oder sogar Marie-Jo-Teile für deutlich günstiger zu kriegen ... *lechz!* ... da würde ich zuschlagen und über seine Gedanken und Spekulationen nur milde lächeln. Vielleicht würde ich ihm auch mal kess ein Trägerchen entgegenblitzen lassen und im Stillen denken: "Besten Dank für den Rabatt, du notgeiler Schwächling, mach dir ruhig ein paar süße Phantasien - denn das Teil in seiner ganzen Schönheit mit mir drinnen bekommt ein anderer zu sehen!" ;o)

Hups, und nun weiß jeder, welche Unterwäsche ich bevorzuge ... verfahrt mit dieser Information frei nach euerem Belieben (Einkaufsgutscheine werden übrigens immer gern genommen *fg*).
Wem Unterwäsche schnuppe und leckeres Essen viel wichtiger ist, der kann ja mal hier gucken; die Seite ist bestimmt schon bekannt, aber jetzt gibts dazu auch ein log.
Ich geh jetzt erst mal der Schreibtischplatte den letzten Anstrich verpassen, und danach gibt es das hier (wenn noch Spinat da ist ... )

Ein prickelndes Wochenende Euch allen!

linie

23. Juli 2001

Grüße vom improvisierten Arbeitsplatz

Tja ... die Platte ist leider noch nicht fertig. Zusätzlich zum Grundanstrich am Freitag und dem ersten Deckanstrich am Samstag hat sie gestern mittag von Frank noch ein heldenhaftes Finish verpaßt bekommen. Er kam vom ersten Stock runter und meinte: "Naja, ich würde sagen ... " - "... beschissen wäre geprahlt?!", schlug ich vor. "Nö - endgeil!", strahlte er. ;o)
Und da ich aus Erfahrung weiß, daß man Lackierungen nicht hetzen soll, darf die Platte bis heute abend noch etwas ausruhen, bevor Monitor, Tastatur und Co. sich auf ihr niederlassen.

Am Sonntag haben wir aber schon alle Vorkehrungen für ein schickes Arbeitszimmer getroffen: Tausend Kabel wurden entwirrt, der Teppich gereinigt, der Schreibtisch (oder zumindest die Teile, die wir davon hatten) auf seinen zukünftigen Platz gestellt und Franks Rechner ordnungsgemäß verkabelt: Mit einer Blindwand hinter dem Regal haben wir auch den üblichen Kabelwust, der mittlerweile dank mehrerer Dutzend Kabelbinder überschaubar gemacht wurde, elegant verschwinden lassen.
Der Schreibtisch braucht also nur noch auf die Platte, und der freie Steckplatz an der Überspannschutzleiste wartet zusammen mit dem einen Netzwerkkabel auf Jean-Luc ;o)

Bis dahin kann man ja mal Peripherie ergänzen, und dafür wird ebay bemüht. Zwar ist dieses Teil deutlich ein paar Klassen über meinem finanziellen Limit (*lach* zu Anne), aber ein paar andere Teilchen sollten schon noch her: Wir brauchen eine Cam, einen Brenner, und ich hätt gern noch ein Game. Das ist drin, denn schließlich ist meine Aussteuerversicherung fällig und schießt komplett an ihrer eigentlichen Bestimmung vorbei: Diese Teile wurden ja annodazumal abgeschlossen, damit das Blag sich mit der Kohle in ferner Zukunft mal einen Mann angeln und mit ihm einen Hausstand gründen kann. Nun haben wir aber beide seit Jahren zwei autark funktionierende Haushalte, die in wenigen Tagen fusionieren werden, daher kann die Kohle für andere Späße herhalten wie etwa heitere Hardware (denic sagt: Die Domain " heitere-hardware.de " ist noch frei.) oder einen fahrbaren Untersatz für mich. Am Auto kann ich knappsen, einen fünfstelligen Betrag für ein Zweitauto in diesem Haushalt auszugeben, wäre Unfug - dem frohen Steigern steht also nichts im Weg.

Es ist der Hammer, wie viel Spaß so eine Haushaltsfusion machen kann. Das Einrichten vom Arbeitszimmer, Pläne für das Gästezimmer, Aussortieren von doppeltem Material in der Küche ... Am Donnerstag vormittag können wir wahrscheinlich Waschmaschine und Trockner abholen, und mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht haben wir am Samstag das Briefkasten- und Klingelschild um meinen Namen ergänzt. Allen soll es sagen, daß WIR hier wohnen - himmelscheißeverdammtnohmal ... kann ein Mensch allein denn so glücklich sein?!

***

Dirk hat sich heute kurzfristig zum Kaffee angemeldet, und es passierte etwas, was sonst noch NIENIENIE passiert ist: Wir hatten gar nichts zum Kaffee da!!! Keine Rolle Kekse, noch nicht mal eine übersehene Tafel Schokolade irgendwo in der Süßigkeiten-Schublade.
Nun ist es nicht so, daß wir in letzter Zeit genascht hätten wie die Dollen und somit alles weggefuttert hätten; Nein, im Gegenteil: Seit ich hier bin, hab ich noch gar nichts genascht, und Frank auch nicht. Das bedeutet also, daß wir einfach ÜBERSEHEN haben, daß die Süßigkeiten leer sind, weil wir NICHT GENASCHT haben.
Sensationell ...
Wenn nun die Hose wieder zu kneifen anfängt, dann kann ich es jedenfalls guten Gewissens auf die Pille schieben. Was Frank in dem Fall macht, weiß ich allerdings nicht ;o)

***

Die Taschen-Problematik macht ja derzeit die Runde durch die Tagebücher. Simone berichtet über ihren Handtascheninhalt, Sandra hat ihre Reisetasche entrümpelt, und Melody hat mir endlich verraten, wie das mit der geschmolzenen Handtasche passiert ist (danköschön! *g*). Das Thema lief mir hinterher, und als wir heute ins Kino gingen (in diesen Film *kicherundempfehlenkann*), hab ich mir meine Tasche nebst Inhalt mal genauer besehen - ich besitze tatsächlich nur EINE Handtasche, seit ich den Mini-Rucksack vor zwei Jahren in Berlin auf den Boden geknallt, damit die Karottensaftflasche gesprengt, BroschürenTerminkalenderGeldbeutel orange gefärbt und alles gleich an Ort und Stelle entsorgt habe *grmpf*.

Meine "Handtasche" ist eine mittelschwere EastPack-Kampfausrüstung, die zur Not auch fünf Kilo Marschgepäck oder den Laptop Loretta nebst Zubehör fassen kann.
"Kann sein, muß aber nicht", sagt Rüdiger Hoffmann, und so halte ich es auch. Als absolute "Must-have´s" befinden sich darin:

• Terminkalender (der mit dem Kuh-Fell *g*) und Stift
• Geldbeutel (ebenfalls Kuhfell)
• Taschentücher - nur eine Packung
• Händieh
• zwei bis mehrere Feuerzeuge und ne Packung Gauloises
• Puderdose - nicht, weil ich immerzu schminken muß, aber das Teil hat einen integrierten und somit bruchgeschützten Spiegel und ist bei Kontaktlinsenpannen hochgradig wichtig
• eine Packung Kaugummis
• diverse Bonbons (diese Erdbeer-Campinos sind die Wonne in Dosen!)
• meist noch das zuletztbenutzte Bahn-Ticket

Das sind auch Dinge, die man auf deutlich weniger Platz unterbringen könnte, und bis vor etwa zwei Wochen wollte ich das auch. Denn bei Nanu-Nana gab es seit Monaten schon wunderbare kleine Handtaschen mit Kuh-Fell, und genau die wollte ich haben. Doch unser letzter Trip nach Bielefeld zeigte, daß die nun endgültig aus dem Programm genommen wurden - nirgendwo gibt es die mehr!

Und nun hab ich einen seit zwei Wochen andauernden Schmoll-Anfall und grummele laut: "Wenn ich keine Kuhtasche haben kann, dann will ich gar keine, pah... "

***

Und nun werd ich ... tja, was eigentlich? Ich bin es gar nicht mehr gewohnt, daß der ganze Tag einfach nur mir gehört. Lernen muß ich nicht mehr, Diplomarbeit kann noch warten (ganz vielen Dank übrigens für Euere Tipps - werd mich nach dem Umzug mal durch die Links wühlen!), im Arbeitszimmer ist alles soweit fertig, Friseure haben montags nicht auf - Es wird wohl ein lustiger Mix aus Lesen, Homepagebauen, Surfen und Zocken werden.

linie

24. Juli 2001

Och Menno ....

So optimistisch ich bis gestern noch war, so gefrustet bin ich heute.
Es will aber auch so gar nichts klappen, von ein paar kleinen Sonnenscheinchen mal abgesehen:

Stephan von Malorama hat mir das Wort "Altbaufußleistenlackieren" vermacht. Dankeschön! Ich wollte es erst nur für hier adoptieren, doch er meinte, er brauche es nicht mehr, ich könne es haben ...
Und ich hab ein schlechtes Gewissen, weil die Länge der to-do-liste für Schokolade&Koffein indirekt proportional zu meiner Bastelwut ist.
Naja, nach dem Umzug wird alles besser ... ;o)

Von der Telekom hab ich heute bereits zwei Stunden nach meiner Anfragemail eine Antwort bekommen, das war gut; allerdings war die Antwort falsch, was ich dann doch eher als negativ bewerte. Immerhin brauche ich nur 40-50 DM investieren, um mein heißgeliebtes oranges Analog-Schnurlostelephon auch hier nutzen zu können - auch was Feines!

Doch gereicht hat es nicht, um die vielen kleinen Stolpersteinchen und Katastrophen wieder wettzumachen:

Während ich die Schreibtischplatte heute montieren konnte, klebt die kleine Arbeitplatte, auf der der Drucker stehen soll, noch immer wie verrückt und trocknet einfach nicht. Ich begreif es nicht: Farbe war auf beiden Teilen gleichmäßig und dünn genug aufgetragen, es ist das allergleiche Holz, und die beiden Teile trockneten im selben Raum. Heia, sogar in einer offenen Lackdose mit fünf Millimetern Lack drin bildet sich binnen kürzester Zeit ein fester und klebefreier Film an der Oberfläche, warum dann nach zwei Tagen nicht auch auf unserer Druckerplatte?!?!
Mama berichtete mir, daß die Waschmaschine vorerst nicht lieferbar ist, und wann das soweit ist, steht auch in den Sternen. *grmpf!*
Der Kollege, bei dem ich gestern Black&White ersteigert hab, meldet sich auch nicht, und die Cam, auf die ich scharf bin, ist bei ebay bereits vier Tage vor Schluß knappest an meinem Limit, die nächste ist erst in sechs Tagen. Hoffentlich hab ich gleich wenigstens mit dem CD-Brenner Glück, denn meine ebay-Beobachten-Liste ist elend lang ... läuft die irgendwann auch mal über?! *g*

Mir ist elend, duselig und schon wieder viel zu heiß, daher hab ich auch für die kurzfristige Geburtstagsfete, zu der wir eingeladen waren, abgesagt. Ich will hierbleiben, das Elend der Welt betrauern, mir einen CD-Brenner ersteigern, von Cams, trockenen Lackierungen und lieferbaren Waschmaschinen träumen.
Und gleich kommt der beste Frank wo gibt von der Fete zurück und verdirbt mir meine schlechte Laune.

Ist das nicht tragisch?!

P.S.:
Mist, der Brenner ging für zu teuer wech (zum Glück aber nicht an mich). Naja, morgen früh kommt der nächste, und mittags gleich wieder.
Ebay ist ein bißchen wie Zugfahren, nicht?

linie

26. Juli 2001

Mir'sschlecht...

Umzug. Ab heute. Ach du scheiße.

Daher erstmal anderes Thema: Bettgeschichten! ;o)

Melody erzeugt bei mir nicht nur Gelächter, weil sie Kate Moss als "hauptberufliches Dörrhuhn" bezeichnet, sie schreibt auch noch vom seltsamen Verhalten frischgeweckter Männer, und ich seh mich darin nur allzugut wieder: Frank entlockt mir morgens, wenn er deutlich vor sechs Uhr aus dem Haus geht, die seltsamsten Geräusche und Kommentare. Statt einem "Tschüß" wurde er auch schon mal mit einem "Gute Nacht!" in die Arbeit geschickt, und aus dem "Hab dich lieb" wird ziemlich oft "Habschlib".
Neulich war ich wohl der Meinung, er wolle sich nicht nur von mir verabschieden, sondern mich auch noch zum Aufstehen bewegen. Begeistert war ich davon anscheinend nicht, und so fuhr ich alle Logik auf, die vor sechs Uhr verfügbar ist:

"Aber ... ich kann doch nicht aufstehen, weil ich bin müde! Und wenn ich dann aufstehe - fall ich um."

So hat man mir das zumindest erzählt, ich kann mich nur noch an das schallende Gelächter von Frank erinnern ;o)

***

Ebay ist auch so ne Sache.

Ein Brenner zum gewünschten Preis dürfte gerade auf dem Weg zu uns sein, der Kerl, bei dem ich Black&White ersteigert hab, hat sich aber immer noch nicht gemeldet. Ich hoffe schwer, daß sich das mit dem Analog-Adapter und der Cam heute noch ausgeht ("sich heute noch ausgehen" hab ich bei Claudia aufgeschnappt, und ich finde diese Redewendung total schnuffig *g*).
Und wenn mir das alles zu teuer wird, kann ich ja mal bei diesem hehren Verein anfragen, auf den Frank von argh hingewiesen hat - Mannmannmann, Sachen gibts, das hältst im Kopf nicht aus!

***

Umzug ...

Weia, mir war ja klar, daß die Bedingungen für so etwas niemals optimal sein können, da ist Murphys Law vor. Aber das ganze Wochenende über 30° muß ja nun auch nicht sein.
Meine Mama hat jetzt beschlossen, die Waschmaschine bei einem anderen Lieferanten zu bestellen. Der hat allerdings kein Lager in Bielefeld (wär ja auch zu schön gewesen), und so muß ich das Teil morgen früh bei ihr mit einladen und selbst fahren.
Na - alles rin innen Ducato, der Platz wird schon reichen, und der Diesel ziehts.

Vor Montag werdet ihr hier nichts von mir lesen, aber ich kann Euch bis dahin ja mit meinem "Fahrplan" beglücken, damit ihr wißt, womit ich gerade beschäftigt bin (Mist, Scanner ist noch nicht hier, sonst könnt ich einfach meine Liste drüberhalten ... ):

Donnerstag, etwa 16 Uhr:
Kartons und Renovierklamotten gepackt, 500 km über bundesdeutsche Autobahnen prügeln, in BA ankommen, was essen, Altkleider aussortieren, die ersten Sachen in Kartons verfrachten.
Schlafen.

Freitag morgen:
Frank darf weiter Sachen einpacken, für Towanda ist Ortstermin in der Innenstadt (Kontaktlinsen abholen, Altkleider in den Container, mich abmelden, die letzten Scheine im Prüfungsamt abgeben, Bücher in der Uni abholen). Fernseher und restliches Tiefkühlgemüse ins Auto packen.

Freitag mittag:
Wieder Autobahn, aber nur 60 km zu meinen Eltern. Dort TV und Lebensmittel abgeben, Renoviergeraffel und Waschmaschine in den Ducato laden, wieder nach BA.

Rest vom Freitag:
Weiter einpacken, Möbel zerlegen und schon ein bißchen was in den Ducato werfen.
Küche streichen.

Samstag:
Die Hölle in dunkelbunt: Bis auf die Doppel-Luftmatratze alles verladen, großzügig Abdeckfolie in der Bude verteilen und Wohnung nebst Spitzdecke streichen.
Hoffen, daß die Farbe nicht allzu lange und stark riecht, denn dann kommt meine letzte Nacht in dieser Wohnung.

Sonntag:
Die Karawane zieht weiter ... PKW und Lieferwagen dieseln quer durch Deutschland ins neue Domizil. In Lummerland dann raus mit dem ganzen Geraffel und schlafen.

Montag:
Frank muß wieder arbeiten, und meine Eltern hätten gern ihren Lieferwagen zurück. Daher zieht Towanda los und bekommt langsam eine klassische Fernfahrer-Mentalität. In BA warten noch Renovier-Utensilien, das Sofa, Sessel und zwei Beistelltische. Die kann Bruderherz gebrauchen, also ab damit zu den Eltern. Lieferwagen zurückbringen, Sachen abladen und je nach Uhrzeit einen Trottel finden, der mich zum Bahnhof bringt oder erstmal schlafen.

folglich allerspätestens Dienstag:
Zugfahrt zurück nach Lummerland, wo tausend Kisten darauf warten, geleert zu werden.

Genaugenommen ist das der Teil, auf den ich mich am meisten freue: Mein Regal mit den ganzen Büchern einzuräumen, auf der niedrigeren oberen Ablage davon meine Kuh-Devotionalien zu postieren (früher gab es in jedem Haus den Herrgottswinkel, ich hab das halt mit Kühen *g*), die Sachen auf dem Schreibtisch so zu stellen, daß es praktisch ist und den vielen kleinen Dingen einen Platz geben. Die Küche muß wohl fast komplett neu strukturiert werden, denn Franks Sachen haben gerademalso Platz, ein paar kommen weg, und bei den Sachen, die wir doppelt haben, suche ich das Schönere raus und trag den Rest in den Keller.

Aber ich verspreche Euch, daß ich wenigstens einen kleinen Eintrag hier mache, bevor ich mit dem Einräumen anfange - denn daß Jean-Luc das erste Teil von mir sein wird, das hier seinen neuen Platz bekommt, ist ja eh klar ;o)

***

P.S.:
Für Link-Wütige: Ab jetzt ist der aktuelle Tagebucheintrag auch von hier aus "bookmark-bar" und kein Weg ins Archiv mehr nötig. Klick aufs Datum oben und gut is.
Kommentarfunktion hätt ich auch gern noch, aber nich jetz.

P.P.S.:
Ein nackter Fuß kann verdammt scheiße aussehen, wenn man ihn eine Stunde lang im Schneidersitz zwischen Wade und Sitzfläche eingeklemmt hatte ...

linie

29. Juli 2001, 00:50 Uhr

Bin da - wer noch?!

Jaja, nun seht ihr mich im Geiste wohl alle in BA zwischen Farbeimern und Umzugskisten verschwitzt und irgendwie irre auf den Rechner einhämmern, nach dem Motto: "Ich muß mein Leid der Umwelt mitteilen, und wenn der Rechner das letzte ist, was diese Wohnung verläßt!!!"

Is aba gar nich wahr ... *g*

Na gut, das mit den herumstehenden Umzugkisten stimmt, irre bin ich sowieso immer, aber das mit den Farbeimern ist bis zur Renovierung des Gästezimmers erstmal erledigt. Ach ja ... die Umzugskisten stehen übrigens schon in Herford *fettensmileinderfressehat*

 

Warum bissdn du scho da?

Frank ist ein absoluter Held der Farbrollen und Verladelogistik, und so konnten wir den Umzug um einen (von unserer optimistischsten Schätzung ausgehend) bzw. zwei (gemessen am worst case scenario) Tage verkürzen.
Auf die Frage "Und - wie lief es denn?" kann ich nur mit einem "UFFZ! - Frag besser nicht!" antworten: Wir haben wohl das in diesem Breitengrad heißeste und sonnigste Wochenende seit Äonen erwischt und geschwitzt wie die Schweine; naja, genaugenommen hab ICH geschwitzt wie doll, anscheinend hab ich all die Transpirationsgene bekommen, die Frank damals bei seiner Erbauung nicht genommen hat *g*. Am Freitag noch hatten wir die meisten Teile verladen und haben in aller Herrgottsfrühe am Samstag zu streichen angefangen. Frank glaubte daran, an dem Tag noch fahren zu können, während ich beim Gedanken an die ganzen abzuklebenden Balken und die Spitzdecke eher dazu tendierte, das Auto noch etwas länger auszuleihen, vielleicht noch eine Woche oder so ... ;o)
Doch um 16 Uhr war die Wohnung gestrichen, leer und rausgewischt; also duschen, nochmal zur Tanke und eine Stunde später ab auf die Autobahn!
Viertel vor zehn waren wir hier und haben abladen, um halb elf saßen wir mit Matthias, den wir mit zum Abladen rekrutieren konnten, im Hof bei nem Bier auf der Bank ... JEPPA!!! Weil er so tapfer geholfen hatte, konnte ich Matthias auch den Machospruch der Woche verzeihen: "Alles, was schwer ist, hat irgendwie mit Frauen zu tun - zum Beispiel Waschmaschinen!" ;o)

 

Die üblichen Mißgeschicke und Ärgernisse ...

Bis auf kleinere Pannen ging auch beim Transport und der Fahrerei alles gut; Aber ich glaube, vom obligatorischen Bruch wurde auch ich nicht verschont, zumindest klang es bei den Schlaglöchern auf der A7 so, als ob sich eines meiner Weingläser in der Kiste auf der Beifahrerseite verabschiedet hat ... Hab noch nicht nachgeguckt, ist aber egal, für solche Fälle hat man schlichte Gläser, die nur ein paar Mark kosten (die von Leonardo: sehen gut und teuer aus, sind aber studentenbudget- und umzugstauglich).
Gelernt hab ich, daß Vans auch auf meine Seite ziehen können, obwohl sie den Überholvorgang noch nicht ganz abgeschlossen haben (auf der Hinfahrt - örgsquietschfluch und gemerkt, daß ich gar nicht weiß, wo bei dem Teil die Hupe ist), und daß Mini-Busse, die mit Warnblinkern auf dem Standstreifen rollen, nicht immer dort halten, sondern notfalls auch ohne Gucken und nötigen Blinker wieder auf die Autobahn ziehen (Merke: Ein Ducato, der voll beladen ist, schwankt zwar beim Ausweichenspurfindengegenlenkengegengegenlenken, aber er kippt wegen tiefem Schwerpunkt nicht. Merke auch: So eine Aktion ist seelisch leichter zu verkraften, wenn man inzwischen weiß, wo die Hupe ist und sie auch einsetzt).
Wenn Towanda auch eine Kriegerin ist, so ist sie in der Tiefe ihres Herzens bzw. am unteren Teil ihres Körpers doch ein Sensibelchen und schafft es, sich in Birkenstocks Blasen zu holen: Auf der Oberseite des Fußes wurde erst wundgescheuert, dann erfolglos überklebt und schließlich das Teil zu einer ewig blutenden offenen Stelle erweitert.
Verdammt, und meine Hochleistungsheftpflaster sind in einem dieser tausend Kartons ...

 

Und was kommt jetzt?

Und nun hock ich frischgeduscht am Rechner (ja, man kann auch dreimal täglich duschen!), lasse mich von den ganzen Kisten und unaufgebauten Möbeln um mich herum nicht im Geringsten beeindrucken und genieße das Netz, das mir übers Wochenende nun auch mein ersteigertes Spiel, den CD-Brenner und Analog-Adapter spendiert hat.
Mit einem ganz seltsamen Gefühl registriere ich, daß es wohl der letzte Tagebucheintrag sein wird, den ich auf Franks Rechner schreibe; Jean-Luc steht unangekabelt zwei Meter weiter und wird am Montag seine ersten Erfahrungen im Netzwerk machen. Sein Monitor steht neben Franks Monitor, hat seine Vorderseite ihm zugewandt, als wolle er schon mal neugierig gucken, in wessen Nähe er bald stehen wird ... ;o)

Heute, also Sonntag, fahre ich nochmal in die alte Wohnung, lade die Renoviersachen und die Sachen ein, die mein Bruder bekommt (Sofa/Sessel). Daß am Sonntag keine LKW fahren, ist klasse: Damit bin ich - von ein paar Wohnmobilen abgesehen - die langsamste auf der Straße und brauch mir nicht so viel Gedanken machen, ob ich einen angesetzten Überholvorgang auch angemessen und in einer annehmbaren Zeit über die Bühne bringe ... ;o)

Abends lasse mich von der Bahn wieder zurück in das Herforder Chaos bringen. Oder lasse ich mein schlechtes Gewissen nebst Aufräumwahn einfach links liegen, fahr erst Montag zurück und geh stattdessen mit Elch und Tapir zum Griechen?
Ich weiß es nicht und werd das dann vor Ort entscheiden. Fakt ist aber, daß ich erstmal nicht dazu komme, in Tagebüchern zu stöbern und auf Gästebucheinträge zu antworten (tja, Melody, das "Monster" verkleiner ich dann erst nächste Woche und denke mir bis dahin noch eine angemessene Schmach aus *zwinker*).

Bis dahin wünsch ich Euch einen Sonntag/Montag mit ...
... ach, was weiß ich - wie ihr ihn euch wünscht, eben! ;o)

linie

31. Juli 2001, 00:20 Uhr

Gestriges Mantra: Rome wasn´t built in a day

***

Vorab eine Meldung, die mich total gefreut hat:

Nicoles Saskia hat am Sonntag das Licht der Welt erblickt - ganz liebe Grüße an Euch!
Mußte schmunzeln, als ich die Mail bekommen hab, während ich auf ihrer Seite die "noch-da-bin-immer-noch-schwanger-Meldung" gelesen hab ;o)

***

Bin wieder in Lummerland ... die Fahrt am Sonntag ging klar, hab alles geschafft und bin kurz vor Mitternacht wieder gelandet. Mit einem Bärenhunger, denn der Mensch lebt nicht nur von Keks und Apfel allein. Aber Frank hat meinen smsmäßigen Hilferuf aus dem Zug erhört, mir Gnocchi mit scharfer Tomatensauce kredenzt *fettsmile* und außerdem noch meinen Rechner angeschlossen *nochfettersmile* - hier also der erste Eintrag von Jean-Luc aus Lummerland ;o)

Um 7 Uhr hab ich mich dem Chaos gestellt.
Normalerweise ist das nicht die Zeit, zu der ich tatendurstig aus dem Bett hüpfe, aber ich wollte einfach viel schaffen, bevor es wieder so heiß wird.
Genaugenommen hab ich das auch:

• Fünf Umzugskisten ausgeräumt, Regal aufgebaut, Bücher, Ordner, Spiele und Muh-Devotionalien hineingepackt
• eine Ladung Wäsche (Dimension: in etwa halbes Schlafzimmer) sortiert, eine Maschine davon gewaschen
• Mit Frank Wäscheleinenzeugs gekauft, Leine aufgebaut und Wäsche hingehangen, nebenher noch Lebensmittel für die ganze Woche gekauft
• Stadtwerke, Telekom und Kabelanschluß gekündigt
• Frank beim Einbauen des Brenners zugeguckt
• Bleistifte zerschnitten, um damit die verlorenen Unterlegteile für das Regal zu ersetzen (mein Gott, sagt bloß niemandem, daß ich gelernte Schreinerin bin *g*)
• zwei Stunden lang dem Netzwerk vergeblich erklärt, was "Druckerfreigabe" bedeutet und vergebens nach Strom für Drucker gesucht
• Amazonbestellung losgeschickt (kommen sicher irgendwann weniger turbulente Zeiten, wo Lesen wieder möglich ist)

Aber mir geht das alles nicht schnell genug.
Ich hab das Gefühl, die Kisten und das Chaos werden nicht weniger. Die Küche bedarf einer großflächigen Umstrukturierung, wenn sie meine Sachen noch aufnehmen soll, und die bekommt sie frühestens Mittwoch. Denn hier im Arbeitszimmer herrscht Chaos, das Schlafzimmer sieht nicht viel besser aus, Gästezimmer ist nur mit ausgefeilter logistischer Planung zu betreten und wird diese Woche nicht mehr renoviert - nur das Wohnzimmer hat Glück gehabt, denn das war vorher schon fertig eingerichtet und bleibt somit verschont.

Eigentlich wollte ich mich gestern schon hier in HF anmelden, Personalausweisverlängerung ist sowieso fällig, doch das scheiterte heute: Die einzigen Paßbilder, auf denen ich halbwegs manierlich aussehe, befinden sich irgendwowasweißichinwelcherkiste. Und dann bräuchte ich noch einen Nachweis zwecks Künstlername - seit einiger Zeit bin ich nämlich dem Frevel der Eitelkeit anheimgefallen und fände es totschick, "Towanda" als Künstlername im Perso stehen zu haben.
Schweigt stille! Ja, ich hab durchaus auch noch andere Sorgen; nein, ich drehe nicht vollkommen ab. Es kostet nix und wäre doch eine nette Ergänzung für meine ämtertechnische Existenz ...
Mal sehen, wie die ostwestfälischen Behörden mit einem denic-Nachweis umzugehen wissen ;o)

Und nun geh ich schlafen, denn der Tag morgen steht im Zeichen der Arbeitszimmerkomplettierung und Wäschebergbeseitigung - [ironiemodus on] hab ich erwähnt, daß ich leidenschaftlich gerne bügle?! [ironiemodus off]

Außerdem ist es in einem Raum mit zwei laufenden Rechnern heiß wie irr.
[/ignore Umweltengelchen]
Was genau kostet eigentlich eine Klimaanlage?!

Mantra für Dienstag:
Daß du heute nicht damit fertig wirst, ist kein Grund, um gar nicht erst anzufangen.

linie

Archiv Juli Teil 2

tagebuch startseiteaktueller eintragTagebuch-ArchivTowandaweb

"Towandas Turbulenzen" ist ein Projekt von Towandaweb und erblickte am 5. Mai 2001 das Licht der Welt.
Die Seite ist auch direkt über http://www.towandas-turbulenzen.de zu erreichen.
Bei Fragen und Anregungen - mail me!